Wer Helmut Bernath begegnet, merkt schnell: Alter ist für ihn nur eine Zahl. Mit 80 Jahren steht er noch immer fest im Leben und voller Tatkraft an der Spitze seiner HOG Kowatschi, deren Entwicklung er mit Einsatz, Erfahrung und Herzblut prägt.
Als sich das Leben auf dem Land nach dem Krieg allmählich normalisierte, wurde Helmut am 14. Juli 1946 in Kowatschi als erstes Kind von Anna und Matthias Bernath geboren. Dort besuchte er den Kindergarten und die Dorfschule bis zur vierten Klasse.
Danach wechselte Helmut auf die Gemeinschaftsschule in Sanktandres. Da tägliches Pendeln nicht möglich war, musste er die ganze Woche über im Internat leben. Umso schöner waren dann die Wochenende, wenn er am Samstagnachmittag nach dem Unterricht nach Hause zur Familie kam, zu der auch der drei Jahre jüngere Bruder Franz gehörte.
Nach der 7. Klasse folgte der Wechsel ins Nikolaus-Lenau-Lyzeum nach Temeswar, welches er mit dem Abitur erfolgreich abschloss. Anschließend nahm er ein Studium der Elektrotechnik am Temeswarer Polytechnikum auf. Nach dem Abschluss mit staatlichem Diplom arbeitet er als Dispatcher in der Firma „Electromotor“. Bis zu seiner Aussiedlung nach Deutschland im Jahr 1971 war er in der Firma als Koordinator und Verteiler von Aufgaben und Ressourcen tätig.
Im Juni 1972 heiratete er seine Frau Hilde, geborene Warak, auch aus Kowatschi. Es wurde eine große Hochzeit gefeiert, für die er mit seiner ganzen Familie aus Deutschland anreiste. Zwei Monate später konnte Hilde zu ihrem Helmut ausreisen. Aus der Ehe gingen die Söhne Andreas und Alexander hervor. Mittlerweile sind für Helmut seine Enkel Sophie und Henry sein größter Stolz. Sein Gesicht strahlt, sobald das Gespräch auf seine Enkelkinder kommt.
In Deutschland war er viele Jahre für die Firma Osram im Außendienst tätig. Mit seiner offenen, freundlichen und zugewandten Art gewann er das Vertrauen und die Wertschätzung von Kunden, Geschäftspartnern und Kollegen. Seine Aufgaben erfüllte er bis zu seinem Eintritt in den Ruhestand mit großem Engagement, hoher Fachkompetenz und persönlichem Einsatz. Durch seine Zuverlässigkeit und seine hilfsbereite Art war er ein geschätzter Ansprechpartner und Kollege. Heute lebt er in Edingen-Neckarhausen im Raum Heidelberg, wo er seinen Ruhestand genießt und Kontakte zu Familie, Freunden und ehemaligen Weggefährten pflegt.
Bei den aufreibenden Tätigkeiten in der Arbeitswelt blieb ihm kaum Freizeit übrig, die Familie kam oft zu kurz, und für ein Hobby war erst recht wenig Raum. Erst in späteren Jahren und im Ruhestand entdeckten Helmut und Hilde erneut die Freude am Tanzen. Für Tanzveranstaltungen der Banater Schwaben oder Siebenbürger Sachsen nehmen beide gerne auch weite Wege in Kauf. Als langjähriger Außendienstmitarbeiter sitzt Helmut immer noch gerne am Steuer und genießt jede Fahrt.
Seit vielen Jahren bringt sich Helmut Bernath auch in die Verbandsarbeit ein. 1995 kandidierte er bei den Neuwahlen für den Vorstand der HOG Kowatschi und wurde auf Anhieb gewählt. Den Vorsitz übernahm damals Michael Horn, Helmut wurde sein Stellvertreter. 2001 wurde er selbst Vorsitzender der HOG und ist es bis heute. Seither setzt er sich mit großem Engagement für den Erhalt und die Renovierung der katholischen Kirche in Kowatschi ein, die nach dem Weggang der Deutschen kaum benutzt wurde und in einen desolaten Zustand geraten ist. Durch Helmuts engagierten Einsatz wurden Spendengelder für die Sanierung gesammelt. Das beschädigte Dach wurde repariert und die Bausubstanz vor weiterer Feuchtigkeit geschützt. Danach wurde die Kirche nach und nach innen und außen renoviert.
Auf Helmuts Initiative wurde im Jahr 2010 ein Heimattreffen in Kowatschi organisiert, bei der auch die Kirchenrenovierung mit den rumänischen Behörden zur Sprache kam. Es wurde eine Busfahrt von Deutschland nach Kowatschi organisiert, an der viele ehemalige Kowatschier teilnahmen. Darüber hinaus reisten auch viele mit den eigenen Autos an. Das Fest im örtlichen Kulturheim wurde hauptsächlich von den rumänischen Bewohnern des Ortes organisiert. Dabei kamen genügend Spenden ein, sodass die Kirche bis Ende 2012 komplett saniert wurde.
Bei seiner Vorstandsarbeit erhielt Helmut große Unterstützung von Käthe und Andreas Angele. Die HOG-Treffen fanden mittlerweile ausschließlich in Sindelfingen statt und die Familie Angele war an deren Organisation und Durchführung maßgeblich beteiligt. Auch seine Ehefrau stand stets an seiner Seite, unterstützte ihn organisatorisch und hielt ihm den Rücken frei. Gemeinsam bildeten sie immer ein starkes Team: Während er nach außen wirkte, unterstützte sie ihn verlässlich in allen Belangen. Beide handelten mit großem Verantwortungsbewusstsein zum Wohle der HOG.
Acht Jahrzehnte Leben, geprägt von Tatkraft, Verlässlichkeit und ehrenamtlichem Einsatz: Helmut hat mit seiner Persönlichkeit die HOG Kowatschi über viele Jahre hinweg nachhaltig geprägt und tut dies auch heute.
Die HOG Kowatschi schätzt die Verdienste von Helmut Bernath, der sich seit vielen Jahrzehnten in außergewöhnlicher Weise für die Gemeinschaft einsetzt, und bis heute als Vorsitzender Verantwortung übernimmt. Zu seinem 80. Geburtstag wünscht sie ihm weiterhin viel Freude im Kreise seiner Familie, Zufriedenheit im Leben und noch viele erfüllte Jahre im Vereinsleben. Mit seinem unermüdlichen Einsatz, seiner Erfahrung und seiner Verbundenheit zum Verein ist Helmut für uns alle bis heute ein geschätztes Vorbild.









