Der Spruch lautet vollständig: „Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg“ und bedeutet, dass man mit starker Entschlossenheit und dem Wunsch, ein Ziel zu erreichen, immer Mittel und Wege findet, dieses auch zu verwirklichen. Für Hans Szeghedi, Vorsitzender des Kreisverbandes der Landsmannschaft der Banater Schwaben in Landshut, war diese klassische Volksweisheit wohl ein Leben lang das Leitmotiv, das ihn immer wieder zum Durchhalten bewogen hat.
Am 1. Januar 1951 in Sankt Emmerich in der Nähe von Karlsburg (Alba Julia) geboren, hat er mit seinen Eltern noch im selben Jahr sein erstes Zuhause zurückgelassen, um nach Lugosch zu ziehen. Dort war die junge Familie nämlich ursprünglich zuhause, bevor es sie aus beruflichen Gründen in die Nähe von Karlsburg verschlagen hatte. So wurde Lugosch der eigentliche Heimatort, wo Hans Szeghedi seine Kindheit verbrachte und die Volksschule besuchte.
Im Anschluss daran ging er in Ferdinandsberg an die Berufsschule und 1969 schloss er eine Ausbildung zum Schweißer erfolgreich ab. Was er in der Ausbildung theoretisch gelernt hatte, konnte er in den folgenden drei Jahren als Arbeiter im Hüttenkombinat von Reschitz erfolgreich in der Praxis anwenden.
1972 nach Lugosch zurückgekehrt, lernte Hans die aus Darowa stammende Magdalena Grimm kennen und fand, dass sie die passende Frau war, um den Bund fürs Leben zu schließen. Mit der Geburt der beiden Söhne Arnold und Manfred war dann die Familiengründung abgeschlossen.
Ab 1972 war Hans beruflich in mehreren unterschiedlichen Betrieben in Lugosch tätig. Seine letzte Arbeitsstelle war das Lugoscher Volkstheater. Dort wirkte er überwiegend im kulturellen Bereich als Laienspieler und Spielleiter, nebenbei war er aber Verwalter des Hauses und brachte auch sein handwerkliches Können zum Einsatz.
Seither übten Kultur und Theater eine magische Anziehungskraft auf Hans aus. So ist es nicht verwunderlich, dass er nach seiner Aussiedlung nach Deutschland im September 1988 auch einen Weg gefunden hat, in der neuen Heimat in Landshut eine Laienspielgruppe ins Leben zu rufen. Denn: wenn man etwas wirklich will, findet man einen Weg, es zu verwirklichen! Und Hans war von jeher ein Mensch der Tat: Tue etwas für deine Familie, tue etwas für die Gemeinschaft! Dann hast du nicht umsonst gelebt!
Hauptberuflich war Hans Szeghedi als Mesner der Sankt-Nikola-Kirche in Landshut tätig. So hat er das Pfarrheim als idealen Ort zum Proben entdeckt. Und nicht nur dafür, sondern auch für die kulturellen Aktivitäten, die er im Rahmen seiner ehrenamtlichen Tätigkeit für den Kreisverband Landshut ausübte. Er war so begeistert von der Idee einer kleinen Laienspielgruppe, dass es für ihn leicht war, diese Begeisterung auf andere zu übertragen – getreu dem Wort des Kirchenvaters Augustinus: „Nur wer selbst brennt, kann Feuer in anderen entfachen.“
Im Jahr 1997 entstand die Laienspielgruppe, die in den darauffolgenden sechs Jahren ein zahlreich erscheindendes, begeistertes Publikum mit jeweils einem anderen Lustspiel erfreute.
Als Hans 2004 zum Vorsitzenden des Kreisverbandes Landshut gewählt wurde, musste er die Leitung der Laienspielgruppe schweren Herzens aufgeben. Nicht zuletzt, weil er auch seiner Tätigkeit als Vorsitzender der HOG Lugosch (1999-2015) weiterhin gewissenhaft nachkommen wollte.
Sein reges Wirken im kulturellen und gesellschaftlichen Leben wurde vor allem wegen seiner authentischen und von Begeisterung getragenen Führung dieser Vereine durch zahlreiche Auszeichnungen gewürdigt: dem Exzellenz-Diplom für Schauspiel und Regie vom Lugoscher Volkstheater, der Verdienstmedaille in Silber der Landsmannschaft der Banater Schwaben, der Ehrennadel in Gold für langjährige Mitgliedschaft im Verein der Deutschen aus Rumänien sowie dem Ehrenbrief der Landsmannschaft der Banater Schwaben.
Obwohl Hans seit 2012 im Rentenstand ist, ist in sein Leben keine Ruhe eingekehrt. Es geht bunt und flott weiter und er hat sogar einen zusätzlich erweitertem Wirkungskreis, der bestimmt wird von vielen Reisen und intensivem Kümmern um den Enkelsohn. So ist der rührige Rentner und stolze Opa gut und gern beschäftigt.
Dass Hans all die an ihn herangetragenen Herausforderungen mit Bravour gemeistert hat, verdankt er nicht zuletzt auch seiner Frau Mali. Je nach Lage und Notwendigkeit hat sie ihm – der überwiegend freundlich, nett, hilfsbereit und fleißig ist, aber manchmal auch tollpatschig sein und durchaus auch granteln kann – stets dazu verholfen, dass es ein Happyend gab. Schließlich steht ja bekanntlich hinter jedem starken Mann eine starke Frau!
Im Namen des Kreisverbandes und der gesamten Landsmannschaft wünschen wir unserem Hans alles Gute zum 75. Geburtstag. Möge er noch viele Jahre segensreich für unsere Gemeinschaft wirken!









