Landsmannschaft der Banater Schwaben e.V.

ABGESAGT !!! Festveranstaltung „Mit der Prägnanz kleistischer Sprachkunst“

02.04.

19:00 -
21:00

Veranstalter: Haus des Deutschen Ostens und weitere Beteiligte
Ort: München

ABGESAGT !!!

Grußworte: Professor Dr. Andreas Weber (Direktor des HDO), Dr. Florian Kührer-Wielach (Direktor des IKGS), Ramona Chiriac (Generalkonsulin Rumäniens in München)

Szenische Lesung: Josef Balazs (Nürnberg), Hannes Höchsmann (Bruchsal)

Musikalische Darbietung: Peter Clemente (Violine) und sein String Quintet (München)

Moderation: Josef Balazs (Nürnberg)

 

Veranstaltungsort: Adalbert-Stifter-Saal im Kulturforum des Sudetendeutschen Hauses, Hochstraße 8, 81669 München

 

Dr. h. c. Hans Bergel (geb. 1925 in Rosenau bei Kronstadt/Brașov, Siebenbürgen), eine der bedeutendsten Persönlichkeiten der Siebenbürger Sachsen, wird mit dieser Festveranstaltung in Anerkennung seines umfangreichen literarischen Schaffens geehrt. Seine erste Erzählung „Fürst und Lautenschläger – Eine Erzählung aus dem Siebenbürgen des 17. Jahrhunderts“, die 1957 in Bukarest publiziert wurde, markierte eine Zäsur im Leben des damals jungen Autors. Die kommunistischen Machthaber Rumäniens unterstellten Bergels Werk eine politische Doppeldeutigkeit. Während des Kronstädter Schriftstellerprozesses 1959 war dies einer der Vorwände zu seiner Verurteilung zu 15 Jahren Zwangsarbeit. Fünf Jahre später aus der Haft entlassen, konnte Bergel 1968 dank dem Engagement von Günter Grass Rumänien verlassen und nach Deutschland ausreisen.

1971–1989 war Hans Bergel Chefredakteur der Siebenbürgischen Zeitung. Mehrere Amtsperioden fungierte er als Stellvertretender Bundesvorsitzender des Verbandes der Siebenbürger Sachsen in Deutschland e.V. Von 1990 bis 2009 gab er für das Südostdeutsche Kulturwerk (seit 2001 IKGS) die „Südostdeutschen Vierteljahresblätter“ (seit 2006 als „Spiegelungen“) heraus.

Seine Romane, Erzählungen, Novellen, Gedichte, Essays, Tagebuchnotizen, Übersetzungen und Briefe, die vom Gedanken der Interkulturalität geprägt sind, erschienen in mehreren europäischen Ländern.

Während seines langen Lebens wurden Hans Bergel viele Ehrungen und Preise verliehen. 1986 erhielt er das Bundesverdienstkreuz am Bande, 2001 die Ehrendoktorwürde der Universität Bukarest. 1996 ernannte man ihn zum Ehrenbürger von Kronstadt. 2012 wurde Hans Bergel erster Träger des Preises „Der Schriftsteller Kronstadts“.

Der literarische Teil der Ehrung wird von Josef Balazs und Hannes Höchsmann in Form einer szenischen Lesung aus Hans Bergels Texten bestritten. Dabei soll das belletristische Werk des Geehrten zum Publikum sprechen. Im musikalischen Teil findet die Uraufführung des Streichquintetts „Siebenbürgen“ des walisischen Komponisten Dafydd Bullock durch Peter Clemente und sein String Quintet statt. Die Festveranstaltung klingt aus mit einem anschließenden Empfang im Otto-von-Habsburg-Foyer des Sudetendeutschen Hauses. Es besteht die Möglichkeit, Werke von Hans Bergel durch den Autor signieren zu lassen.

Anmeldung bis zum 30. März 2020 per E-Mail unter poststelle@hdo.bayern.de oder telefonisch unter 089-449993-0 erforderlich

 

In Kooperation mit: Institut für deutsche Kultur und Geschichte Südosteuropas (IKGS) an der LMU München, dem Generalkonsulat von Rumänien in München und dem Verband der Siebenbürger Sachsen in Deutschland e.V.

 

Josef Balazs studierte Germanistik und Romanistik an der Universität Hermannstadt und ist freischaffender Autor und Moderator. Er ist u.a. Mitherausgeber des Fotobandes „Der befestigte Glaube. Kirchenburgen in Siebenbürgen“ (2018). Seine Beiträge erschienen in der MATRIX, in der Siebenbürgischen Zeitung sowie in der AdZ für Rumänien. Zu einer festen Institution im Nürnberger Kulturleben wurden seine Literatur-, Konzert- und Theaterprojekte.

 

Hannes Höchsmann studierte Germanistik und Anglistik an der Universität Hermannstadt und wirkte seit 1979 als Schauspieler bei der Deutschen Abteilung des dortigen Staatstheaters. Hier trat er neben den großen Namen der Hermannstädter Bühne wie Luise und Hans Pomarius, Christian Maurer und Hanns Schuschnig auf. 1986 debütierte Hannes Höchsmann auf der Badischen Landesbühne in Bruchsal, zu deren Ensemble er, als Hauptdarsteller in den Rollen des klassischen und modernen Repertoires, bis zu seinem Ruhestand 2017 gehörte.

 

Peter Clemente (Violine) studierte an den Musikhochschulen in München und Saarbrücken. Als Solist gewann er zahlreiche Preise, unter anderen beim Bundeswettbewerb „Jugend musiziert“ und beim Internationalen Violin-Wettbewerb „Michelangelo Abbado“ 1992 in Sondrio (Italien). Seit 1996 ist Peter Clemente Konzertmeister und Solist der „Münchner Kammersolisten“. 1986 gründete er das „Clemente Trio“, mit dem er unter anderem in der Alten Oper Frankfurt, im Concertgebouw Amsterdam, im Musikverein Wien und in der Carnegie Hall in New York auftrat.

 

Foto: © Josef Balazs, Nürnberg