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Banater Post

Tanzen verbindet über Grenzen hinweg

Abschlussfoto aller Mitwirkenden am Programm zum 25-jährigen Jubiläum der Freundeskreise Dorog − Wendlingen am Neckar; in banatschwäbischer Tracht die Jugendgruppe aus Esslingen/Wendlingen

Die Banater Jugendgruppe mit dem Bürgermeister der Stadt Wendlingen am Neckar Steffen Weigel Fotos: Dominik Heszler

„Wo Tanzen verbindet“ lautet das Motto unserer Tanzgruppe. Auch in Ungarn zeigte sich einmal mehr die Bedeutung und Wirkung dieses Mottos. Tanzen spricht eine internationale Sprache, die wirklich jeder auf seine ganz eigene Art verstehen kann.

Der Freundeskreis Dorog-Wendlingen am Neckar lud uns, die Banater Jugendgruppe des Kreisverbandes Esslingen/Wendlingen ein, sein 25-jähriges Jubiläum mit ihm zu feiern und dabei die Feierlichkeiten in Dorog mit unseren Tänzen zu umrahmen. Diese Möglichkeit ließen wir uns nicht entgehen, und so begann unsere gemeinsame, unvergessliche Reise. Eine Jugendgruppe auf Roadtrip durch Ungarn – das klingt doch nach einigen Abenteuern, die man sich nicht entgehen lassen sollte, oder?

Am Donnerstag, dem 26. August, trafen sich die Mitglieder des Freundeskreises Dorog-Wendlingen, der Bürgermeister der Stadt Wendlingen Steffen Weigel, Reiseteilnehmer aus der Stadt und die Jugendlichen der Tanzgruppe in aller Frühe vor dem Wendlinger Rathaus. Eine über 900 Kilometer lange Reise lag vor uns. Doch die Zeit bis zum Ziel, die Königsstadt Esztergom, verging wie im Flug dank des hervorragenden Reiseproviants des Freundeskreises und der guten Stimmung im Bus.
In Esztergom angekommen, bezogen wir das zentral gelegene Hotel St. Adalbert, das mit seinen schönen Zimmern, einem großen Garten und natürlich mit gutem Essen etwas vom Charme Ungarns vermittelte.

Gestärkt durch ein Frühstücksbuffet, fuhren wir am nächsten Tag nach Budapest, der Stadt, von der György Konrád behauptet: „Wenn Prag das Herz von Mitteleuropa ist, dann ist Budapest sein Schloss.“ Als erstes besuchten wir das Burgviertel, wohin wir mit der berühmten Bergbahn gelangten, die ungarisch „Sikló“ genannt wird. Oben angekommen, genossen wir die atemberaubende Aussicht auf die Skyline Budapests. Am unteren Ende der „Sikló“ steht der „Null-Kilometer-Stein“, ein Werk von Miklós Borsos. Die Skulptur ist ein Symbol für die ungarische Entfernungsmessung, die als Ausgangspunkt für alle ungarischen Hauptfernstraßen Budapest annimmt, mit Ausnahme der Straße 8, die in Székesfehérvár beginnt. Anschließend ging es an der prachtvollen Fischerbastei und der Matthias-Kirche vorbei wieder Richtung Stadtzentrum.

Mit unserem Bus schlängelten wir uns durch den dichten Verkehr über mehrere Donaubrücken und versuchten uns im Sightseeing. Dabei konnten wir das pompöse Parlamentsgebäude, den riesigen Heldenplatz und die schönen Altstadthäuser bewundern. Mittags begaben wir uns auf ein Donauschiff, um uns mit einem leckeren Gulasch, jedoch modern interpretiert, zu stärken. Danach konnte man in kleinen Gruppen einen Blick in die schöne Markthalle werfen oder beim Speed-Shopping in der berühmten Váci-Gasse schnell Souvenirs für die Daheimgebliebenen besorgen. Abends wieder im Hotel angekommen, ließen wir zusammen den Tag gemütlich ausklingen.

