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Banater Post

Ein Spatz im Fußballfieber

24 Mannschaften kämpften um den Sieg beim DBJT-Fußballturnier. Foto: Harald Wagner

Auch bei den Kindern (hier beim Schminken) kam keine Langeweile auf . Einsenderin des Fotos: Melitta Furak

Es war eigentlich ein ganz normaler Tag, dieser Freitag, der 15. Juni. Doch nachmittags wurde ich plötzlich unsanft aus meinem Mittagsschläfchen in meinem warmen Nest gerissen. Leute liefen umher, ein Kühlwagen wurde angeliefert, ein riesiges Festzelt wurde aufgebaut, überall standen Kisten mit Getränken und Tische voller Tombolaartikel. Ich muss dazusagen, dass ich ein friedlicher Spatz bin, und eigentlich habe ich mir ein ruhiges Plätzchen für mein Nest gesucht. Es befindet sich auf der Birke im Oberen Lehen 4 in 74564 Crailsheim; doch dieses Wochenende war nicht wie immer. Aber nun wieder zurück zum Freitag.

Es reisten immer mehr Menschen aus München, Leimen und Spaichingen an, um den vielbeschäftigten Leuten aus Crailsheim bei den Vorbereitungen zu helfen. Ich verstand nicht, wofür sie sich Befehle über den ganzen Sportplatz zuriefen und warum sie so einen Trubel  veranstalteten, aber das sollte ich noch früh genug erfahren. Am Abend dieses Freitags wurde es aber dafür wieder angenehm ruhig. Alle saßen gemütlich zusammen, redeten und tranken ein Gläschen Wein, bevor sie dann in ihre Schlafzelte verschwanden.

Der Samstagmorgen ging voller Elan weiter. Für ein schnelles Frühstück mit Kaffee und Butterlaugenstangen war gesorgt. Zeit, um  lange zu sitzen und in Ruhe zusammen zu frühstücken, hatten  sie aber nicht. Die letzten Vorbereitungen mussten getroffen werden, bevor dann auch schon haufen- weise Menschen in Trikots, Sport-hosen und Stollenschuhen an- reisten. Da wurde mir schlagartig klar: Hier findet ein Sportturnier statt! Melitta und Erich Furak  begrüßten alle herzlich und wünschten ihnen viel Spaß. Um neun Uhr fingen die Spiele an, und ich schaute gespannt zu. Neugierig zählte ich die Mannschaften. Eins, zwei, drei, … es waren 24 an der Zahl! Es wurde auf drei Spielfeldern gleichzeitig gespielt, während die Mannschaften von den Zuschauern am Spielfeldrand angefeuert wurden. Was machten aber die Leute, die nicht Fußball spielten? Manche nahmen am  Kegelturnier im ESV Crailsheim teil unter der Leitung von Harold Huth. Andere spielten bei Günther  Kaupa Minigolf. Für die Kinder war auch gesorgt: sie konnten sich von Beatrice Waldner und Elisabeth Schöpp bemalen lassen und/oder bei der Spielestraße mitmachen, die die Jugend der Crailsheimer Tanzgruppe organisierte. Mir fiel auf, dass der Duft von gegrilltem Fleisch in der Luft lag. Für die  Bewirtung war die Crailsheimer Tanzgruppe zuständig. Aber natürlich wurde sie dabei tatkräftig von Käthe und Hansi Winze, Erlinde und Ewald Hinkel, Mathilde und Heinz Keller sowie Lorenz Klingler unterstützt. Ab 15 Uhr war eine ewig lange Menschenschlange an der Essensausgabe zu sehen, denn jetzt wurden die berühmten „Langosch“ verkauft. Pünktlich zur großen Mittagshitze eröffnete die Crailsheimer Jugend ihre Cocktailbar. Sie bot erfrischende Cocktails für groß und klein an. Während die Spiele in vollem Gange waren,  liefen immer wieder einzelne Menschen rum und sprachen andere an. Sie verkauften Lose, mit denen man tolle Gewinne bei der Tombola abstauben konnte. Bei der Ausgabe der Tombola halfen Melanie und Heidi Müller sowie Rita Klingler mit. Als ich mich nochmal genau umschaute, sah ich zwei Frauen, die irgendeinen Kasten in der Hand hielten, hineinschauten und damit überall hinliefen. Sie heißen Heike Wolf und Christine Waldner und schossen die Erinnerungsfotos der Veranstaltung.

Gegen 20 Uhr fanden dann die Prämierungen statt. Den vierten Platz hatten die „Freizeitkicker  Aldingen“ eingenommen, den  dritten Platz belegten die „Blies-Kicker Ludwigshafen“, den zweiten Platz erreichten die „Nürnberger Kicker“, und den ersten Platz  ergatterte die „Alcomenia“ aus München. Beim Kegelturnier holten „Die Kugliche“ aus Spaichingen den vierten Platz, „Gut Holz Crailsheim“ erreichte den dritten Platz, die „Würzburger Bahnbrecher“ belegten den zweiten Platz. Sieger wurden die „Crailsheimer Schlafmützen“. Turnierleiter waren Harald Schlapansky und Matthias Probst. Nach den Prämierungen kamen  alle ins Festzelt, um sich bei der Musik der Primtaler zu erholen. Doch daraus wurde nichts, denn bis spät in die Nacht wurde gesungen, getanzt und gelacht. Alle Leute waren gut drauf; es war einfach eine Bombenstimmung! Erst in den frühen Morgenstunden  wurde es langsam ruhiger, und  alle verschwanden in ihren Schlafzelten.

Ich hatte den Eindruck, dass  dieser Tag für jeden ein Erlebnis war und nicht so schnell vergessen wird. Entgegen meiner Hoffnung, in meinem bequemen Nest aus- schlafen zu können, standen Sonntagmorgen um acht Uhr schon wieder alle auf der Matte. Nach einem kurzen Frühstück mit frischen Brötchen, Kaffee, Nuss- und Mohnzopf fingen auch schon die Aufräumarbeiten an. Unter  anderem wurden die Bierzeltgarnituren aufgeräumt, die großen Festzelte abgebaut und die Fußballtore weggeräumt. Zum Mittag-essen gab es dann Kesselgulasch mit Brötchen. Nach einiger Zeit sah alles wie gewohnt aus, und die  Helfer hatten nun Zeit, gegenseitig aufeinander stolz zu sein, sich  zusammenzusetzen und in Ruhe über die gelungene Veranstaltung zu reden. Ein herzliches Dankeschön geht an alle Mitwirkenden, die diese Veranstaltung nahezu perfekt gemacht haben. Ich unterhielt die kleine Runde noch etwas mit meinem Vogelgezwitscher, bevor ich anfing, meinen Schlaf nachzuholen. Doch trotz allem kann ich jedem Vogel und auch jedem Mensch nur empfehlen, nächstes Jahr am 8. Juni beim Sportturnier in Crailsheim vorbeizuschauen. Es ist wie Weihnachten und Ostern – nur einmal im Jahr – und immer wieder ein unvergessliches Fest.