zur Druckansicht

„Wo der Schwob is, dort werd gsung“ - 40. Jubiläum des Chors der Banater Schwaben Augsburg

Der Chor der Banater Schwaben Augsburg feierte sein 40. Jubiläum mit vielen Gästen. Foto: Maria und Peter Bergmann

Schon seit 40 Jahren gibt es in Augsburg einen Banater Chor. Im September 1985 wurde er als „fröhliche Musikrunde“ im Übergangswohnheim Eschenhof ins Leben gerufen.  Seit 2018 bringt Aniko Oster frischen Wind in die engagierte Singgemeinschaft. Den ursprünglichen Namen „Seniorenchor“ legten sie inzwischen ab, auch wenn er der Altersstruktur angemessen wäre. Doch die Damen und Herren des Chors mögen das Senioren-Image nicht so sehr. Ihre Herzen und auch ihre Stimmen sind den Anforderungen durchaus gewachsen, denen sie im Kreisverband das ganze Jahr über ausgesetzt sind. Nicht ohne Grund erhielten sie 2021 den Kulturpreis des BdV Bayern. Sie sind, so die Kreisvorsitzende Dr. Hella Gerber in ihrer Begrüßungsansprache, „der Klang, die Seele und das kulturelle Aushängeschild“ des Kreisverbandes. Damit war der Auftakt gesetzt für eine fröhliche Jubiläumsfeier, die im Pfarrheim Hl. Dreifaltigkeit in Augsburg-Kriegshaber am 26. April festlich begangen wurde.

Viele Gäste kamen zur Geburtstagsfeier, die Chorleiterin musste sogar eine Warteliste führen. Ehrengäste aus der Lokal- und Verbandspolitik waren vertreten, so der ehemalige Bundestagsabgeordnete Volker Ullrich, der dritte Bürgermeister von Augsburg Bernd Kränzle und  der ehemalige Landrat von Aichach-Friedberg und BdV-Landesvorsitzende Christian Knauer. Von Seiten der Landsmannschaft war der Landesvorsitzende Harald Schlapansky auch als Vertretung des Bundesvorstands angereist. 

Bürgermeister Kränzle überbrachte das Grußwort der Stadt Augsburg mit einem herzlichen Gruß der Oberbürgermeisterin Eva Weber, die den Chor seit vielen Jahren kennt. Auch beim ersten Empfang der Stadt Augsburg für die Landsmannschaften 2023 im Goldenen Saal war der Chor aufgetreten. Der BdV-Landesvorsitzende Knauer begrüßte den Chor ebenfalls als langjähriger Freund der „Banater Familie“ in Augsburg und Umgebung. Er zeigte Respekt und Anerkennung für die vielfältige Präsenz der Landsmannschaft der Banater Schwaben in Bayern. Die Tänze und Gesänge, die er bei deren Veranstaltungen miterlebe, seien „keine Folklore, sondern gelebtes Brauchtum“, das ihn immer wieder beeindrucke: „Ihr kommt zusammen, um ein Stück Heimat zu erleben.“ Er selbst sei schon fünfmal mit im Banat gewesen und freue sich darauf, demnächst ein sechstes Mal hinzufahren.

Karin Metzler, Mitglied der Augsburger Theatergruppe, war die Moderatorin des nachfolgenden Kulturprogramms. Sie erinnerte zunächst an die Anfänge des Chors als Singgruppe im Übergangswohnheim, die auf Initiative von Georg Biringer, Heinrich Deschu und Adelheid Urban   entstanden ist. 1990 wurde unter der Leitung von Hans Eisele der „Seniorenchor“ daraus. Man sang nicht nur miteinander, sondern traf sich auch zu Ausflügen und anderen geselligen Unternehmungen. 1996 übernahm Werner Zippel die Leitung für die nächsten 22 Jahre. Der Chor trat bei verschiedenen Anlässen in Augsburg auf, vor allem bei Gottesdiensten und Maiandachten, war aber auch bei den Heimattagen oder den Bundes-Chortreffen der Landsmannschaft dabei, die häufig in Gersthofen bei Augsburg stattfanden. Dort boten sie ein weltliches Repertoire von Volksliedern dar, z.B. unter dem Motto: „Singen in der Spinnstube“. 
Für die Geburtstagsfeier hatte der Chor einiges aus seinem Repertoire vorbereitet, und startete mit einer „Reise durch das Banat“. Die Lieder vom Elternhaus und vom Schwabendörfchen trafen den Nerv der Zuschauer sofort und regten zum spontanen Mitklatschen und gar Mitsingen an. 

