„Des wore finef Johr vun meim Lewe!“ Die Aussage der Bäuerin Juli Wirth in Hans Kehrers Theaterstück „Zwei Schwestern. Eine schwäbische Passion“ bezieht sich auf ihren fünfjährigen Zwangsaufenthalt in der rumänischen Bărăgan-Steppe. „Finef Johr vun meim Lewe“ ist – in Anlehnung daran – auch die Ausstellung betitelt, die beim Heimattag an Pfingstsonntag am Sonntag, den 24. Mai, um 9 Uhr im Foyer der Ulmer Messe eröffnet wird. Anlass ist der 75. Jahrestag der Deportation in den Bărăgan im Juni 1951 – ein Geschehen, das sich – wie auch die Verschleppung zur Zwangsarbeit in die Sowjetunion sechseinhalb Jahre zuvor – tief ins kollektive Gedächtnis der Banater Schwaben eingebrannt hat. In einer einzigen Nacht, vom 17. auf den 18. Juni 1951, wurde das Schicksal von mehr als 40000 Menschen verschiedener ethnischer Herkunft besiegelt. All jene, die in den Augen des kommunistischen Regimes als „Klassenfeinde“ galten, wurden aus dem Grenzgebiet zu Jugoslawien in den Bărăgan im Südosten des Landes zwangsumgesiedelt. In dieser unwirtlichen Steppenlandschaft mussten sie 18 neue Dörfer errichten, die ihnen fünf Jahre lang als Zwangsdomizil dienten.
In kompakter Form, auf zwölf Roll-ups, erinnert die Ausstellung in Wort und Bild mit kurzen Erläuterungen sowie Zitaten aus Erlebnisberichten und Briefen von Betroffenen, vor allem aber mit aussagestarken Fotos an die Leidensgeschichte und die traumatischen Erfahrungen der Deportierten, die unverschuldet Opfer eines menschenverachtenden Regimes wurden.
Die Ausstellung erzählt von der Aushebung der Menschen mitten in der Nacht, von ihrer Ankunft im Deportationsgebiet, wo sie auf freiem Feld ausgesetzt wurden, vom Elend der ersten Unterkünfte, vom Bau der Häuser aus Lehmziegeln oder gestampfter Erde, von der harten und schlecht bezahlten Arbeit, vom Kampf ums Überleben angesichts des Mangels an Lebensmitteln, Trinkwasser und Brennmaterial sowie der extremen Witterungsbedingungen, vom Alltag der Kinder und Jugendlichen, vom Festhalten an Glaube und Brauchtum, von der hohen Sterblichkeit, die vor allem ältere Deportierte und Kleinkinder traf, wie auch von der Heimkehr der Verbannten im Jahr 1956. Das letzte Roll-up ist den vielfältigen Formen des Gedenkens und Erinnerns an die Bărăgan-Deportation gewidmet.
Die Ausstellung wurde von Dr. Swantje Volkmann, Kulturreferentin für den Donauraum am Donauschwäbischen Zentralmuseum Ulm, und Walter Tonţa, Betreuer des Kultur- und Dokumentationszentrums der Landsmannschaft der Banater Schwaben in Ulm, erarbeitet. Als Grundlage diente die von Dr. Walther Konschitzky unter Mitarbeit von Joseph Ed. Krämer und Karin Graf 2001 realisierte Ausstellung „50 Jahre seit der Deportation in den Bărăgan“. Luca Hofbrückl, Student an der Uni Augsburg, besorgte die Auswahl der Bilder aus den Fotoarchiven der „Banater Post“ und des Donauschwäbischen Zentralmuseums.
Nach dem Heimattag kann die leicht transportable Ausstellung von den landsmannschaftlichen Gliederungen ausgeliehen werden (Kontakt: Tel. 0731/962540).









