Bei der ordentlichen Vertreterversammlung des Demokratischen Forums der Banater Deutschen am 23. Januar wurde Dietlinde Huhn, Vorsitzende des DFD Großsanktnikolaus, Deutschlehrerin und ehemalige Leiterin der deutschen Abteilung an der dortigen Nestor-Oprean-Gymnasialschule, mit der silbernen Ehrennadel des Landesforums der Deutschen in Rumänien ausgezeichnet. Der DFDR-Vorsitzenden Dr. Paul Jürgen Porr nahm eigens an der Versammlung teil, um ihr die hohe Auszeichnung persönlich zu überreichen und nahm die Gelegenheit wahr, die regen Aktivitäten des Banater Regionalforums, das „zahlenmäßig die meisten Mitglieder hat“, lobend hervorzuheben.
Der Vorsitzende des Banater Forums Dr. Johann Fernbach konnte zu dieser besonderen Versammlung nicht nur die Vertreter des Banater Regionalforums begrüßen, sondern neben dem Landesvorsitzenden auch den Geschäftsführer Benjamin Jozsa. Anwesend waren auch der in Temeswar heimische Abgeordnete der Deutschen Minderheit im rumänischen Parlament Ovidiu Ganț sowie der Generalvikar der Diözese Temeswar Johann Dirschl.
Moderator des Nachmittags war der Vorsitzende des Demokratischen Forums der Banater Berglanddeutschen Erwin Josef Țigla, der auch die Laudatio auf Dietlinde Huhn hielt. Darin würdigte er die Geehrte als „eine aus unseren Reihen“, die sich seit Jahrzehnten für ihre Landsleute in Großsanktnikolaus und weit darüber hinaus einsetzt. Er erinnerte daran, dass Dietlinde Huhn 1954 in Großsanktnikolaus geboren wurde und nach dem Philologie-Studium in Temeswar und einem Intermezzo als Deutschlehrerin in Großkarol im Sathmarer Land 1982 in ihren Heimatort zurückkehrte, wo sie bis zum Eintritt in den Ruhestand im Jahr 2020 als Deutschlehrerin tätig war. Nach der Wende, von 1990 bis 2014, war sie zudem als stellvertretende Schulleiterin für die deutsche Abteilung verantwortlich. Dabei habe sie sich, so der Laudator, in erheblichem Maß um „den Erhalt, die Festigung und die Steigerung der Qualität des muttersprachlichen Deutschunterrichts“ verdient gemacht, was vor allem in den 1990er Jahren ein „harter Kampf“ war. Zur Förderung der Attraktivität der deutschen Abteilung hätten aber besonders die vielen außerschulischen Aktivitäten beigetragen, die Dietlinde Huhn meistens gemeinsam mit dem Deutschen Ortsforum organisiert hat. Bei ihrem Renteneintritt konnte sie zu ihrer eigenen Genugtuung eine „gefestigte deutsche Abteilung“ übergeben.
Doch schon immer sei auch kulturelles und gesellschaftliches Engagement ihr ein Anliegen gewesen. Nach der Wende übernahm sie 1990 den Vorsitz des Demokratischen Forums der Deutschen in Großsanktnikolaus, ab 1994 war sie auch für die örtliche Sozialstation zuständig und wurde bald in den Vorstand des Banater Regionalforums gewählt. Im Mittelpunkt ihrer Tätigkeit in Großsanktnikolaus habe stets das Bemühen gestanden, den Beitrag der Deutschen aus Großsanktnikolaus zu würdigen und publik zu machen. Sie war die Initiatorin der Gedenktafel für den Chirurgen Dr. Hans Röhrich, aber auch der Gedenkplakette zur Erinnerung an die Russlanddeportation im Vorraum der Kirche.
Im kulturellen Bereich würdigte der Laudator den Einsatz von Dietlinde Huhn bei der Pflege des deutschen Volkstanzes, der Tracht, der Musik sowie der Sitten und Bräuche der Banater Schwaben. Er erwähnte auch ihre zahlreichen Beiträge in Zeitungen und Zeitschriften und in Sammelbänden sowie besonders die Buchveröffentlichung zum römisch-katholischen Friedhof der Deutschgemeinde von Großsanktnikolaus, die sie 2018 zusammen mit ihrem Bruder Otmar Huhn realisiert hatte und die auch von einer Internetseite flankiert ist.
Als besonders bemerkenswert hob Țigla die Zusammenarbeit von Dietlinde Huhn mit dem Verein Altenhilfe aus Burgkirchen in Bayern hervor, aber auch ihre Vernetzung mit der römisch-katholischen Pfarrei, dem örtlichen Bürgermeisteramt und den verschiedenen Gliederungen des Banater Regionalforums hervor. Diese Vernetzung führte auch zur erfolgreichen Organisation der 200-Jahr-Feier der katholischen Kirche in Großsanktnikolaus im Oktober 2024. Die Vielseitigkeit der Geehrten, so schloss der Laudator, sei „so mannigfaltig, dass man es kaum in kurzen Sätzen fassen“ könne. Mit Sicherheit wäre Großsanktnikolaus und die deutsche Gemeinschaft im Banat um einiges ärmer, wenn es Dietlinde Huhn nicht gäbe, zeigte er sich überzeugt.
Nachdem Dr. Porr die Ehrung vorgenommen hatte, überreichte der DFDB-Vorsitzende Dr. Fernbach der Geehrten im Namen des Forums einen Blumenstrauß. Dietlinde Huhn bedankte sich bei den Vertretern des Forums für die Unterstützung ihrer Arbeit. Hinter dieser Auszeichnung stehe vor allem, dass man die Tätigkeit eines kleinen Ortsforums wahrgenommen habe und diese „abgewogen, verglichen und bewertet hat“.
In einer einfühlsamen Rede würdigte Dietlinde Huhn das Regionalforum und die diversen Ansprechpartner, denn aus eigenen Kräften wäre es wie „ein Süppchenkochen auf Sparflamme“. Ihr Dank ging auch an die Spitzen im Landesforum und an den Abgeordneten im rumänischen Parlament. Das Landesforum sei für sie nicht nur ein Geldgeber und Bewilliger von Projekten, sondern ein Anhaltspunkt „damit das kleine Forumsschiffchen im richtigen Fahrwasser bleibt“ und das geschehe „kompetent, konsequent und bescheiden“. Ein Empfang im Foyer des Adam Müller-Guttenbrunn-Hauses rundete die Veranstaltung ab.









