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Banater Post

Ausstellung „Die Bilderwelt des Banater Malers Franz Ferch“

Bilderkatalog mit 264 Reproduktionen auf 228 Seiten

Am 11. Juni 2000 wurde anlässlich des Heimattages im Foyer der Ulmer Donauhalle eine Gedenkausstellung zum 100. Geburtstag des Banater Malers Franz Ferch gezeigt. Aus dem umfangreichen Skizzenwerk des Künstlers wurden in der von Walther Konschitzky und Joseph Ed. Krämer gestalteten Ausstellung über hundert Zeichnungen, Aquarelle, Guachen und Pastelle präsentiert.

Achtzehn Jahre später steht das künstlerische Werk Franz Ferchs erneut im Mittelpunkt einer Ausstellung im Rahmen des Heimattages 2018. Die Ausstellung „Die Bilderwelt des Banater Malers Franz Ferch“ ist Teil eines von Peter Krier initiierten und koordinierten Projekts, zu dessen Komponenten auch die Herausgabe eines Bilderkatalogs mit 264 Reproduktionen sowie die Einrichtung einer Website (URL: franz-ferch.wixsite.com/malerei) gehören. Für Konzeption und Gestaltung von Ausstellung, Katalog und Website zeichnet Hans Rothgerber verantwortlich. Das Projekt wurde vom Hilfswerk der Banater Schwaben, der Landsmannschaft der Banater Schwaben und vom Haus des Deutschen Ostens München gefördert und in Partnerschaft mit dem Kunstmuseum Temeswar und dem Banater Nationalmuseum Temeswar realisiert.

Ziel des Projekts ist es, das Kunstwerk Ferchs, einer der bedeutendsten Maler der Banater Schwaben und des Banats überhaupt, bekannt zu machen, seine Bilderwelt einem breiten Publikum zu erschließen und nicht zuletzt auch zum Erhalt des Ferchschen Œuvres beizutragen. Franz Heinz schreibt über Ferch: „Er wollte ein Maler der Banater Schwaben sein, und er war es geworden. Ist es viel? Ist es wenig? Es war jahrelang ein unsicheres Brot und dann ein bitteres. Aber er hatte alle Erfüllung in diesem Landstrich gesucht.“

Der Künstler selbst schätzte, dass in fünf Jahrzehnten künstlerischer Tätigkeit rund 600 Bilder entstanden sind. Es liegt weder ein genaues Verzeichnis der Werke noch der jeweiligen Besitzer vor. Ein Großteil der nach dem Zweiten Weltkrieg entstandenen Bilder befindet sich im Kunstmuseum und im Banater Nationalmuseum Temeswar sowie im Besitz öffentlicher Institutionen in Rumänien. Die frühen Arbeiten haben fast ausnahmslos private Käufer gefunden. Ein weiterer Teil seines Werkes befindet sich im Besitz der Nachkommen. Kein leichtes Unterfangen also das umfangreiche und in mehreren Ländern verstreute Werk des Künstlers zu erfassen. Durch intensive Recherchen und zahlreiche Kontakte ist es Peter Krier gelungen, viele Besitzer von Ferch-Bildern ausfindig zu machen und für das Vorhaben zu gewinnen. Rund 10000 Kilometer war er mit Hans Rothgerber kreuz und quer durch Deutschland und bis nach Rumänien zu über 70 Adressen unterwegs, wo Bilder des Malers hängen. Schlussendlich konnten 264 Gemälde des Meisters fotografisch erfasst und in dem Katalog veröffentlicht werden, darunter mehrere Bilder, die bisher nicht öffentlich bekannt waren. Im Laufe der Erkundungen zeigte sich auch, dass mehrere wichtige Werke Ferchs nicht mehr auffindbar sind.

„Von Anfang an war klar, dass unsere Ressourcen für eine Ausstellung mit Originalen nicht ausreichen“, erläutert Hans Rothgerber das Vorhaben. „Doch neue, hochwertige und erschwingliche Materialien im Großformatdruck erlauben eine plakative und zeitgemäße Darstellung von Bildwerken. Die Vorrichtungen zur Schau der Bildplakate sind derart, dass sie sich in den verschiedenen Räumlichkeiten der geplanten Ausstellungen flexibel aufstellen lassen.“

Die Ausstellung „Die Bilderwelt des Banater Malers Franz Ferch“ wird an drei Orten gezeigt: zunächst im Banater Seniorenzentrum „Josef Nischbach“ in Ingolstadt, wo sie am 21. April eröffnet wurde und noch bis zum 16. Mai zu sehen ist, dann beim Heimattag der Banater Schwaben am 20. Mai im Foyer der Donauhalle und schließlich vom 30. Mai bis 16. Juni im Adam-Müller-Guttenbrunn-Haus in Temeswar. Der Bilderkatalog kann beim Heimattag erworben werden.

Vortrag von Franz Heinz: Annäherungen an Ferch

Als Begleitveranstaltung zur Ausstellung in Ulm findet am Pfingstsonntag um 13 Uhr im Konferenzraum 2 ein Vortrag von Franz Heinz statt, der die Überschrift trägt: „Annäherungen an den Maler Franz Ferch“. Der Schriftsteller und Publizist Franz Heinz kannte den Maler persönlich und hat wiederholt über ihn geschrieben und veröffentlicht. Das Südostdeutsche Kulturwerk München brachte 1988 seine monografische Studie „Franz Ferch und seine Banater Welt“ heraus. Drei Jahre später war er für die Redaktion des von Walter Engel herausgegebenen Katalogs „Franz Ferch – Mensch und Werk. Bilder aus dem Banat“ zuständig, der zu der Ausstellung im Haus des Deutschen Ostens Düsseldorf erschienen ist. Zudem liegt aus seiner Feder eine bisher unveröffentlichte Erzählung mit dem Titel „Ufer mit Ferch“ vor. Die Erzählung ist zwar nicht als Biografie des Malers Franz Ferch zu verstehen, sie enthält allerdings Ereignisse, Schicksale und Verwerfungen, die bis ins Einzelne der erlebten Wirklichkeit entnommen sind.