„80 Jahre: Erinnern, Bewahren, Gestalten“ – getragen von diesem Leitwort hielt der Bayerische Landesverband des Bundes der Vertriebenen (BdV) am 9. November 2025 in Zuchering seine zentrale Gedenkveranstaltung zum Tag der Heimat ab.
Der BdV-Landesvorsitzende Dr. h. c. Christian Knauer begrüßte viele Gäste und Ehrengäste. Stadträte, Vertreter der Kirchen, Ingolstadts Oberbürgermeister Michael Kern, der Landtagsabgeordnete Alfred Grob und der frühere bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer waren der Einladung gefolgt. In seiner Festrede sagte Knauer, 2025 sei ein Jahr zum Innehalten, Gedenken und Nachdenken, weil mit dem Ende des Zweiten Weltkriegs vor 80 Jahren, der Befreiung der Konzentrationslager und dem Beginn der Vertreibung aus den deutschen Ostgebieten, auf drei große Ereignisse in der Geschichte zurückgeschaut werde.
Horst Seehofer erinnerte an die Charta, in der sich die mehr als zwei Millionen Heimatvertriebene zum Verzicht auf Rache und Vergeltung sowie zur Aussöhnung verpflichtet haben. Seehofer richtete seinen Blick auch auf die bemerkenswerte Aufbauleistung der Heimatvertriebenen. Ihr Einsatz in einem zerstörten Land und unter schwierigen Bedingungen habe Bayern nachhaltig geprägt.
Im Rahmen dieser Festveranstaltung wurde wie jedes Jahr der Kulturpreis des BdV 2025 verliehen, der aus einem Hauptpreis und Ehrengaben besteht. Eine der Ehrengaben wurde der Tanzgruppe der Banater Schwaben Ingolstadt verliehen. Die Laudatio zu dieser Auszeichnung hielt Ramona Sobota, Leiterin der Tanzgruppe Augsburg und Vorstandsmitglied im BdV. Sie würdigte die Tanzgruppe für ihr besonderes Streben, die überlieferten Sitten, Bräuche und Traditionen des schwäbischen Banats in Ehren zu halten und sie aus innersten Überzeugung getreu dem Motto: „Erreichen die Wurzeln das Wasser, wachsen die Zweige zum Himmel“, weiter zu tragen. Damit will die Tanzgruppe sicherstellen, dass sich auch die nächsten Generationen am überlieferten Kulturgut erfreuen können. Besonders hob sie die Verdienste der Tanzgruppe für den Zusammenhalt der Generationen hervor: Sie veranstalte regelmäßig Feste und Nachmittage in schwäbischer Mundart im Ingolstädter Seniorenzentrum Josef Nischbach. Dadurch werde den Seniorinnen und Senioren Abwechslung in ihrem Alltag geboten und „ein Lächeln in ihre Gesichter gezaubert“.
Die Tanzgruppe bedankte sich für die Laudatio und die besondere Auszeichnung. Bei ihr bestätige sich damit das Gefühl, in den letzten Jahren stets das Beste gegeben zu haben.
Ebenfalls eine Ehrengabe ging an die Siebenbürgische Jugendtanzgruppe Ingolstadt. Paul Hansel hielt die Laudatio. Den Kulturpreis 2025 selbst erhielt Stefan Daubner, Lehrer am Schyren-Gymnasium Pfaffenhofen. Als Laudator würdigte der Landesvorsitzende Christian Knauer dessen besondere Verdienste im Bereich der Kulturarbeit.
Für den musikalischen Rahmen des Festakts sorgten der Chor „Sehnsucht“ der Deutschen aus Russland, geleitet von Ida Haag, die von Katharina Kraus geleitete „Burgberger Singgruppe“ sowie die Siebenbürger Banater Blaskapelle unter der Leitung von Hermann Mattes.









