Am 7. Februar 2026 beging Reinholdt Lovasz seinen 70. Geburtstag und begab sich als Seelsorger der Seelsorgeeinheit Schwetzingen – Oftersheim – Plankstadt in Ruhestand.
Im Jahr 2005 hatte ihn der damalige Leiter der Seelsorgeeinheit, Pfarrer und Dekan Wolfgang Gaber, aus dem nahen Waibstadt in die Seelsorgeeinheit geholt. Er kannte seine besonderen Fähigkeiten als Seelsorger von einer früheren kurzzeitigen Kaplanszeit und wollte mit ihm einen guten Mitarbeiter an seiner Seite haben.
Und nun – 20 Jahre später – ist die Zeit für Reinholdt Lovasz gekommen, Abschied zu nehmen und den Ruhestand anzutreten. Viele Gemeindemitglieder werden das bedauern, aber es gehört zum Lauf der Zeit, dass auch Dienstjahre übergehen in Zeiten mit weniger Betriebsamkeit und Pflichten.
Allen aber, die traurig Abschied nehmen, möge es ein Trost sein, dass Reinholdt Lovasz „im Lande“ bleibt und selbstverständlich auch bereit ist, auf Anfrage Gottesdienste und Vertretungen zu übernehmen, wenn Not am Mann ist. Seinen künftigen Wohnsitz wird er in Eppelheim nehmen und damit ist er ja nicht aus der Welt. Auch ihm ist das ein Trost, denn auch er hat in den zwei Jahrzehnten viele Kontakte geknüpft und Freundschaften gewonnen, die auch weiterhin gepflegt werden können.
Schauen wir auf den Lebenslauf des Seelsorgers zurück:
Am 7. Februar 1956 wurde Pfarrer Reinholdt Lovasz, der Kooperator der Seelsorgeeinheit Schwetzingen - Oftersheim - Plankstadt in – Bakowa im Banat in Rumänien geboren. Im deutschsprachigen Umfeld wuchs er in einer intakten Familie und Dorfgemeinschaft heran. Seine Großeltern waren Landwirte und Winzer, die jedoch vom kommunistischen Staat enteignet worden waren. Zusammen mit seinem bereits 2010 verstorbenen Bruder, der hier in Plankstadt bestattet ist, verlebte Reinholdt Lovasz eine glückliche Kindheit mit liebenden Eltern, die für die Erziehung und Ausbildung ihrer Kinder große Opfer brachten.
Nach seiner deutschen Schulzeit in Bakowa besuchte er das Lyzeum für Bildende Kunst in der Kreisstadt Temeswar, welches er mit dem Bakkalaureat (Abitur) beendete. Früh stand sein Entschluss fest, Priester zu werden – in der damaligen Zeit des offiziellen Atheismus in Rumänien keine einfache Entscheidung. So versuchte die Securitate (der rumänische Geheimdienst), ihn von diesem Wunsch abzubringen.
In Bistritz musste er mit anderen Theologiestudenten seinen Wehrdienst ableisten. Auch hier hatte er, zusammen mit anderen Kollegen, mancherlei Schikanen zu ertragen. Aber gerade unter diesem Druck beim Militär hat er manche Freunde unter den Theologiestudenten anderer Konfessionen gewonnen. Nach der Priesterweihe 1982 war er zunächst drei Monate als Kaplan in der Kreisstadt Reschitza eingesetzt, dann ab 1983 zunächst als Pfarradministrator und nach der Pfarrprüfung bis 1997 als Pfarrer in Karansebesch. Von 1990 bis 1997 war er zudem Dekan des Severiner Dekanats. Von 1997 bis zu seiner Übersiedelung nach Deutschland war er Bischöflicher Kanzler im Ordinariat der Diözese Temeswar und Dekan des Dekanats Tschanad.
Seine wichtigsten Aufgaben in unserer Seelsorgeeinheit sah Reinholdt Lovasz in den Bereichen Gottesdienst, Sakramentenspendung und der zugehörigen Katechese in Teamarbeit. Er war Ansprechpartner für die Ministranten, die Kirchenchöre in Plankstadt und Oftersheim, die Kolpingsfamilie Schwetzingen und die Jungen Erwachsenen (vor Corona). Sie bereiteten ihm in all den Jahren im Team viel Freude, ebenso wie die Begleitung von Seniorinnen und Senioren.
In seiner knappen Freizeit hat Reinholdt Lovasz über einen langen Zeitraum ebenso Beeindruckendes geleistet: Unlängst hat er ein zweibändiges Familienbuch seines südöstlich von Temeswar liegenden Heimatortes Bakowa vorgelegt, mit dem Ziel, den heutigen und künftigen in aller Welt verstreuten Generationen von Ortsbewohnern zu helfen, „leicht den Anschluss an ihre Wurzeln in den aus Bakowa stammenden Familien finden zu können“.
Das viel Kraft und Ausdauer erfordernde umfangreiche Werk wurde in zwölfjähriger mühevoller und kenntnisreicher Kleinarbeit geschaffen. Auch hier stand wieder nicht das eigene Ansehen im Vordergrund, sondern der Erhalt des heimatlichen Wissens für nachfolgende Generationen. In der Kulturgeschichte der Banater Schwaben spielt die Familie eine zentrale Rolle. Das Familienbuch zeigt, was unter dem Begriff „Familie“ verstanden wurde. Aus der Zusammenstellung lassen sich wesentliche demographische Merkmale der Dorfbevölkerung und die überschaubare Ordnung und Größe des Hauswesens herauslesen. An diesem umfangreichen Werk arbeitet Reinholdt Lovasz auch in Zukunft weiter.
Und so begleiten Reinholdt Lovasz alle guten Wünsche zu seinem Geburtstag und zu einem guten Übergang in den Ruhestand




















