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Tradition und Handwerk: Landesverband Baden-Württemberg beim Ostdeutschen Ostermarkt in Stuttgart

Der Stand des Kreisverbandes Stuttgart auf dem Ostdeutschen Ostermarkt im Haus der Heimat Stuttgart Foto: Johann Janzer

Viktoria Decker, 2. Vorsitzende AG Frauen im BdV, Isabella Schuster-Ritter, 1. Vorsitzende, Corinna Dalferth-Mezger, und Ines Kohm (v. li.) Foto: Josef Vona

Am 21. März fand dieses Jahr zum 17. Mal der Ostdeutsche Ostermarkt im Haus der Heimat in Stuttgart statt, der auch diesmal viele Besucher angelockt hat.

Die Landsmannschaften der Sudetendeutschen, der Siebenbürger Sachsen , der West- und Ostpreußen, der Sathmarer Schwaben, der Pommern und Schlesier, der Deutsch-Balten, der Banater Schwaben, der Böhmerwälder, das Kuhländchen, die Egerländer Gmoi, der Deutschen aus Russland und zum ersten Mal dabei auch die AG Frauen im BdV, präsentierten ihre landestypischen Osterbräuche, zeigten ihre besonderen Taktiken beim Eierfärben, boten aber auch Handarbeiten und vor allem viele kulinarische Köstlichkeiten.

Nach der Begrüßung des BdV-Landesvorsitzenden Baden-Württemberg Hartmut Liebscher folgte eine musikalische Einstimmung.

Der Besucherstrom schien kein Ende zu nehmen. Aus Heidelberg und aus Nürnberg kamen sogar Gäste angereist, um diesem traditionsreichen Ereignis beizuwohnen. Es ist immer wieder bewundernswert, wieviel Bedeutung heutzutage noch den alten österlichen Traditionen beigemessen wird. Die vorgestellten österlichen Traditionen der jeweiligen Landsmannschaften, der Nachkommen der ehemaligen Kriegsflüchtlinge, Spätaussiedler oder Umsiedler, sind Zeugnis dafür, dass die herkömmlichen Traditionen noch in Ehren gehalten werden. Die Gefahr besteht jedoch, dass sie immer mehr in Vergessenheit geraten. Darauf möchte der alljährliche „Ostdeutsche Ostermarkt“ hinweisen und daran erinnern, dass diese Traditionen ein Stück Kulturgeschichte sind.

Jede Landsmannschaft stellte an ihren Ständen die landesüblichen, speziellen österlichen Gepflogenheiten vor, seien es die besonderen Handarbeiten mit Sprüchen, die verschiedenen alten Trachten, handwerkliche Kunst bestehend aus geschnitzten Osterhasen oder anderen Osterdekorationen, die unterschiedlichsten Arten, Eier zu färben oder zu dekorieren. Wobei die Kunst des Eierfärbens, – ob nun mit Wachs, mit Eierfarbe oder kunstvoll gelocht – schon musealen Charakter hat, gibt es doch in vielen Herkunftsländern Museen, in denen diese Kunst ausgestellt und vorgeführt wird.

Verlockend waren auch die vielen, zum Probieren vorgestellten österlichen Leckerbissen: die verschiedenen Arten von schlesischem Mohn- oder Streuselkuchen, von ostpreußischem Raderkuchen, die banatschwäbischen Kipferl oder Griebenpogatscherl, nicht zu vergessen die unterschiedlichsten Schnäpse und Liköre. Auch deftige kulinarische Köstlichkeiten wurden von etlichen Landsmannschaften vorgestellt. So konnte festgestellt werden, dass wir zwar aus unterschiedlichen Gegenden kommen, aber doch vieles gemeinsam haben, wie Bratwürste, Grieben und noch viele andere Erzeugnisse beim Schweineschlachten. Diese wurden sowohl von den Banater Schwaben und den Sathmarer Schwaben als auch von den Donauschwaben vorgestellt. Die Baltischen Länder boten ihre speziellen Liköre, Königsberger Marzipan oder Danziger Goldwasser zum Probieren an.

Ein besonderer Blickfang waren die vielen ausgestellten Bücher, die teilweise die einzelnen Herkunftsgebiete vorstellten, an Persönlichkeiten erinnerten oder gegenwärtige Persönlichkeiten aus der Literatur, Politik oder Wissenschaft vorstellten.

Der Kreisverband Stuttgart richtete den Stand der Landsmannschaft der Banater Schwaben aus, dort empfing der Vorsitzende Erwin Wasitschek die Besucher. Banater Köstlichkeiten wurden serviert, es wurden die bereits erwähnten Pogatschen und Kipferl angeboten. Die bunt gefärbten Ostereier durften natürlich auch nicht fehlen. Zum Knabbern gab es „Patschkukuruz“ (Popcorn). Trachtenpuppen in banatschwäbischer Tracht wurden zur Schau ausgestellt, auch wurden Bücher und Zeitschriften über das Banat präsentiert, u.a. lag auch die Banater Post zum Lesen bereit.

Zum ersten Mal dabei war diesmal die Arbeitsgemeinschaft des Frauenverbandes im BdV aus Baden-Württemberg. An ihrem Ausstellungsstand informierten die Banater Schwäbinnen Viktoria Decker und Ines Kohm über die Aufgaben dieser Gemeinschaft: Organisation von Veranstaltungen, Vorträgen und Begegnungen, Mitwirkung an kulturellen Projekten und Gedenkveranstaltungen, Pflege von Traditionen und Weitergabe von Geschichte, Förderung des generationenübergreifenden Austauschs und Beteiligung an landesweiten Tagungen und Aktionen. Dazu waren Flyer ausgelegt, die auf die vielseitigen Tätigkeiten der Frauen innerhalb der AG hinwiesen, mit Schwerpunkten, Themen und Zielen.
Zum Abschluss gab es auch diesmal eine Tombola, bei der viele landestypische Besonderheiten aus den Herkunftsgebieten der ausstellenden Landsmannschaften verlost wurden.

Da jede teilnehmende Landsmannschaft Kuchen für die Kaffeetafel spendete, gab es im Nebenraum ein reichhaltiges Kuchenbuffet, an dem gemütlich bei Kaffee und Kuchen ein erlebnisreicher Tag abgeschlossen werden konnte.