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Zehn Jahre Förderverein Mutter-Anna-Kirche: Eine Jubiläumsfeier im Geiste der Dankbarkeit

Die Heilige Messe zelebrierten Pfarrer Josef Hell und Karl Zirmer. Die Blaskapelle der HOG Sanktanna gestaltete den Gottesdienst und spielte danach bis 19 Uhr zum Tanz auf. Fotos: Josef Budean

Der Vorstand beim Anschneiden der Jubiläumstorte, gebacken und gespendet von Konditormeister Stefan Tänzler.

Am 25. April 2026 feierte der „Förderverein Mutter-Anna-Kirche Sanktanna e.V.“ sein zehnjähriges Bestehen. Der Einladung ins Kulturgebäude Leingarten waren weit mehr als 300 Gäste gefolgt. Für die festliche Stimmung läuteten die Glocken der Heimat den Festtag ein. Der feierliche Gottesdienst zum Auftakt des Jubiläums legte ein Zauberband auf die Gäste. Unter den Blasmusikklängen von „Maria zu lieben“ zogen die Heimatpriester Karl Zirmer und Josef Hell mit den Ministranten und den  Fahnenabordnungen in die Kirche ein. Die Blaskapelle der HOG Sanktanna spielte altbekannte Kirchenlieder und Jürgen Abfalder begleitete an der E-Orgel den Gesang der Gottesdienstbesucher. Pfarrer Zirner würdigte in seiner Predigt den Einsatz und die Spendenbereitschaft seiner Landsleute für ihre Heimatkirche. Sie sei „ein heiliger Ort besonderer Art … ein wichtiger Erinnerungsort unseres Glaubens … ein kostbarer Schatz unserer Heimat“. Er sei überzeugt, dass der Einsatz für den Erhalt „dieses wundervollen Baus“ auch dabei helfen kann, „unseren Glauben zu erneuern, zu vertiefen“. Den Mesnerdienst übernahm Katharina Reiter.

Bei der Totenehrung ließ der Trauermarsch „Ewig Nacht“ unseren Gedanken und unseren Tränen freien Lauf. Das würdevolle Erinnern widerspiegelte sich auch in den Fürbitten, die Valentin Hell vortrug. Sie galten allen unseren Toten, und besonders jenen, „die zum Bau und zum Erhalt unserer Heimatkirchen beigetragen haben“. In einer anderen Fürbitte kam zum Ausdruck, was in der Satzung des Fördervereins verankert ist: „Hilf uns den kostbaren Schatz des Glaubens, den uns unsere Ahnen hinterlassen haben, treu zu bewahren und an die kommenden Generationen weiterzugeben“. Namentlich wurde auch an den verstorbenen Heimatpfarrer Andreas Straub gedacht. Unter seiner Initiative und Regie war die Innenmalerei der Mutter-Anna-Kirche 1972 erneuert und das Bilderprogramm der Kirche erweitert worden.

Das Lied „Sankt Anna voll der Gnade“ eröffnete den Reigen der Festansprachen. Der Vorsitzende des Fördervereins Herbert Hellstern begrüßte die anwesenden Ehrengäste: den stellvertretenden Bundesvorsitzenden der Landsmannschaft der Banater Schwaben Jürgen Griebel, die Kulturreferentin für den Donauraum Dr. Swantje Volkmann, der Betreuer des Kultur- und Dokumentationszentrums der Banater Schwaben Walter Tonța, die Vorsitzende der HOG Sanktanna Theresia Reiter, deren Ehrenvorsitzenden Josef Lutz und alle anwesenden HOG- und Kreisvorsitzenden. Danach gab er einen Einblick in die Entstehungsgeschichte des Fördervereins und seine Initiativen, Spenden und Zuschüsse zu generieren. Die Mutter-Anna-Kirche sei „weit mehr als nur ein Bauwerk“. Als „Ort des Glaubens“ zeuge sie „von der christlichen Tradition der damaligen Auswanderer“. Mit ihrer Sanierung würden nicht nur ein Gebäude erhalten, sondern „auch ein Stück Identität und ein Stück Dorf-Geschichte“, denn „Identität braucht Zukunft“. Er würdigte die Mitglieder, alle Förderer und Unterstützer des Vereins und seiner Sanierungsprojekte, Künstler, Musiker und Referenten und dankte in besonderer Weise dem Helferteam, das es möglich gemacht habe, die Benefizveranstaltungen zu organisieren, um Spenden zu erhalten. „Ein Förderverein braucht Menschen, die sich kümmern, die Verantwortung übernehmen, die für eine Sache brennen. Menschen, die sagen: Die Heimat ist es wert, sich zu engagieren. Menschen, die treu zu ihrer Heimat stehen“. Zum Schluss sprach er über die Finanzierung der Sanierungsmaßnahmen und gab einen Ausblick, wie es weiter geht. „Möge die Sanierung der Kirchenpatronin und der Stadt Sanktanna zur Ehre und Zierde sowie dem Gotteshaus der Gläubigen von Sanktanna zur Glorie gereichen“, war sein Geburtstagswunsch. 

