Im Sommer 2023 hatte Pfarrer Robert Dürbach sein 25-jähriges Priesterjubiläum gefeiert, unter anderem in Maria Radna im Rahmen der deutschen Wallfahrt. Nach der heiligen Messe, der er als Hauptzelebrant vorstehen durfte, hatte der Jubilar gegenüber der „Allgemeinen Deutschen Zeitung für Rumänien“ erklärt, dass er an diesem Ort schon sehr früh gelernt habe, die Liebe zur Gottesmutter zu verinnerlichen. Die Himmelskönigin sei ihm eine große Stütze auf seinem Lebensweg und er hoffe, als Marienkind im Leben auch als „Marienkind im Tod an ihrer Hand aus diesem Leben gehen“ zu dürfen. Nun, kaum zwei Jahre später, ist der treue Diener seines und unseres Herrn unerwartet und viel zu früh in die ewige Heimat eingegangen. Am Abend des 19. Dezember 2025 ist Pfarrer Robert Dürbach in der Tübinger Universitätsklinik aus dem irdischen Leben geschieden. Wir können uns gewiss sein und es als tröstlich empfinden, dass die Gottesmutter Maria seinen Wunsch in der Stunde des Todes erhört hat. Die Nachricht von seinem Ableben hat sich wie ein Lauffeuer verbreitet und in den Gemeinden, in denen er gewirkt hat, bei Freunden und Weggefährten, bei seinen Landsleuten tiefe Betroffenheit ausgelöst.
Pfarrer Robert Dürbach stammte aus Hatzfeld, wo er am 1. August 1966 geboren wurde und die Schule besuchte. 1984, kurz vor dem Abitur, ist er zusammen mit seinen Eltern Katharina und Georg Dürbach und seiner jüngeren Schwester Brigitte nach Deutschland ausgesiedelt. Die Familie ließ sich in Ulm nieder. Nach seinem Abitur in Rottweil folgte Robert Dürbach seiner geistlichen Berufung, die er schon früh verspürt hatte, und trat 1986 im Kloster St. Petersberg in Silz, Österreich, dem Orden der Regularkanoniker vom Heiligen Kreuz (kurz „Kreuzorden“) bei. Es folgten ein einjähriges Noviziat in Braga, Portugal, und von 1987 bis 1994 das Studium der Philosophie und Theologie an der Hochschule des Ordens „Institutum Sapientiae“ in Anápolis, Brasilien.
Als Diplom-Theologe kehrte Robert Dürbach 1994 nach Deutschland zurück. Nach einem pastoralen und pädagogischen Praktikum im Marianum Buxheim, einer Niederlassung der Salesianer Don Boscos, führte ihn sein Weg 1995 in die Heimatdiözese Temeswar, wo er vom damaligen Bischof Sebastian Kräuter mit offenem Herzen aufgenommen wurde. Nach mehreren Stationen des pastoralen Einsatzes in Lugosch, Reschitza und Lovrin wurde er an Allerheiligen 1997 zum Diakon geweiht. Anschließend war er in der Filiale Triebswetter der Pfarrei Großsanktnikolaus tätig, wobei ihm auch die Assistenz in der Pfarrei Lovrin anvertraut wurde. Am 27. Juni 1998 empfing Robert Dürbach in der Domkirche zu Temeswar die Priesterweihe. Bischof Kräuter ernannte den Neupriester zum Kaplan der Pfarrei Arad Zentrum, mit der Aufgabe, sich um die deutschsprachigen Gläubigen in der Stadt zu kümmern. Im Oktober 1999 wechselte er als Pfarrverweser in die Pfarrei Lovrin mit ihren Filialen.
Im Laufe des darauffolgenden Jahres kehrte Pfarrer Dürbach nach Deutschland zurück und trat in den pastoralen Dienst der Diözese Rottenburg-Stuttgart ein. Zunächst war er in Ulm und Umgebung, anschließend als Vikar in Tuttlingen tätig. Von 2003 bis 2007 wirkte er in der Seelsorgeeinheit Unteres Filstal in Uhingen, wohin er nach zweijährigem Einsatz in der Seelsorgeeinheit Mittleres Jagsttal in Mulfingen am 1. September 2009 zurückkehrte. Hier wirkte er als beliebter und geschätzter Seelsorger bis zu seinem Hinscheiden. Durch seine Liebe zu Jesus Christus und seinen lebendigen Glauben, durch seinen unermüdlichen Einsatz für die Menschen hat er in den Gemeinden, die ihm als Seelsorger anvertraut waren, tiefe Spuren hinterlassen.
Pfarrer Robert Dürbach blieb zeitlebens seiner Heimatstadt Hatzfeld und dem Banat, seiner Heimatdiözese Temeswar wie auch seinen Landsleuten eng verbunden. Er bekannte sich stets zu seiner Herkunft; dass dies kein Lippenbekenntnis war, stellte er durch sein langjähriges Engagement in der Heimatortsgemeinschaft Hatzfeld und im Gerhardsforum Banater Schwaben, seine Teilnahme an landsmannschaftlichen Veranstaltungen oder seine regelmäßigen Reisen ins Banat unter Beweis.
Von 2001 bis 2023 gehörte Pfarrer Dürbach dem Vorstand der HOG Hatzfeld an. Dabei lag ihm besonders die Heimatkirche sehr am Herzen. Er pflegte die Kontakte zur Pfarrei und unterstützte sie ohne großen Aufhebens, er machte sich für die umfassende Sanierung und Renovierung der Kirche stark, wozu die HOG Hatzfeld einen erheblichen finanziellen Beitrag erbracht hat, und feierte, sooft er in seinem Heimatort weilte, Gottesdienste mit den Gläubigen in der Sankt-Wendelin-Kirche. Es war ihm ein Herzensanliegen, sein silbernes Priesterjubiläum auch in der alten Heimat zu feiern: am 30. Juli 2023 in Hatzfeld und zwei Tage später in Maria Radna.
Als großer Verehrer der Gottesmutter Maria von Radna fühlte sich Pfarrer Dürbach der Wallfahrtsbasilika besonders verbunden. Über viele Jahre hinweg nahm er als Konzelebrant an der deutschen Wallfahrt zu diesem Marienheiligtum teil und gestaltete die Kreuzwegandacht nach der heiligen Messe. Am 2. August 2023 wurde dem Jubelpriester die besondere Ehre zuteil, den Wallfahrtsgottesdienst als Hauptzelebrant zu leiten. In Anerkennung seines fürsorglichen christlichen Einsatzes und seiner Verbundenheit mit der Heimatkirche und den Gläubigen wurde Pfarrer Robert Dürbach bei dieser Gelegenheit mit der Sankt-Gerhards-Medaille der Diözese Temeswar geehrt.
Pfarrer Dürbach war Gründungsmitglied und stellvertretender Vorsitzender des 2009 ins Leben gerufenen Gerhardsforums Banater Schwaben und brachte sich in die Vereinsarbeit aktiv ein. Die Heimatortsgemeinschaft Hatzfeld und das Gerhardsforum Banater Schwaben trauern um einen langjährigen Wegbegleiter, einen tief im Glauben verwurzelten und den Menschen zugewandten Seelsorger, einen aufrichtigen, offenherzigen und gewinnenden Menschen. Wir werden Pfarrer Robert Dürbach in dankbarer Erinnerung behalten. Unsere tief empfundene Anteilnahme gilt seinen Angehörigen.










