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Heimatvertriebenenwallfahrt auf den Dreifaltigkeitsberg: Ein Fest des Glaubens und der Versöhnung

Referentin Helga Ritter (v.l.) mit Prof. Dr. Rainer Bendel, Dirigent Erich Meixner, Pfarrer Paul Kollar Foto: Natalino Malandrino-Meixner

Auch in diesem Jahr veranstaltete das St. Gerhards-Werk Stuttgart am 14. Juni 2026 eine Wallfahrt mit Gottesdienst für Heimatvertriebene und Aussiedler auf dem Dreifaltigkeitsberg bei Spaichingen. Zelebrant war Heimatpfarrer Paul Kollar, die musikalischen Akzente setzte der Darowaer Kirchenchor.

Den Einzug mit Fahne in die festlich geschmückte Wallfahrtskirche sowie einige einleitende Marienlieder gestaltete die von Franz Müller geleitete Blaskapelle „Dorfschwaben Musikanten Darowa“, die dem Gottesdienst eine besonders feierliche Note verlieh.

Die Veranstalter um Prof. Dr. Dr. Rainer Bendel stellten mit dem Motto „Eine Frau, auf ihrem Haupt ein Kranz von zwölf Sternen“ ein sehr aktuelles Thema der Weltpolitik in den Mittelpunkt der Begegnung. Pfarrer Kollar, der auch Geistlicher Beirat im Gerhardswerk ist, beleuchtete in seiner Predigt die verschiedenen Aspekte der Marienverehrung. Dabei stellte er einen treffenden Bezug zum Altarbild in der Dreifaltigkeitsbergkirche, aber auch zur Europaflagge mit ihren zwölf Sternen und zur Einheit Europas in einer christlich geprägten Welt her.

Unterstützt an der Orgel durch den langjährigen Spaichinger Kirchenmusikdirektor Georg Fehrenbacher gelang es auch dem Darowaer Kirchenchor unter der souveränen Leitung seines Dirigenten Erich Meixner, die knapp 100 Gottesdienstbesucher mit der Deutschen Messe von Franz Schubert zu begeistern. Erstmals wurde dabei auch der wunderschöne Schlussgesang „Herr, du hast mein Flehn vernommen …“ dargeboten, in dem Demut und Dankbarkeit gegenüber dem Schöpfer wie in kaum einem anderen kirchlichen Musikstück zum Ausdruck kommen.

Unmittelbar nach dem Gottesdienst fand im Pilgersaal eine kleine musikalische Serenade mit Banater Volksliedern statt. Die Sängerinnen und Sänger des Darowaer Kirchenchors trugen diese in vierstimmigem Gesang vor.
Im Anschluss hielt Helga Ritter einen Vortrag über das Wallfahren im Banat und in der neuen Heimat. Besonders interessant für die Besucher waren die dargestellten Beispiele zur Nutzung des Mitmachbuches „Das Banat wieder erkunden und entdecken“, die anhand der von Helga Ritter bereitgestellten iPads vorgestellt wurden. Dabei zeigte sich auch die Vielfalt der Möglichkeiten des digitalen Lernens mit diesem reichhaltigen und schier unerschöpflichen Schatz der Banater Erinnerungs- und Lebenswelt.

Die Landsleute in der Region sind glücklich und dankbar, dass das von Pater Wendelin Gruber begründete Gelübde jedes Jahr in dieser Form erneuert und im Rahmen eines Wallfahrtsgottesdienstes gefeiert wird. Ein abschließender Vortrag zu aktuellen Themen aus neueren Veröffentlichungen mit geschichtlichem oder kulturellem Hintergrund bietet darüber hinaus die Möglichkeit, Neues zu erfahren und zu lernen.

Und natürlich bleibt auch Zeit, sich mit Bekannten und Freunden auszutauschen und so einen schönen Sonntag im Zeichen eines Festes des Glaubens und der Versöhnung zu erleben. Dafür danken die Teilnehmer allen, die diese Veranstaltung vorbereiten, unterstützen und zu ihrem Gelingen beitragen.