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Banater Post

Dialog mit den Vertriebenenverbänden

Die Teilnehmer der Dialogveranstaltung mit Stephan Mayer, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister des Innern, für Bau und Heimat (erste Reihe, zweiter von rechts), und dem Bundesbeauftragten Dr. Bernd Fabritius (erste Reihe, zweiter von links) Foto: BdV

„Die deutschen Heimatvertriebenen, Aussiedler und Spätaussiedler waren und sind ein Garant für den Erfolg Deutschlands seit dem Zweiten Weltkrieg.“ Dies erklärte Stephan Mayer, MdB, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister des Innern, für Bau und Heimat (BMI), beim „Dialog mit den Vertriebenenverbänden“ am 21. Januar im Berliner Bundeshaus, wo die „Abteilung Heimat“ des BMI ihren Sitz hat. Damit umriss er die inhaltliche Dimension, ebenso wie er die Stimmung des Austausches aufnahm.

Konstruktiv und zugewandt diskutierten Vorstände, Ehrenamtler und Mitarbeiter einer Vielzahl der im Bund der Vertriebenen organisierten Verbände mit Stephan Mayer sowie Dr. Bernd Fabritius, Beauftragter der Bundesregierung für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten, Dr. Michael Frehse, Leiter der Abteilung Heimat, Dr. Uta Dauke, der verantwortlichen Unterabteilungsleiterin, sowie den zuständigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern  des BMI über die Perspektiven der durch das Bundesinnenministerium  geförderten verständigungspolitischen Maßnahmen, informierten sich über die Antragstellung und ließen sich die Kernanliegen der Heimatpolitik der Bundesregierung darlegen.
Mayer etwa verdeutlichte: „Die Heimatverbundenheit der Vertriebenen schafft das Fundament für einen weltoffenen Austausch und schärft das Verständnis für die Besonderheit unserer kulturellen und geschichtlichen Wurzeln in Europa. Die Vertriebenenorganisationen sind wichtige Mitstreiter des BMI für eine moderne und zukunftsgewandte Heimatpolitik.“

Dies griff Bernd Fabritius als Minderheitenbeauftragter auf und erklärte: „Die Vertriebenen und ihre Verbände sind Brücken in die Heimatgebiete und zu den dort lebenden Heimatverbliebenen.“ Dies gehe nicht nur die betroffenen Generationen an, denn „Vertriebenen- und Aussiedlerpolitik soll stets auch eine Einladung an junge Menschen sein, sich aktiv einzubringen“. Dr. Frehse wiederum würdigte die Leistungen der Vertriebenen im Bereich „gesellschaftlicher Zusammenhalt“ und sagte: „Sie und ihr Schicksal gehören unverzichtbar zur DNA unserer Gesellschaft.“

Seitens des BMI wurde außerdem betont, dass das Ministerium die bereits mehr als sieben Jahrzehnte bestehende Regierungsverantwortung für die berechtigten Anliegen der Vertriebenen ernst nehme. Nach wie vor würden Maßnahmen von Vereinigungen und Einrichtungen der Vertriebenen gefördert, die sich aktiv im Dienst der Völkerverständigung einbringen. Diese Projekte dienten der Aussöhnung sowie der Vertiefung des friedlichen Miteinanders mit Ostmittel-, Ost- und Südosteuropa. Es gelte, belastende zeitgeschichtliche Probleme gemeinsam aufzuarbeiten und dabei Vorurteile kontinuierlich abzubauen und den freundschaftlichen Dialog mit den Nachbarländern weiter zu stärken. Dabei wolle das BMI in dieser Projektförderung zukünftig die Vielfalt der Kontakte in die Heimat- und Herkunftsgebiete noch sichtbarer machen.

Unter den anwesenden Verbandsvertretern fand diese Zielrichtung Zuspruch. Auch die umfangreichen Hinweise zur geltenden Förderrichtlinie des Ministeriums wurden mit großem Interesse zur Kenntnis genommen. Gleichzeitig zeigte sich in der kurzen Darstellung einiger Verbandsprojekte und in der Diskussion auch die Vielfalt der bislang – wenn überhaupt – in Anspruch genommenen Finanzierungen und Förderungen. Als BdV-Präsident ermunterte Dr. Fabritius die Verbände, auch die Koordinierungsstelle des Bundes der Vertriebenen über ihre Projekte zu informieren und sich dort beraten zu lassen. Diese werde im Laufe des Jahres personell verstärkt ihre Arbeit fortsetzen.

Peter-Dietmar Leber, Bundesvorsitzender der Landsmannschaft der Banater Schwaben, berichtete anhand einiger konkreter Beispiele über die Arbeit der Landsmannschaft der Banater Schwaben in den Bereichen Kultur und Brauchtum, Jugend und grenzüberschreitende Zusammenarbeit, Dokumentation und Vermittlung. Wichtig sei eine Öffnung der Verbände, da zunehmend die Themen und nicht die direkte Herkunft über den Zugang zu diesen Bereichen entscheide. Die Jugend mache vor, dass dies sehr gut funktionieren könne. Dies gelte auch für den Frauenverband im BdV, dem Dr. Maria Werthan vorsteht. Leber wies auf bevorstehende Jubiläen und Ereignisse wie Temeswar als Europäische Kulturhauptstadt 2021 hin, die positiv in Verband und Gemeinschaft wirkten.

Rainer Lehni, Bundesvorsitzender des Verbandes der Siebenbürger Sachsen in Deutschland, der zusammen mit Valerie Bertleff von der Siebenbürgisch-Sächsischen Jugend in Deutschland (SJD) an diesem Dialog teilnahm, verdeutlichte, wie im siebenbürgischen Verband die Jugend aktiv und erfolgreich eingebaut ist. Dass am SJD-Volkstanzwettbewerb mehrere hundert Jugendliche aktiv mitmachen, bestätige, dass der Begriff Heimat heute aktueller denn je sei.

Auf das Thema drohende Altersarmut ging in Vertretung der drei beteiligten Landsmannschaften der Bundesvorsitzende der Deutschen aus Russland Johann Thießen ein.