Alle zwei Jahre lädt das Donaubüro Ulm/Neu-Ulm Anfang Juli zum Internationalen Donaufest ein. Zehn Tage lang herrscht auf beiden Seiten des Donau-Ufers reges Treiben, wenn sich 420 000 Besucher zwischen 90 Ständen mit Kulinarik der Donaustaaten, Kunsthandwerk, Musik sowie Themenzelten bewegen. Viele internationale Künstler, bekannte Schriftsteller, in diesem Jahr Robert Menasse aber auch die Banater Schwäbin Katharina Eismann, und Kulturgruppen, Alt-OB Gunter Czisch als Jazzer, treten auf und alle Veranstaltungen kosten keinen Eintritt. Das Herzstück ist der Markt der Donauländer. Er spiegelt die Grundidee des Internationalen Donaufestes wider, die Vielfalt der Kulturen, Musik und Tanzformen sowie Lebensstile entlang der Donau zu vermitteln. Dabei stehen die Einheit in der Vielfalt, die Idee der kulturellen Zusammenarbeit in Europa und die Stärkung des Zusammenhalts im Donauraum im Mittelpunkt.
Eröffnet wurde das 14. Internationale Donaufest am 3. Juli auf einer Ulmer Schachtel auf der Donau. Die beiden Oberbürgermeister, Katrin Albsteiger, Neu-Ulm, und Martin Ansbacher, Ulm, begrüßten die Gäste, begleitet von acht Trompetern, die die Donaufest-Fanfare und die Europa-Hymne spielten. Zuvor hatte es eine Schweigeminute für all die Menschen gegeben, die nicht das Glück haben, in Frieden zu leben. Der Festakt zur feierlichen Eröffnung des Festes fand im Edwin Scharff-Haus in Neu-Ulm statt. Festredner war der ehemalige Präsident des Europäischen Parlaments Martin Schulz, der Toleranz, Respekt und Dialog als notwendige Brücken für ein friedvolles Leben im Donauraum ausmachte. Das Grußwort des Ministerpräsidenten überbrachte Staatssekretär Raimund Haser MdL, der aufgrund seiner Familiengeschichte mit donauschwäbischen Wurzeln aber auch aufgrund seiner persönlichen Überzeugung die Donauraumstrategie zum Miteinander der Völker und Staaten entlang dieses Flusses unterstützt. Bewegend eine Direkt-Schalte zu einem Musiker im umkämpften Charkiw in der Ukraine.
Beim Flanieren entlang der Donau konnte man die Stände der Winzer aus Villany in Südungarn entdecken, wo immer wieder Banater Schwaben Halt machen, den Stand der Donauschwaben mit der Bratwurst, gut besucht, einen Langosch-Stand, schmackhaft und teuer, aber auch einen Infostand des Generalkonsulats von Rumänien in Stuttgart mit Generalkonsul Dr. Vlad Vasiliu oder das Info-Zelt des Donauschwäbischen Zentralmuseums Ulm mit Direktor Tamas Szalay und seinem Team. Interessenten schauten immer vorbei und das konnten der Botschafter Kroatiens oder der stellv. Premierminister der Republik Moldau sein oder die vielen Bürger aus der Region, die am Abend in Massen auf das Fest strömten. OB Ansbacher war erfreut, auch die Vertreter der Landsmannschaft begrüßen zu können.
Donau-Jugend-Büro
Dr. Swantje Volkmann, die Kulturreferentin am DZM, ist mit dem Internationalen Jugendcamp auf Neu-Ulmer Seite stationiert. Mehr als 80 Jugendliche aus 13 Donaustaaten mit ihren Deutsch-Lehrern und Betreuern machten mit und entdeckten in diesen Tagen, wie nah sie sich eigentlich sind. Da wurde musiziert, getanzt, Theater gespielt. Aus Rumänien waren Jugendliche aus Galatz, Reschitza, Temeswar und Sathmar dabei. Eine Betreuerin kommt regelmäßig aus Temeswar angereist. Vor vielen Jahren war sie als Jugendliche dabei, jetzt nimmt sie sich Urlaub, um hier junge Leute zu betreuen und den europäischen Geist dieses Camps weiterzugeben. Kein Wunder ob dieses Engagements, dass während dem Donaufest der Staatssekretär für politische Koordination und Internationales im Staatsministerium Baden-Württemberg, Florian Hassler, mit einem Förderbescheid für die Einrichtung eines Donau-Jugend-Büros nach Ulm und Neu-Ulm angereist war. „So sollen bestehende Jugendbegegnungen weiterentwickelt und vertieft, neue Partnerschaften zwischen Schulen und Bildungseinrichtungen aufgebaut und junge Menschen aus den Donauländern miteinander vernetzt werden,“ sagte Hassler. Es würden Räume entstehen, in denen europäische Werte, demokratisches Miteinander und interkulturelles Verständnis praktisch erlebt werden. Für Baden-Württemberg sei dieses Engagement von großer Bedeutung. „Diese Förderung ist eine große Anerkennung für die langjährige, nachhaltige Jugendarbeit im Donauraum und ein starkes Signal in Richtung Zukunft unserer jungen Generation. Mein besonderer Dank gilt nicht nur Frau Dr. Swantje Volkmann für ihre wertvolle Pionierarbeit und ihrem Engagement für Jugendbegegnungsformate wie das Donaujugendcamp, sondern auch dem Donaubüro Ulm/Neu Ulm mit seinem Europe-Direct: Gemeinsam haben sie über Jahre tragfähige Strukturen, Vertrauen und grenzüberschreitende Netzwerke aufgebaut, die junge Menschen zusammenbringen und Europa erfahrbar machen,“ sagte Martin Ansbacher, Oberbürgermeister der Stadt Ulm.
Das Internationale Donaufest wird mittlerweile von 40 institutionellen Partner und 37 Sponsoren gefördert. Das zeigt, dass es auch für die Wirtschaft interessant geworden ist. Und wenn drei Bands aus Österreich in einem Aufruf zur „Wiener Melange“ beim Donaufest gesucht werden und dann gleich 92 Bewerbungen eingehen, unterstreicht das nur die Bedeutung des Festes für den gesamten Donauraum.










