Im September 1958 wurde am ersten Schultag in der ersten Klasse der Schule von Darowa die Anwesenheit überprüft. Als der Name „Angela Majores“ aufgerufen wurde, meldete sich niemand. Der Grund war einfach: Susi wusste damals noch nicht, dass sie eigentlich Angela heißt. Von allen wurde sie einfach liebevoll „Susi“ gerufen – und so ist es bis heute geblieben. Nun feierte das Schulmädchen von damals am 28. Mai den 75. Geburtstag.
Schon in jungen Jahren war Susi eng mit ihrer Gemeinde und dem dort gelebten Brauchtum verbunden. Was mit und aus ihrem Freundeskreis in Darowa, dem „Bike-Eck“, entstand, war stets ein Gewinn für die Jugend und das Dorfleben. Besonders eindrucksvoll zeigte sich das bei der 200-Jahr-Feier des Dorfes 1986: Mit ihren Ideen und Veranstaltungen bewiesen die Menschen aus dem „Bike-Eck“ großen Einsatz und bereicherten den Festakt auf besondere Weise. Die 200-Jahr-Feier war für alle Beteiligten ein besonderes Ereignis und stärkte das Gemeinschaftsgefühl im Dorf. Erinnerungen an die Geschichte Darowas wurden ausgetauscht und die Verbundenheit zur Heimat lebte erneut auf. Auch in diesem Jahr machten sich viele Darowaer aus Deutschland und Österreich auf den Weg, um am 6. Juni 2026 das 240-jährige Dorfjubiläum zu feiern. Natürlich auch Susi und Seppi Bako!
Im Mai 1990 verließ die Familie Bako Darowa, sie gelangten in den Heilbronner Raum, obwohl sich viele Darowaer Landsleute in der Umgebung von Spaichingen niedergelassen hatten. Doch hier versprachen sich die Bakos bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt.
Das Banat ließen die beiden zwar hinter sich, vergessen haben sie es jedoch nie. Nachdem die ersten und größten Hürden in der neuen Heimat überwunden waren, das eigene Haus gebaut und die drängendsten Schulden beglichen, widmeten sich Susi und Seppi Bako zunehmend dem kulturellen Leben der Banater Schwaben in der Region. Durch ihre offene, lustige und hilfsbereite Art fanden sie schnell Anschluss.
Im Jahr 2004 traten Susi und Seppi Bako während einer Reise der Donauschwaben nach Ungarn spontan der Leimener Tanzgruppe bei. Diese 1992 in Leimen gegründete Trachtentanzgruppe der Banater Schwaben widmet sich vor allem dem Erhalt des Banater Brauchtums. Im Mittelpunkt ihrer Aktivitäten stehen dabei Tänze und Musik, Volkslieder und Dialekte, traditionelle Feste und Rituale. Das war die Welt der Bakos! Die Gruppe lebte und lebt vom starken Zusammenhalt ihrer Mitglieder und von deren ehrenamtlichem Einsatz für die Pflege und den Erhalt des kulturellen Erbes. Für Susi und Seppi Bako war sie genau die richtige Gemeinschaft. Zunächst sprangen die beiden nur als Ersatz ein, doch schnell wurden sie zu einem unverzichtbaren Teil der Tanzgruppe. Diese war stets sehr aktiv, trat nicht nur im süddeutschen Raum auf, sondern unternahm auch zahlreiche Auslandstourneen. Stationen dieser Reisen waren unter anderem in Argentinien, Brasilien, dem damaligen Jugoslawien, Österreich, Rumänien, Ungarn und den USA. Mit ihrem Programm aus Liedern und Tänzen, Heimatgedichten und kleinen Sketchen begeisterte die Tanzgruppe ihr Publikum und bekam überall große Anerkennung und viel Applaus.
Ebenfalls im Jahr 2004 entstand aus einer Laune heraus die Gruppe „Lustige Schwaben“, zu deren Gründungsmitgliedern Susi und Seppi Bako zählen. Die lose Vereinigung bringt gleichgesinnte Banater Schwaben aus acht Kreisverbänden in Baden-Württemberg und Bayern zusammen und setzt sich für die Pflege des Brauchtums und den Erhalt der banatschwäbischen Traditionen ein. Kennzeichnend für die Gruppe sind vor allem vielfältige gemeinsame Aktivitäten und Veranstaltungen, ein aktives öffentliches Auftreten – und die typischen Polohemden mit dem Gruppennamen auf dem Rücken, dem Rufnamen am Kragen und dem Banater Wappen auf der Brust. Diese werden bei jedem Treffen oder Auftritt in wechselnden Farben getragen. Besonders die auffälligen gelben Polohemden machen die Gruppe bei ihren Auftritten in der Öffentlichkeit unverwechselbar und sorgen dafür, dass ihre Mitglieder durch ihr Leuchten sofort ins Auge fallen.
