zur Druckansicht

Heimattag 2026: Pfingstgottesdienst in der Donauhalle mit drei Heimatpfarrern

„An Phingschte is de Schwob in Ulm“. Jedes zweite Jahr treffen sich die Banater Schwaben in Ulm zum Heimattag, wie hier 2024. Wichtiger Bestandteil des Heimattages ist der feierliche Gottesdienst in der Donauhalle. Foto: Karin Bohnenschuh

Pfarrer Paul Kollar erinnerte in seinem geistlichen Impuls bei der Tagung der Landes- und Kreisverbände und Heimatortsgemeinschaften im März dieses Jahres in Frankenthal daran, dass unser christlicher Glaube ein fester Bestandteil unserer donauschwäbischen Kultur ist, der unsere Identität definiert und die tiefe Verbundenheit zu unseren Wurzeln herstellt. Der Glaube ist identitätsstiftend für unsere Gemeinschaft.

Um uns auf diese Identität zu besinnen, feiern wir – wie bei jedem Heimattreffen – gemeinsam um 10 Uhr in der Donauhalle die Pfingstmesse mit Fahnenabordnungen, Trachtenträgern, Ministranten, Blasmusik und Gesang. Den Festgottesdienst werden Pfarrer Paul Kollar, Pfarrer Markus Krastl und, aus Rumänien angereist, Pfarrer Ioan Cădărean zelebrieren.

Wir stellen Ihnen unsere Heimatpriester hier kurz vor:

Pfarrer Paul Kollar wurde 1951 in Ebendorf im Banat geboren. Nach der Allgemeinschule in seinem Geburtsort besuchte er für das das katholische Lyzeum in Karlsburg (Alba-Iulia) und studierte anschließend am dortigen Priesterseminar. Bischof Marton Aron weihte ihn dort 1976 zum Priester. Als Kaplan und Pfarrer war in Lugosch, Bethausen, Giseladorf und Neuarad tätig. Nach der politischen Wende in Rumänien im Jahr 1990 zog er nach Deutschland und wechselte in die Diözese Mainz als Kaplan in Dieburg, später wurde er dann Pfarrvikar in Dreieich, Buchschlag, Sprendligen, ab 2006 in Langen, Bodenheim und ab 2018 bis zu seiner Verrentung 2020 auch in Nackenheim. In der Diözese Mainz übernahm Pfarrer Kollar auch die Aussiedlerseelsorge. Viele Jahre war er geistlicher Beirat des Gerhardsforums der Banater Schwaben. Im St. Gerhards-Werk Stuttgart ist er geistlicher Beirat und ist seit 2016 auch stellvertretender Vorsitzender im Südostdeutschen Priesterwerk.

Mit dem Herzen zu sehen und ein offenes Ohr für die Anliegen und Sorgen der Menschen zu haben, in allen Bereichen der Seelsorge da zu sein und bei allen Aufgaben authentisch zu bleiben, sei ihm immer wichtig gewesen, sagte Pfarrer Kollar im Gespräch mit „Journal Lokal“ anlässlich seiner Verabschiedung in den Ruhestand 2020. Dieser Einstellung bleibt er auch als Rentner treu. Er lebt derzeit in Ludwigshafen und betreut auch weiterhin unsere Banater Landsleute, begleitet sie zu Wallfahrten, zelebriert die Heilige Messe bei den Heimattreffen und nimmt an vielen kirchlichen Veranstaltungen im gesamten Süddeutschen Raum teil.

Wenn auch 1975 im Saarland geboren, ist Pfarrer Markus Krastl als Sohn des aus Guttenbrunn stammenden Ehrenvorsitzenden der Landsmannschaft der Banater Schwaben Bernhard Krastl und der Jahrmarkterin Veronika Krastl, geb. Schmidt den Banater Schwaben schon immer verbunden gewesen. Nach dem Abitur 1995 an dem katholischen Gymnasium Johanneum in Homburg (Saar) trat er ins Priesterseminar ein und studierte Theologie in Trier, sein Auslandsjahr absolvierte er in Dublin (Irland). Zum Diakon wurde er 2006 in der Pfarrei St. Peter in Bous geweiht und 2007 zur Priesterweihe zugelassen. Seine seelsorgerische Tätigkeit als Kaplan begann er in der Pfarreiengemeinschaft Waldbreitbach, Niederbreitbach, Kurtscheid, bis er 2012 zum Kooperator in der Pfarrei St. Ludwig – Herz Jesu / Spiesen-Elversberg ernannt wurde. Pfarrer Markus Krastl ist seit 2015 Pfarrverwalter und seit 2016 Pfarrer der Pfarrei Heilige Dreifaltigkeit in Neunkirchen. Seit 2022 kam die Pfarrei St. Ludwig – Herz Jesu / Spiesen-Elversberg dazu. Für einen Zeitraum von drei Jahren war Pfarrer Krastl auch Diözesanseelsorger der KAB Trier.