Am Samstag begannen die Feierlichkeiten zum 25-jährigen Jubiläum der Freundeskreise Dorog und Wendlingen. Während die anderen Gäste an dem gleichzeitig stattfindenden Bergmannsfest teilnahmen, ging es für die Jugendgruppe schon zur Generalprobe auf dem sonnigen Platz vor dem Kulturhaus in Dorog. Unter den Blicken der Jogger, die im Park nebenan ihre Runden drehten, wurden die Polkas „Mein Banater Land“ und „Susi heb’ dich“ sowie der Walzer „Schwabentänze“ geprobt.
Nach der Probe wurde im Kulturhaus zum Mittagessen geladen und die Festlichkeiten durch die beiden Bürgermeister und den Freundeskreis offiziell eröffnet. Dort fanden am Nachmittag dann auch die Jubiläumsfeierlichkeiten statt. Am Programm wirkten unter anderem der Kinder- und Erwachsenenchor der deutschen Nationalitätenselbstverwaltung der ehemaligen Bergmannstadt Dorog und die Kindertanzgruppe „Nussknacker“ aus Nyerges mit. Auch wir konnten, nach dem uns gespendeten Applaus zu beurteilen, mit unserer Rock 'n' Roll-Performance und den dargebotenen Banater Volkstänzen die Zuschauer begeistern. Die musikalische Begleitung der Volkstänze durch die Doroger Sváb Party-Kapelle zeigte, dass internationale Zusammenarbeit mittels postalisch zugesandter Noten, auch ohne gemeinsame Proben, reibungslos funktionieren kann. Als zum Schluss der Tanz „Bis bald, auf Wiedersehen“ nach einer Choreographie von Josef Wenzel aus Pilisvörösvár/Werischwar vorgeführt wurde, stimmte auch der Chor der Deutschen Nationalitätenselbstverwaltung mit ein. Mit diesem Höhepunkt endete nach einem gemeinsamen Foto der Festakt.

Am Abend trafen wir uns mit einigen Schülern, die im Rahmen des Schüleraustausches schon in Wendlingen zu Gast waren, um gemeinsam auf dem Festivalgelände des Bergmannstages das riesige Feuerwerk anzuschauen.

Den letzten Tag der Ungarnreise verbrachten wir in Esztergom. Hier besichtigten wir die beeindruckende Basilika, die sich direkt neben unserem Hotel befand. Sie ist die größte Kirche Ungarns und steht auf Platz 18 der Liste der größten Kirchen der Welt. Hier konnten wir viele Eindrücke sammeln, vom imposanten Kirchenbau über die Schatzkammer bis hin zur Krypta. Wer Lust hatte, konnte auch noch die vierhundert Treppenstufen hinauf zur Kuppel steigen, um dort einen wunderschönen und sonnigen Ausblick auf die Donau zu genießen. Die Anstrengung hat sich auf jeden Fall gelohnt.

Daraufhin ging es mit dem Bus weiter Richtung Visegrád, wo wir auf der Zitadelle das „Knie der Donau“ bestaunen durften. Kurz darauf nahmen wir, also „König“ Bürgermeister Steffen Weigel und sein „Hofstaat“, in einem mittelalterlichen Gasthaus ein Mittagmahl zu uns, das unseren Gaumen besonders mundete. Auf Wunsch konnte man sich als Knappe, Hofdame, Gaukler oder Ritter verkleiden, was wir dann auch taten. Wir ließen es uns auch nicht nehmen, ein kleines Tänzchen vorzuführen. Nachdem das mittelalterliche Spektakel ein Ende fand und alle gesättigt waren, konnten wir die Reise fortsetzen und erreichten kurz darauf das Endziel dieses Tages: das Heimatmuseum der Donauschwaben aus Dorog. Auf uns wartete ein gemütliches und freundliches Beisammensein mit den Gastgebern im Hof des Heimatmuseums. Zusammen konnten wir die untergehende Sonne bei ungarischen Köstlichkeiten genießen. Es wurde bis tief in die Nacht hinein getanzt, gesungen, gespeist und getrunken.

Wir bedanken uns beim Freundeskreis Dorog-Wendlingen und der Stadt Wendlingen am Neckar für die Möglichkeit, unsere Partnerstadt besuchen zu dürfen und dort gemeinsam mit den Gastgruppen das Band der Partnerschaft zu stärken. Wir freuen uns natürlich auf ein Wiedersehen.