Doch der Chor hatte auch Weggefährten und Gäste eingeladen, die das Programm des Festnachmittags mitgestalteten. Die Musikkapelle der Banater Schwaben Augsburg unter der Leitung von Gerhard Hipp hatte sich im Saal aufgebaut und umrahmte das Geschehen vom Anfang bis zum Ende des Programms. Da die Chorleiterin Aniko Oster bei vielen Veranstaltungen und Bällen als Sängerin der Musikkapelle auftritt, lag es nahe, auch im Festprogramm eine Kostprobe des Zusammenklangs zu bieten: „Es ist schön, dass wir uns wiedersehen“, „Banater Heide“ und „Einmal noch die alte Heimat sehen“ sang sie zusammen mit Johann Goschi. 
Eine gemischte Tanzgruppe des Kreisverbands – Jugendliche und Erwachsene – gratulierten dem Chor mit „Zwei weißen Rosen“ und später noch mit „Flotten Burschen“ zum Jubiläum. Eine Abordnung der Augsburger Theatergruppe hatte als Geburtstagsgeschenk einen schwowischen Sketch mitgebracht, den Gruppenmitglied Edith Achim zu diesem Anlass selbst geschrieben hat und zusammen mit Monika Theismann und Karin Metzler zur Erheiterung der Zuschauer auch selbst in der Hauptrolle als „streikende“ Oma darbot. 

Und dann war noch den befreundeten Chor der Seniorengemeinschaft der Banater Schwaben Ingolstadt mit Chorleiter Ewald Buschinger und der Leiteriun der Seniorengemeinschaft Silke Weisenburger zum Gratulieren angereist. Selbstverständlich mit einigen Liedern im Gepäck, die das Programm bereicherten, darunter Publikums-Hits wie „Wo die Donau fließt nach Süden“, „Rote Rosen blühn im Garten“ oder das beliebte Mundartlied: „Und zum Hans hat gsoot es Gretche.“
Gänsehautmomente bescherte Lisa Schrammel den Zuschauern, als sie das Gedicht „Heimat“ von Elisabeth Grün, einer ehemaligen Sängerin des Augsburger Chors, effektvoll vortrug. Großen Applaus erntete auch der Männerchor, der mit Begleitung der Musikkapelle die „Heimatglocken“ besang.

Bevor der Augsburger Jubiläumschor den Programmreigen wieder zum Abschluss brachte, überbrachte der Landesvorsitzende Harald Schlapansky die Gratulation der Landsmannschaft mit der Überzeugung: „Singen tut der Gesundheit gut.“ Er lobte die Ausdauer, den Zusammenhalt und die Kraft des Chors, der immerhin ein stattliches Durchschnittsalter aufweist, und äußerte die Hoffnung auf Zuwachs. „Schnell geht das Schöne vorbei“, mahnte der Chor als Antwort darauf, und dann: „Seid gut miteinand und reicht euch die Hand.“ Das Abschlusslied: „Muss i denn zum Städele hinaus“ sangen dann alle aus voller Kehle mit: „In der Heimat gibt’s ein Wiedersehen.“

Es war ein rauschendes Geburtstagsfest für den Chor und das Augsburger Publikum. Alle konnten danach gemeinsam bei Speis und Trank und den Klängen der Musikkapelle alle Eindrücke Revue passieren lassen und weiterfeiern. Auf ein Wiedersehen mit dem Chor muss man in Augsburg nicht lange warten, demnächst stehen die Maiandachten an. Und im Juli wieder die Wallfahrt. Und irgendwann ist wieder Weihnachten. Der Chor hat immer viel vor, denn: „Wo de Schwob is, dort werd gsung.“