Der Geruch von schwowischem Essen, die Klänge von „Mein Banater Land“ und „Veilchenblaue Augen“ und das Gefühl von Gemeinschaft haben auch in diesem Jahr wieder vom 16. bis zum 18. Januar die Räume des Jugendhauses in Heiligenstadt gefüllt. Zum vierten Mal in Folge fand dort das Landesseminar für Kinder, Jugendliche und Familien des Landesverbandes Bayern der Landsmannschaft der Banater Schwaben statt. Insgesamt 57 Personen sind wie gewohnt aus Ingolstadt, München, Augsburg und Nürnberg angereist – und diesmal sind auch 17 Mitglieder der neu gegründeten Würzburger Tanzgruppe dazugekommen – um sich über die nächsten zweieinhalb Tage gemeinsam mit den Traditionen der Banater Schwaben auseinanderzusetzen und selbst aktiv das Brauchtum zu pflegen.
Geschichts- und Gesangsstunde
Nachdem alle am Freitagabend angekommen waren, ging es schon los mit einer „Unterrichtsstunde“ mit Sven Konschitzky. Er gab uns einen sehr lebendigen Einblick in die Geschichte der Banater Schwaben: Mit Hilfe eines Rollenspiels zeigte er, wie die Anfänge der Auswanderung ins Banat abgelaufen sein könnten und was sich im Vorfeld der drei großen Schwabenzüge in den Herkunftsgebieten ereignet hat. Danach wurden mit Akkordeonbegleitung von Oswald Reingruber und Ewald Buschinger altbekannte und neue Lieder gesungen: „Wenn der Mühlstein traget Reben, und daraus fließt kühler Wein …“ und noch viele andere. Bei diesem schönen Einstieg in das gemeinsame Wochenende wurde viel gelacht, man hat neue und vertraute Gesichter gesehen, aus voller Kehle gesungen und natürlich gab es auch Zeit für nette Gespräche.
Tanz- und Bastelstunde
Mehr oder weniger ausgeruht haben wir uns dann am nächsten Morgen wieder zum Frühstück getroffen, das die Kochgruppe aus Ingolstadt für die ganze Gruppe vorbereitet hat. So gestärkt konnten wir voll motiviert unser Programm beginnen. Unter der Anleitung von Sven Konschitzky lernten die Neulinge eifrig die Grundschritte für Walzer und Polka. Ramona Sobotta hat den schon geübten Tänzerinnen und Tänzern die neuen DBJT-Tänze beigebracht. Aber es wurde natürlich nicht ausschließlich getanzt: Bei dem Kurs „Plott it Yourself“ durften unter der Leitung von Jasmin Dornstauder und Jessi Buschinger Oberteile „geplottert“, also bedruckt werden. Als Motiv haben die beiden „Pipatsche“, ausgesucht, um das Ganze so richtig schön „schwowisch“ zu gestalten. Da sie sich bei diesem Workshop viel Mühe gegeben und auch im Vorfeld schon viel Zeit dafür investiert haben, gilt den beiden ein ganz besonderes Dankeschön!
Während der Pausen und am Abend hat das Kochteam wieder gezaubert und alle mit köstlichem Essen überwältigt. Es fing an mit der beliebten Fleischklößchensuppe („ciorbă de perișoare“), weiter ging es dann mit gefüllten Hähnchenschenkeln auf gebratenem Gemüse und Sauerrahm, außerdem Zwiebelfleisch mit Spätzle. Als Nachspeise gab es köstliche Vogelmilch.
Nach dem Abendessen war das Programm aber noch lange nicht vorbei: Wie es sich für ein Seminar der Banater Schwaben gehört, wurde am Abend wieder getanzt, gesungen und gelacht. Für eine wunderbare Stimmung und beste Laune bei allen sorgte Robby Abendschein hinter dem DJ-Pult.
Abschied von Freunden bis nächstes Jahr
Am nächsten Morgen wurden nach dem Frühstück die Ergebnisse des Seminars zusammengefasst, danach haben wir noch ein letztes Mal zusammen getanzt. Wie immer machte „Wahre Freundschaft“ den Abschluss. Hier floss auch die eine oder andere Träne und es wurde „füreinander Sorge getragen“. Nach so einem emotionalen Abschied fiel einem die Heimreise gar nicht so leicht. Umso schöner ist es, dass das Seminar für Januar 2027 schon in Planung ist. Junge und Junggebliebene, neue und alteingesessene Tänzer und Tänzerinnen und Interessierte aus ganz Bayern sind auch im nächsten Jahr gerne gesehen, um wieder ein schönes, stimmungsvolles Wochenende gemeinsam zu gestalten. Wir sind sehr dankbar, dass dieses Seminar vom Kulturwerk Banater Schwaben Bayern aus Haushaltsmitteln des Bayerischen Staatsministeriums für Familie, Arbeit und Soziales gefördert worden ist.










