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Emotionale Brücke zur alten Heimat: Blasmusikkonzert im Herzogenriedpark Mannheim

In der Mannheimer Konzertmuschel präsentierten sich die Siebenbürger Musikanten Pfungstadt unter der Leitung von Hans-Dieter Wagner als klanggewaltige Großformation. Foto: Cornel Simionescu-Gruber

Das traditionelle Blasmusikkonzert ist ein fester Höhepunkt im Kulturkalender der Region. Am Sonntag, den 19. Juli 2026, lockte die 22. Auflage der Veranstaltung zahlreiche Musikbegeisterte in den Mannheimer Herzogenriedpark. Die dortige Konzertmuschel inmitten der grünen Idylle bot dafür ein wunderschönes Ambiente. Vor dieser besonderen Kulisse bescherten zwei Kapellen den Besuchern ein sommerliches Open-Air-Erlebnis voller Heimatverbundenheit.

Das musikalische Großereignis wird vom Ministerium des Inneren des Landes Baden-Württemberg gefördert. Es stand unter der Schirmherrschaft der Landsmannschaft der Banater Schwaben und wurde von Richard Jäger, dem Vorsitzenden des Landesverbandes Baden-Württemberg, in Zusammenarbeit mit dem Kreisverband Mannheim organisiert. Vom Bundesvorstand der Banater Schwaben beehrte der stellvertretende Bundesvorsitzende Jürgen Griebel mit seiner Familie das Ereignis. Nicht nur Banater Landsleute und Siebenbürger Sachsen gaben sich in Mannheim ein Stelldichein, unter den Parkbesuchern fanden sich auch viele Zaungäste, die innehielten, lauschten oder gar ein Tänzchen wagten.

Den Auftakt machten die „Notenvagabunden“ aus Rastatt unter der Leitung von Josef Reinholz. Ihr vielseitiges Repertoire spannte den Bogen von klassisch böhmisch-mährischen Komponisten wie Ernst Mosch, Jaromir Vejvoda, Antonin Borovicka bis hin zu zeitgenössischen Tonschöpfern wie Mathias Rauch, Mathias Gronert oder den aus dem Banat stammenden Helmut Kassner, Nick Loris und Josef Schmalz. Das Sängerduo Monika Lorenz und Norbert Hann verlieh den Arrangements mit melodischem Gesang eine besondere Tiefe. Die Musiker, die auf eine stattliche Anzahl von Jahren aktiven Wirkens zurückblicken, nahmen das Publikum mit auf eine ebenso flotte wie verträumte Klangreise.

Im zweiten Teil des Konzerts präsentierten sich die Siebenbürger Musikanten Pfungstadt unter der Leitung von Hans-Dieter Wagner als klanggewaltige Großformation. Die traditionellen, aufwendig gestickten Trachten waren dabei ein optischer Höhepunkt. Während der Darbietung übernahm die sympathische und wortgewandte Sängerin Anitta Krafft-Daniel auch die Moderation für ihr Ensemble – eine Doppelrolle, die sie mit Bravour meisterte. Zusammen mit dem Dirigenten Hans-Dieter Wagner begleitete sie die kraftvollen Klänge mit temperamentvollem Gesang. Neben flotten Polkas und gefühlvollen Walzern im Stile der Egerländer Musikanten standen auch emotionale Heimatlieder im Mittelpunkt. Das Publikum stimmte begeistert und textsicher in Stücke wie „Urlaubsschein“ oder „Kannst du Knödel kochen“ ein. Bei der Zugabe mit dem Hit „Auf der Vogelwiese“ hielt es keinen mehr auf den Plätzen, es wurde lauthals mitgesungen.

Als Gesamtmoderatorin glänzte mal wieder die charmante Eva Jauch aus Jahrmarkt. Mit Witz und feinsinnigem Humor führte sie durch den Nachmittag und brachte das Publikum immer wieder zum Lachen. Ihre pointierten Anekdoten passten perfekt zu den Stücken und verliehen dem Konzert eine nahbare, herzliche Note. 

Das einzigartige Ambiente im Herzen des Parks machte die Veranstaltung zu einem Fest für alle Sinne. Während die vertrauten Weisen durch das grüne Areal hallten, genossen die Besucher die Kombination aus Blasmusik und entspannter Naturidylle.

Zum Abschluss würdigte der Landesvorsitzende Richard Jäger die Leistung der Ensembles und überreichte beiden Kapellen eine Ehrenurkunde des Landesverbandes Baden-Württemberg für ihr langjähriges musikalisches Wirken.

Mit scharfem Blick und modernster Technik hielt Cornel Simionescu-Gruber, Referent für Foto und Dokumentation im Landesvorstand der Banater Schwaben Baden-Württemberg, die Veranstaltung filmisch fest, während viele Gäste mit ihren Smartphones eigene Momente einfingen. 

Gegen 18.30 Uhr endete das Konzert mit herzlichen Dankesworten. Unter anhaltendem, tosendem Applaus würdigte das Publikum die Musiker und die glänzende Moderation.

So ging ein herrlicher Nachmittag viel zu schnell zu Ende. Für die meisten Zuhörer bot diese musikalische Zeitreise nicht nur eine gelungene Auszeit vom Alltag, sondern auch eine tiefe emotionale Brücke zur alten Heimat.