Jedes Jahr veranstaltet der Landesverband Bayern der Landsmannschaft der Banater Schwaben in einer anderen bayerischen Stadt ein Gedenken an die tiefgreifenden Ereignisse rund um die Deportation unserer Landsleute zur Zwangsarbeit in die Sowjetunion. Der 81. Gedenktag wurde am 11. Januar 2026 gemeinsam mit dem Kreisverband Würzburg beim Denkmal der Vertriebenen auf dem Würzburger Hauptfriedhof abgehalten.
Patrick Stanek, der Vorsitzende des Kreisverbands Würzburg, begrüßte alle anwesenden Gäste und besonders die Fahnenabordnungen der HOG Wetschehausen und des heimischen Kreisverbands. In seiner Gedenkansprache erinnerte Harald Schlapansky, Vorsitzender des Landesverbandes Bayern, an das schwere Unrecht im Januar 1945, das bis heute in den Familien der Banater Deutschen nachwirkt. Rund 35000 Deutsche aus dem Banat waren im Januar 1945 aus ihren Häusern verschleppt und zur Zwangsarbeit in die Sowjetunion deportiert worden. Tausende überlebten diese Jahre der Entbehrung, des Hungers und der Kälte nicht. Und für jene, die zurückkehrten, war die Heimat nicht mehr dieselbe: Ihre Familien waren enteignet, ihre Häuser verloren, ihre Würde verletzt. Aus diesem Anlass erinnerte der Landesvorsitzende an den Aufruf der Aussiedlerbeauftragten der Bayerischen Staatsregierung Dr. Petra Loibl, das Schicksal der von Flucht und Deportation Betroffenen zu würdigen, ihrer zu gedenken und Lehren für die Zukunft zu ziehen. Er erwähnte auch, dass mittlerweile die Entschädigungszahlungen des rumänischen Staates an die Hinterbliebenen ein offizielles Zeichen der Anerkennung für dieses Leid seien, auch wenn das geschehene Unrecht dadurch nicht wiedergutgemacht werden kann.
Pfarrer Adam Possmayer, beauftragter Priester für Aussiedler- und Vertriebenenfürsorge, zelebrierte einen Wortgottesdienst am Gedenkstein. Er wies darauf hin, dass die Verletzungen der Menschenwürde und Freiheitsberaubungen auch in der heutigen Zeit noch ein großes Problem darstellen und dass dadurch Menschen wie damals auch zum Spielball großer Mächte werden.
Unter den Klängen der Bläsergruppe wurde seitens des Landesverbandes Bayern und des Kreisverbands Würzburg je ein Kranz zu Ehren aller Deportationsopfer niedergelegt, als sichtbares Zeichen dafür, dass Erinnerung nicht verstummen darf.
Im Anschluss lud der Kreisvorsitzende alle Anwesenden zu Kaffee und Kuchen ins „Haus der Heimat“ ein.
Wir danken dem Kulturwerk der Banater Schwaben Bayern, das diese Veranstaltung aus Mitteln des Bayerischen Staatsministeriums für Familie, Arbeit und Soziales gefördert hat.










