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Für die Gemeinschaft handeln

Die Weihnachtskrippe im Dom zu Temeswar

Peter-Dietmar Leber (Bundesvorsitzender)

Am 29. November hat unsere Landsmannschaft mit einem Festakt im Donauschwäbischen Zentralmuseum in Ulm an die Gründung unseres Verbandes vor 75 Jahren erinnert. Ich musste bei der Veranstaltung mehrmals an die Gründungsmitglieder unserer Landsmannschaft denken. Flüchtlinge, Kriegsheimkehrer, zum Teil noch in Notunterkünften und Flüchtlingsbaracken untergebracht, manche ohne feste Anstellung, die Familien auseinandergerissen, kamen sie zusammen, um über die Belange der Gemeinschaft zu reden, um einen Rahmen zu schaffen innerhalb dessen Banater schwäbisches Gemeinschaftsleben stattfinden sollte. Zwei Studenten waren darunter, einige Lehrer, Handwerker, Apotheker, ein Arzt aus den verschiedensten Regionen des Banats. Sie waren so wenige, die Mittel so begrenzt, aber schau, was daraus geworden ist. Und wieviel einfacher ist das jetzt für uns, aus welch einem Potential können wir schöpfen, was steht uns nicht alles zur Verfügung. Sollten wir uns deshalb nicht öfters fragen, was wir in dieser Woche, in diesem Monat, in diesem Jahr für den Erhalt der Gemeinschaft getan und darauf auch eine Antwort geben können? Löschen wir das Fragezeichen und setzen wir ein Ausrufezeichen dahinter, so hätten es unsere Gründungsmitglieder gerne gehabt. Haben Sie schon geschaut, ob aus Ihrem Heimatort auch jemand unter ihnen war? Tun Sie das, gehen Sie dem nach.

In 75 Jahren hat sich unsere Landsmannschaft zu einer starken und geachteten Organisation entwickelt. Wir sind nach dem Territorialprinzip der Bundesrepublik Deutschland in einem Bundesverband, in Landes- und Kreisverbänden organisiert. Wir haben aber auch die Organisationsform der Heimatortsgemeinschaften bewahrt. Beide haben ihren Platz unter dem Dach der Landsmannschaft, genauso wie die diversen Fachverbände, Kultur- und Sozialvereine, Arbeitsgruppen und Freundeskreise. Einige waren im Laufe unserer Geschichte nur von kurzer Lebensdauer, andere wiederum schauen mittlerweile schon auf eine längere und vor allem erfolgreiche Geschichte zurück. Für das Bestehen und Wirken unserer Landsmannschaft und unserer Gemeinschaft waren jedoch alle von Bedeutung.

Unsere Landsmannschaft mit allen Gliederungen und Vereinen hat in diesem Jahr wieder sehr viele Veranstaltungen organisiert, hat insgesamt Tausende Banater Schwaben und deren Freunde zusammengeführt. Sie ist mit großen Publikumsveranstaltungen, Konzerten, kirchlichen Veranstaltungen, Vorträgen und Lesungen, Gedenkveranstaltungen, Brauchtums- und Trachtenfesten, Bällen, Sportveranstaltungen, Buchherausgaben, Begegnungsreisen hervorgetreten. Sie hat auch im Banat gewirkt. Trachtengruppen pflegten Jugendaustausch, Vorstände säuberten Friedhöfe, sammelten für den Erhalt sakraler Gebäude, für die Pflege der Friedhöfe. Aus Geschichte wächst Verantwortung, aber nur wenn wir sie kennen, wenn wir uns damit beschäftigen, wenn wir sie annehmen. Es ist die Verantwortung für das Wirken jener zehn bis zwölf Generationen vor uns im Banat und jener drei Generationen in Deutschland, in deren Reihe wir nun mal stehen.

Vertreter unserer Landsmannschaft engagieren sich in gesellschaftlichen Einrichtungen, in Stadt- und Gemeinderäten, in kirchlichen und karitativen Einrichtungen, im Bund der Vertriebenen, in Bildungseinrichtungen oder in anderen Brauchtumsvereinen. Überall dort, wo sie als Banater Schwaben auftreten, sind sie Botschafter unserer Gemeinschaft und unseres Verbandes. Wir haben viele solcher Botschafter und wir sind auf alle stolz. Darüber berichtet wurde in unserer Verbandszeitung, der Banater Post, die trotz Internet und sozialer Medien für unsere Mitglieder das einende Band darstellt. Danke allen, die über ihre Veranstaltungen, über ihren Heimatort, ihre Heimatortsgemeinschaft, über ihren Kreisverband oder Landesverband berichtet haben. Mehrmals im Jahr, sollte etwas darüber erscheinen, nicht nur in den Geburtstags- oder Sterbenachrichten. Denken Sie an die Gemeinschaft und daran, was sie in jeder Woche, in jedem Monat und in jedem Jahr für deren Erhalt tun können.

Nicht unerwähnt lassen möchte ich auch die gute Zusammenarbeit unserer Landsmannschaft mit Bildungseinrichtungen, Hochschulinstituten, Museen. Immer wieder ergeben sich hier neue Ansätze für Kooperationen, die einen Beitrag zur Vermittlung unserer Geschichte und Kultur leisten. Das gilt auch für die Zusammenarbeit mit den Aussiedlerbeauftragten des Bundes und der Länder, mit den Fachpolitikern der Vertriebenen und Aussiedlern.

Wir haben auch in diesem Jahr die Beziehungen zu den Landsleuten und Mitgliedern in Österreich, in Brasilien, in den USA und Kanada aufrechterhalten. Die modernen Kommunikationsmittel ermöglichen dies problemlos und die Freude über einen Anruf, eine E-Mail oder über eine persönliche Begegnung ist nach wie vor riesengroß.

Wir werden auch im kommenden Jahr wieder zahlreiche Veranstaltungen organisieren. Für den Bundesverband sei auf den Heimattag an Pfingsten in Ulm als die größte Veranstaltung unserer Landsmannschaft hingewiesen. Merken Sie sich das Datum vor und kommen Sie nach Ulm!  Die weiteren Veranstaltungen kündigen wir, und bitte auch Sie für Ihre Gliederung, in der Banater Post und auf unserem Internetportal www.banater-schwaben.org an. Die Veranstaltungen müssen Sie selbst eintragen. Machen Sie davon Gebrauch. Diesem Brief ist der traditionelle Stefan Jäger Kalender für das Jahr 2026 beigelegt. Er soll ein Dankeschön für Ihre Mitarbeit in diesem Jahr sein.

Der Bundesvorstand der Landsmannschaft der Banater Schwaben, die Mitarbeiter der Bundesgeschäftsstelle und der Redaktion der Banater Post wünschen Ihnen und Ihren Vorstandskollegen, Ihren Familienangehörigen, die Sie in Ihrer Arbeit entlang des Jahres immer wieder unterstützen, ein besinnliches und friedvolles Weihnachtsfest sowie ein gutes und erfolgreiches Neues Jahr!

In Verbundenheit, Ihr

Peter-Dietmar Leber
Bundesvorsitzender