Bereits frühzeitig wurde für den 8. Februar 2026 zu einem besonderen Konzert mit „Zwei Trompeten, Schlagzeug, Orgel“ in die Kirche St. Peter und Paul in Karlsruhe-Mühlburg eingeladen, ein Benefizkonzert zugunsten der Orgel der Kirche.
Der Name des bekannten Trompeters Franz Tröster lockte trotz zahlreicher Konkurrenzveranstaltungen zur Faschingszeit viele Besucher an. Aus großem Umkreis strömten auch viele Landsleute frühzeitig herbei, um dem festlichen Konzert von einem guten Platz beizuwohnen. Es wurde von der Empore gespielt und die ausgezeichnete Akustik der Kirche sorgte dafür, dass die Besucher auf allen Plätzen ohne Probleme in den Genuss des musikalischen Erlebnisses kamen.
Das Konzert versprach ein Zusammentreffen der Orgel, bekannt als „Königin der Instrumente“, mit dem „Instrument der Könige“ – der Trompete. Der majestätische und vielschichtige Klang der Orgel harmoniert bestens mit der strahlenden und festlichen Trompete, deren Ton seit jeher in feierlichen Momenten geschätzt wird. Wenn sich zu diesen beiden royalen Instrumenten noch die kraftvollen Klänge der Pauken gesellen, wird den Zuhörern ein unvergessliches, festliches Erlebnis beschert.
Nach ein paar Worten zu der Orgel, die in diesem Jahr ihren 65. Geburtstag feiert, stellte Franz Tröster seine Kollegen vor: An der Orgel der „Hausherr“ Stefan Fritz, Organist und Chorleiter der Mühlburger Kirche und mit Franz Tröster schon mehrfach musikalisch verbunden gewesen. An den Pauken und am Schlagwerk Sebastian Wanyer, ein Musiker mit Banater Wurzeln in Jahrmarkt, der in verschiedenen symphonischen und Bläser-Orchestern mitwirkt.
Danach folgte ein emotionaler Moment, denn Franz Tröster stellte mit bewegter Stimme seine Tochter Lara Kim Tröster als Mitwirkende an der Trompete vor. Solch eine Herzlichkeit und Freude kann nur ein stolzer Vater dem Publikum so eindrücklich vermitteln. Doch Lara ist nicht nur Musikerin, sondern aktiv bei den Banter Schwaben in Karlsruhe: Im Kreisvorstand ist sie Beisitzerin, und sie leitet die „Erdbeergruppe“ der Kinder. Darüber hinaus wirkt sie selbst in der Tanzgruppe des Kreisverbands mit.
Der Vierte im Quartett war natürlich er selbst, ein bekannter Musiker, der im letzten Jahr sein 35-jähriges Jubiläum als Dirigent des Bläserensembles von St. Peter und Paul Mühlburg feierte. Eine Aufzählung seiner Tätigkeiten und Verdienste hätte zweifellos den Rahmen gesprengt. Nicht nur bei mir wurden Erinnerungen an die Tanzabende in der Mehala wach. Und selbstverständlich wussten alle Anwesenden von seinen glanzvollen Auftritten mit den Egerländer Musikanten. Oder von unvergessenen, stimmungsvollen Tanzabenden mit unterschiedlichen Bands der Banater Musikanten. Auch bei uns in Heilbronn spielt Franz öfters, sowohl zum Tanz als auch in Kirchen.
Das Programm des Konzerts hatte Lara Tröster zusammengestellt, doch bei den Arrangements musste sie sich an ihren Papa wenden. Und Franz hat ihr alle Wünsche erfüllt. Francesco Manfredini war für Lara ein Muss, er stand als erster mit seinem „Concerto für zwei Trompeten“ auf dem Programmzettel. Eine klangvolle Symbiose zwischen den Trompeten und der Orgel prägt das Werk, wobei die Trompeten mit klaren Koloraturen bis in die höchsten Lagen brillierten. Die Orgel übernahm den Orchesterpart und überzeugte durch eine fein abgestimmte Registrierung. Gleich danach folgte die Air in D-Dur von Johann Sebastian Bach.
Auf Laras besonderen Wunsch erklang im zweiten Teil des Konzerts das Arrangement von Franz Tröster zu „A Million Dreams“ aus „The Greatest Showman“. Dieses Stück brachte eine neue Klangfarbe in Richtung Popmusik ins Programm: Neben Trompeten und Orgel kamen auch Schlagwerk-Instrumente zum Einsatz, die mit rhythmischer Prägnanz für einen mitreißenden Groove sorgten.
Als letztes Stück folgte ein Disney-Medley aus „Aladin“ und „The Lion King“. Natürlich wieder von Franz liebevoll für seine Lara arrangiert. Das Medley aus der Musicalwelt verband die bekanntesten Melodien zu einem abwechslungsreichen Hörerlebnis. Unterschiedliche Orgelregistrierungen in Kombination mit Trompete, Piccolo-Trompete und Flügelhorn eröffneten ein breites Klangspektrum. Die Musiker nutzten den gesamten Ambitus der Instrumente – von warmen, weichen Klangfarben bis hin zu strahlenden Höhen.
Für Abwechslung zwischen den Liedern sorgte Stefan Fritz mit Klassikern aus der Literatur für Orgel-Solo. Durch die Kombination all dieser charakterstarken Instrumente wurde eine besondere musikalische Atmosphäre geschaffen, die sowohl die Vielseitigkeit als auch die Ausdrucksstärke jedes einzelnen von ihnen zur Geltung brachte. Die Zuhörer durften sich an einem Klangbild erfreuen, das von feinen Nuancen bis hin zu imposanten Klanggewalten reichte – ein Fest für die Sinne und ein Höhepunkt im musikalischen Kalender.
Nachdem die letzten Töne des Konzerts verklungen waren, erhob sich das Publikum und spendete langanhaltenden Applaus. Die lautstarke Bitte um eine Zugabe wurde mit der Darbietung von „We are the World“ erfüllt. Mit diesem bewegenden Stück vermittelten die Musiker eine „Heile-Welt“-Stimmung und setzten einen hoffnungsvollen, verbindenden Schlusspunkt unter das Konzert. Es hatte, weit über das Programm hinaus, bei allen einen bleibenden Eindruck hinterlassen.
„Banater Schwaben kennen nicht nur Blasmusik“ meinte mein Freund, der Karlsruher Kreisvorsitzende Werner Gilde, der mit seiner Frau und dem Enkelsohn in der ersten Kirchenbank saß. Er kennt seine Schäfchen und schätzte, dass die große Mehrheit der Anwesenden Banater Schwaben waren. Auch für uns war es eine große Freude, an diesem besonderen Konzertabend teilzunehmen. Das musikalische Erlebnis und die spürbare Verbundenheit zwischen den Akteuren und dem Publikum sorgten für eine außergewöhnliche Atmosphäre. Die Herzlichkeit im Miteinander sowie die zahlreichen Begegnungen mit bekannten Gesichtern trugen dazu bei, dass der Heimweg sich durch die Freude über das gemeinsame Erlebnis deutlich kürzer anfühlte als sonst.