Für den Bundesvorstand der Landsmannschaft sprach Jürgen Griebel von der Mutter-Anna-Kirche als „steinernes Herz einer Gemeinschaft“. Er würdigte die außergewöhnliche Erfolgsgeschichte des Fördervereins, der auf Initiative von Herbert Hellstern und der Projektleiterin in Sanktanna Marianne Hellstern das Unmögliche möglich machte. Er erinnerte an die wegweisende Begegnung des Bundesvorsitzenden Peter-Dietmar Leber mit Anton Bleiziffer bei Herbert Hellstern im Innenministerium Baden-Württemberg im Jahr 2016. Seine anerkennenden Worte für den Verein fanden dankbare Zuhörer: „viele Ideen, viele verwirklicht“. Er zeigte sich beeindruckt über die „beeindruckende Leistungsbilanz“ des Fördervereins, er habe „nicht nur Pläne geschmiedet“, sondern auch „Taten folgen lassen. Durch das Engagement des Vereins sei es gelungen, „die Brücke zwischen der alten und der neuen Heimat stabil zu halten.“ Seine  persönlichen Worte an den Vorstand, die Spender und Partner, lauteten: „Sie bewahren die Geschichte und die Würde einer ganzen Volksgruppe. Dank Ihres Wirkens wird die Mutter-Anna-Kirche auch für künftige Generationen als Leuchtturm im Banat bleiben“. 

Bevor „Sankt Anna voll der Gnade“ erklang, überbrachte Sebastian Hell die Grußworte aus der alten Heimat von Domkapitular Andreas Reinholz, Pfarrer in Maria Radna und Sohn Sanktannas. Er schickte herzliche Grüße mit den Worten: „Der heutige Tag ist ein Tag des Dankes, der Freude und der Erinnerung“. Er habe die Sanierungsarbeiten vor Ort mit großem Interesse verfolgt und im Gebet begleitet und spreche dem gesamten Vorstand, den Spendern und Helfern in Deutschland und in Sanktanna „im Namen der Gemeinde von Herzen ein Dankeschön und ein Vergelt´s Gott“ aus. „Ihr dürft stolz sein auf das Erreichte … Die Hl. Mutter Anna möge euch und uns alle mit ihrem Segen und ihrem Schutz begleiten“. Mit dem Gruß der Gottesmutter Maria von Radna schloss sein Grußwort zum Vereinsjubiläum. 

Unter dem feierlichen Gesang von „Großer Gott wir loben Dich“, begleitet durch die Blaskapelle, endete der erste Teil der Jubiläumsveranstaltung. Es folgte eine Kaffeepause mit einem riesigen Kuchenbuffet. Über 40 Torten freuten sich reger Abnahme. Herzlichen Dank an alle Kuchenspender! 

Anschließend spielte die Blaskapelle der HOG Sanktanna unter der Leitung von Josef Wunderlich bis zum Abendessen die bekannten und beliebten Lieder aus unserer Heimat. Es wurde viel getanzt, gelacht, gesungen und erzählt. In den Blasmusikpausen passierte so manche Überraschung: Familie Hell spendete einen Sanktannaer Kirchweihhut, gefilzt von einem Hutmacher in Rumänien und von Tante Edusch in Sanktanna geschmückt, für den Losverkauf. Der Hut ging an Ferdinand Sandula aus Bakowa, der ihn den ganzen Abend trug. 