Seine Verbundenheit zu seinen Wurzeln zeigt sich auch darin, dass Pfarrer Krastl gleich nach seiner Priesterweihe Nachprimizmessen im Temeswarer Dom und in den Heimatgemeinden seiner Eltern Guttenbrunn und Jahrmarkt feierte. Er hielt während dieser Reise in die Heimat seiner Eltern eine Heilige Messe für die Bewohner desAdam-Müller-Guttenbrunn-Heimes in Temeswar und konzelebrierte bei der Wallfahrt des Dekanats Arad mit Diözesanbischof Martin Roos, wie die Banater Post Nr. 23-24 vom 10. Dezember 2007 berichtete. Ab 2008 zelebriert er regelmäßig beim Heimattag in Ulm die Pfingstmesse mit. Gern gesehener Gast ist er auch bei den Heimattreffen der Heimatortsgemeinschaften, bei welchen er – soweit es ihm die Zeit erlaubt – die Messe mit den Landsleuten feiert.

Den Landsleuten ein Gefühl von Zugehörigkeit zu vermitteln und deren Zusammenhalt zu fördern, sei schon immer wichtig gewesen und heute wichtiger denn je. Beheimatung hätten die Banater Schwaben nicht nur in der Landsmannschaft gefunden, sondern auch im Glauben, denn wahre Heimat sei nur bei Gott. Dies müsse man sich gerade an Pfingsten, dem Fest des Heiligen Geistes, vergegenwärtigen. Denn der Heilige Geist sei die Liebe, die von Gott zu den Menschen strömt, so Pfarrer Krastl in seiner Predigt beim Heimattag der Banater Schwaben in Ulm 2022.

Als Gesandter des Bischofs der Diözese Temeswar Josef Csaba Pál feiert Pfarrer Ioan Cădărean die Festmesse in Ulm mit. Er ist 1982 in der Temeswarer Elisabethstadt geboren und legte sein Abitur im Banater Kollegium in der Josefstadt Temeswar ab, um danach an der Fakultät für Rechtswissenschaft der Universität Temeswar Jura zu studieren. Er sang im Temeswarer Domjugendchor und nahm an verschiedenen Aktivitäten des Diözesanjugendzentrums teil. Irgendwann in dieser Zeit, sagt er, habe ihn ein anderer Ruf erreicht, „der Ruf zu einem neuen Leben, nämlich ein Leben für Gott und für die Mitmenschen.“ Bischof Martin Roos nahm ihn 2009 als Theologiestudent für die Diözese Temeswar auf und er trat ins Priesterseminar von Karlsburg (Alba Iulia) ein und begann dort sein Theologiestudium, das er 2015 beendete. Am 11. April des gleichen Jahres wurde er im Hohen Dom zu Temeswar vom damaligen Diözesanbischof Martin Roos zu Priester geweiht. Nach einer kurzen Zeit als Kaplan in der Fabrikstadt begann er als Kustos des Museums in Maria Radna mitzuarbeiten, eine Tätigkeit, die er bis heute ausführt, außerdem betreut er die Verwaltung des gesamten Klosterkomplexes, er sichert und organisiert u.a. die Verpflegung und evtl. die Unterkunft der Wallfahrer, empfängt an den Wallfahrtstagen die Pilger.

Ab 2018 diente er als Priester in der Pfarrei Lovrin und in deren Filialen Pesak, Bogarosch, Lenauheim, Grabatz, Gottlob und Wiseschdja bis ihn Diözesanbischof Josef Csaba Pál im September 2020 mit den Seelsorgeraufgaben in Lippa (mit Traunau und Schöndorf) und Neudorf (mit Blumenthal, Fibisch, Königshof, Charlottenburg, Guttenbrunn und Aliosch) betraute.

Die Kirche ist das Haus Gottes und die Pforte des Himmels und somit auch Elternhaus für alle Landsleute, sagte Pfarrer Cădărean in seiner ersten Predigt in Traunau. Solange das Elternhaus noch stehe, sind wir nicht Fremde in der Welt, sondern geliebte Kinder Gottes, der Kirche und der Heimat. Deshalb ist Kirche auch Heimat.

In dieser Verbundenheit zu unseren Wurzeln wollen wir am 24. Mai in der Donauhalle in Ulm gemeinsam die Pfingstmesse feiern.