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Banater Post

Glogowatzer Marienkrone in Maria Vesperbild

Die Trachten- und Fahnenträger der Pilgergruppe vor dem Marienaltar der Wallfahrtskirche, mit im Bild ganz links Anna Maurer, die sich um die Wiederbelebung der Wallfahrt nach Maria Vesperbild verdient gemacht hat, zusammen mit der Kreisvorsitzenden Dr. Hella Gerber (Bildmitte). Neben ihr Wallfahrtsdirektor Erwin Reichart, der den Gottesdienst so gestaltet hat, wie er von unseren Landsleuten gern angenommen wird. Foto: Dinu Ticulescu

Mehrere Glogowatzer Generationen und die Ausreise nach Deutschland hat diese Marienkrone überlebt, die stolz von Antonia bei der Prozession und während des Gottesdienstes getragen wurde. Foto: Yvonne Dornstauder

Der Prozessionszug mit Kreuz, Marienkronen, Marienstatue, Kirchen- und Vereinsfahnen wurde von der Musikkapelle der Banater Schwaben Augsburg begleitet. Foto: Dinu Ticulescu

Am Sonntag vor Mariä Heimsuchung (2. Juli) nahmen über 200 Banater und Freunde des Kreisverbandes Augsburg an einer Marienwallfahrt nach Maria Vesperbild, der Basilika unweit von Augsburg, teil. Damit wurde eine langjährige Tradition der Banater Landsleute im Raum Augsburg nach einer zehnjährigen Unterbrechung wieder aufgenommen dank der Initiative der Kreisvorsitzenden Dr. Hella Gerber und der Hilfe der HOG Glogowatz. Anna Maurer, die seit 1985 bei allen Wallfahrten helfend dabei war, und ihr Bruder Josef Haidt sorgten dafür, dass das alte Wallfahrtsliedgut und die traditionellen Gebete und Bitttexte wiederbelebt werden konnten, die von den Glogowatzern in einem
eigenen handlichen Büchlein gedruckt festgehalten wurden.

Die Teilnehmer waren privat und mit einem Bus aus Augsburg angereist, in dem die Gruppe sich mit Gebeten gemeinsam auf die Pilgerfahrt begeben konnte. Zur Prozession versammelten sich die Wallfahrer beim Pilgerweg am Hang vor der Kirche, wo alle von der Kreisvorsitzenden Dr. Hella Gerber herzlich begrüßt wurden. Frauen in schwäbischer Festtracht – Silke Latzo und Lia Fuchs in Nitzkydorfer, Katharina Eisele in Saderlacher, Aniko Oster in alter ungarndeutscher Sonntagstracht aus Willand (Braunau) und Barbara Sandner in Sanktmartiner Tracht – zeigten im Prozessionszug wieder traditionell die Muttergottesstatue auf Rosenschmuck. Ein Mädchen, Antonia Lump, trug die nun schon 120-jährige Marienkrone mit Brosche aus Glogowatz, die Generationen, das halbe Jahrhundert Kommunismus und die Aussiedlung gut überstanden hat. Zwei Mädchen in Kommunionkleidern, Sarah Sobotta und Desiree Lakota, beide in der Kindertanzgruppe des Kreisverbandes dabei, trugen eine zweite Marienkrone im Prozessionszug vor der Marienstatue. Dem alten Banater Brauch gemäß wurde das geschmückte „Glogowatzer Kreuz“ vorausgetragen, diesmal von Magdalena Schlechter. Wie früher folgte eine Gruppe Männer mit Vereins- bzw. Ortsfahnen (Fahnenabordnungen des Kreisverbandes Augsburg, der HOG Glogowatz und der HOG Nitzkydorf), im Mittelpunkt stand die Marienfahne, getragen von Peter Leprich.

Vor dem Einzug in die Wallfahrtskirche wurde die Pilgerschar von Wallfahrtsdirektor Geistlicher Rat Erwin Reichart empfangen und herzlich begrüßt. Zum Eintritt in die Kirche erklang das Lied „Großer Gott wir loben dich“, gesungen vom Seniorenchor der Banater Schwaben Augsburg und begleitet von der
Musikkapelle der Banater Schwaben Augsburg unter der Leitung von Werner Zippel.

Die Festmesse bei vollem Gotteshaus zelebrierte dankender Weise Wallfahrtsdirektor Reichart, der in seiner Predigt berührende Worte fand und die Pilger beeindruckte. Musikalisch gestaltet wurde die Messe vom Banater Seniorenchor und Werner Zippel an der Orgel.

Nach dem Gottesdienst wurde der Kreuzweg gebetet, begleitet mit traditionellem Liedgut und Musik. Die Gebete sprach Anna Maurer, unterstützt von ihrem Bruder, der auch für die Verstärkeranlage gesorgt hatte. Unweit der Grotte, an einem hohen Steinkreuz, wurde ein Kranz seitens des Kreisverbandes von Franz Schlechter, Vorsitzender der Heimatortsgemeinschaft Glogowatz, und
Johann Kiss (Sanktanna) niedergelegt zum Gedenken an alle unsere Toten. Die Musik spielte das alte
Kameraden-Lied. Dort steht gegenüber seit 1995 die Gedenktafel, die von den Banater Senioren aufgestellt wurde unter dem damaligen Trachtenpfleger Georg Biringer in Erinnerung an zehn Jahre Wallfahrt in der neuen Heimat.

Die Neuaufnahme der Tradition wurde sehr gut aufgenommen, es war ein ergreifendes Erlebnis und schönes Erinnern. Es soll daher im nächsten Jahr wieder stattfinden.

Zum Abschied bedankten sich die Hauptveranstalterinnen Gerber und Maurer bei allen Mitwirkenden und schenkten den Wallfahrerinnen die gesegneten Rosen.