Eine überaus gelungene Überraschung war die Jubiläumstorte in Form der Mutter-Anna-Kirche. Konditormeister Stefan Tänzler, geboren in Sanktanna, spendete sie dem Förderverein zum zehnjährigen Vereinsjubiläum. Die überaus leckere Torte stellte die Seite der Kirche dar, an der derzeit gearbeitet wird. Gegen eine kleine Spende durfte jeder ein Stück davon haben. 

In einer Musikpause bat Katharina Hell, die durch den Nachmittag führte, Herbert Hellstern auf die Bühne. 2017 war er beim Dankgottesdienst zum Abschluss der Dachsanierung von Bürgermeister Daniel Sorin Tomuță zum „Sohn der Gemeinde“ ernannt worden. Die Sanktannaer haben ihn schon lange ins Herz geschlossen, denn er wurde „einer von uns“! Katharina Hell dankte ihm für sein Engagement. Bei der Gründung des Fördervereins habe er „nicht nur unsagbaren Mut bewiesen“, sondern „an uns geglaubt und wir haben ihm vertraut“. Der „Funke der Begeisterung“ sei zum „Flächenbrand“ geworden. Dankbarkeit erfülle die Herzen der Sanktannaer, denn er habe „das Beste für unsere Heimatkirche aus uns herausgeholt“. Sie überreichte dem Ehrengast einen Kirchweihhut, damit er am Kirchweihfest 2027 teilnehmen kann, was mit tosendem Applaus quittiert wurde. Ein Zeichen dafür, dass Hellstern der richtige Mann an der Spitze des Fördervereins ist.

Auch bei der Jubiläumsfeier traten tatkräftige Unterstützer des Fördervereins in Erscheinung: Der Metzger Erwin Haas aus Sanktmartin, ehemaliger Ministrant beim Sanktannaer Pfarrer Karl Zirmer, machte die Wurst zum Fest. Rosi und Joschi Vona sorgten in der Küche für ein leckeres Abendessen. Die überaus große Gästezahl erforderte ein erweitertes Helferteam. Unser Dank geht an alle, die mitgeholfen haben, damit dieser Tag reibungslos verläuft und unvergesslich bleiben wird. Vergelt´s Gott für Eure Hilfe und Unterstützung!

Nach der Stärkung lud Michael Reinholz mit flotter Musik zum Tanzen ein und die Gäste ließen sich nicht lange bitten. Die gute Stimmung dauerte an. Michael spielte auch Lieder seiner Schwester Mara Kaiser und sang zum Verwechseln ähnlich. Wie bei der Blaskapelle der HOG Sanktanna war es auch für Michael Reinholz schon der zweite Auftritt beim Förderverein. Beide sorgten für einen vollen Saal und gute Laune. Und nicht nur das: Die Jubiläumsfeier war die   benefizstärkste Veranstaltung in der bisherigen Vereinsgeschichte. 

Im Foyer des Kulturgebäudes waren während der ganzen Jubiläumsveranstaltung zwei große Bildschirme aufgestellt. Auf dem einen präsentierte Karl Hell ausgewählte Bilder von allen Sanierungsprojekten, auf dem anderen Bilder von den Benefizveranstaltungen der letzten zehn Jahre. Ein dritter Bildschirm ermöglichte den Zugang zur Homepage des Fördervereins. Karl Hell sorgte auch während des Festgottesdienstes für die Einblendung der Liedtexte und war insgesamt für Beleuchtung und Technik zuständig. Unterstützt wurde er dabei von Anton Kappes aus Heilbronn. Auf dem Verkaufstisch gab es selbstverständlich wieder selbst hergestellte und gespendeten Sachen für den guten Zweck. 

Erst nach ein Uhr nachts fand dieser wundervolle Tag sein Ende und alle traten zufrieden und rundum glücklich ihren Heimweg an. Ein großes Dankeschön an alle, die zum Gelingen dieses Festtags beigetragen haben, und ein besonderer Dank an die Kulturreferentin für den Donauraum Dr. Swantje Volkmann für die Förderung.