Seit vielen Jahren gehören bei den „Lustigen Schwaben“ zwei Veranstaltungen fest zum Jahresprogramm. Zum einen ist es das sommerliche Gartenfest bei Bakos, wo es viele Leckereien gibt und stets fröhlich zugeht. Zum anderen findet zum Herbstende im Mosbacher Vereinsheim der Donauschwaben das Schlachtfest statt, bei dem seit 2005 an einem langen Wochenende Wurst nach Banater Art hergestellt wird. Dass dazu am Abend auch ein geselliger „Sautanz“ gehört, versteht sich von selbst. Es wird gemeinsam gegessen und gefeiert – ohne die harte Arbeit von früher. Denn das traditionelle Schlachten und Verarbeiten des Fleisches kann so nicht mehr stattfinden.
Ein besonderer Erfolg der Gruppe „Lustige Schwaben“ ist ihr volkstümliches Bühnenprogramm mit szenischen Darstellungen aus dem Leben im Banat. Unter dem Titel „Leit, wie schnell die Zeit vergeht“ zeigt es den Lebensweg der Banater Schwaben von der Wiege bis zur Auswanderung. Dabei verbindet das Programm Lieder, Gedichte, Mundart, kleine Spielszenen, Musik und Videoeinspielungen. Erst kürzlich wurde dieses Programm bei den Heimattagen 2026 in Ulm mit großem Erfolg aufgeführt und im vollbesetzten Saal mit nicht endendem Beifall gewürdigt.
Im März 2015 wurde Susi Bako in den Vorstand des Kreisverbands Heilbronn gewählt und übernahm dort vielfältige Aufgaben als Beisitzerin. Dazu gehört unter anderem die organisatorische Unterstützung oder die aktive Mitwirkung bei den Veranstaltungen. Ihr Engagement machte Susi schnell zu einer verlässlichen Stütze im Kreisverband. Und der Garten der Bakos wurde zu einem festen Bestandteil unserer Aktivitäten: Ob nach der Kinderwanderung im Sommer, der Herbstwanderung der Erwachsenen oder dem Wurstmachen für diverse Tanzabende – im Bako-Garten ist stets was los. Dass Susi und ihr Seppi dabei mit Vorbereitungen, Durchführen und anschließendem Wegräumen an jeweils drei Tagen ganz schön viel Arbeit haben, bekommen die Wenigsten mit. Aber man weiß es, und unser Dank ist ihnen sicher. Die Blumensträuße, welche die Kinder bei ihrer Wanderung für Susi unterwegs pflückten und ihr als Dank für die gute Suppe und den Langosch überbrachten, ließen stets ihre Augen strahlen.
Die Verbundenheit mit dem Banat zeigt sich bei Susi und Seppi nicht zuletzt in der Erziehung ihrer Kinder und Enkelkinder : Bei den Heimattagen 2023 in Temeswar war Familie Bako mit drei Generationen vertreten – alle Frauen in Darowaer Tracht. Auch für das Kirchweihfest in Mosbach hatte Mutti und Oma Susi alle Hände voll zu tun, bis vier Frauen geschniegelt in Tracht dastanden. Bei Enkel Valentin war der Aufwand geringer. Dafür übernahm er mit sichtbarem Stolz Verantwortung, trug bei den Veranstaltungen das Schild der Gruppe und gab es erst am Ende des Festzugs wieder aus der Hand.
Abschließend sei noch eine Darowaerin zitiert, die kürzlich sagte: „Es gibt jo ka Banoter Post, in der ihr net mindestens mit eem Bild drinne seid.“ Wer sich neben dem Kreisverband Heilbronn auch im Pforzheimer und Heidelberger Verein engagiert, bei den „Lustigen Schwaben“ federführend mitwirkt und in der Leimener Tanzgruppe aktiv ist, muss zwangsläufig immer wieder in der Banater Post erscheinen.
Der Vorstand des Kreisverbands Heilbronn gratuliert Susi herzlich zum 75. Geburtstag und wünscht ihr Gesundheit, Glück und viele schöne Stunden im Kreis der Familie und unserer Gemeinschaft. Wir danken ihr für ihre Treue, ihre Unterstützung im Verein und für die vielen gemeinsamen Stunden in der Trachtengruppe, bei den „Lustigen Schwaben“ und im Vorstand des Kreisverbands Heilbronn. Für das neue Lebensjahr wünschen wir ihr weiterhin Freude an ihren Aktivitäten und noch viele schöne Begegnungen mit unseren Landsleuten und in unserem Verein.









