„Mer losse uns net!“ – Dieser geläufige „schowische“ Spruch beschreibt trefflich das unermüdliche Wirken des Lenauheimer HOG-Vorsitzenden Werner Griebel für die Gemeinschaft der Lenauheimer in Deutschland, in Rumänien und in der Welt. Seine langjährige, von vielen Erfolgen gekrönte ehrenamtliche Tätigkeit hat ihm Bekanntheit und Anerkennung weit über die Grenzen der eigenen HOG hinaus verschafft und ihn zu einer wichtigen Stütze landsmannschaftlicher Arbeit werden lassen.
Am 12. Dezember 1955 in Lenauheim geboren, besuchte Werner Griebel die Volksschule im Heimatdorf, wonach er in Temeswar die Berufsschule als Fräser abschloss und auf der Abendschule das Abitur nachholte. Nach dem Militärdienst arbeitete er in Hatzfeld kurze Zeit in der Knopffabrik und dann bis zur Auswanderung im Mai 1990 in der Verwaltung des örtlichen Krankenhauses. Zuletzt wirkte er als stellvertretender Verwaltungsleiter, eine verantwortungsvolle Position, die ihn in der schwierigen Zeit des politischen Umbruchs in Rumänien vor manche Herausforderung stellte.
Ihm und seiner dortigen Tätigkeit ist es zu verdanken, dass der Verein „Südsteirische Rumänienhilfe“ auf Lenauheim aufmerksam wurde. Man wandte sich nämlich an Werner Griebel, als Ende Dezember 1989 ein Transport mit Hilfsgütern aus Österreich ins Banat kam, denn das Hatzfelder Krankenhaus liegt nahe an der Grenze zu Serbien. Aus dieser Verbindung ergab sich in der Folge eine Zusammenarbeit zwischen der Gemeinde Lenauheim und der Südsteirischen Rumänienhilfe, welche in den Jahren 1992-1997 zur Installation einer Wasserversorgungsanlage in Lenauheim führte. Daran hatten Werner Griebel, inzwischen nach Deutschland ausgereist, und sein Vater August, der im Heimatort verblieben war, maßgeblichen Anteil. Beide wurden 1997 zu Ehrenbürgern von Lenauheim ernannt. Zwischen Lenauheim und Mureck in der Steiermark entwickelte sich eine offizielle Gemeindepartnerschaft.
Im Jahr 1997 wurde Werner Griebel in den Vorstand der HOG Lenauheim gewählt, deren Vorsitzender er seit 2001 ist. In dieser Funktion unterhielt er stets einen engen Kontakt zum Heimatort. Die guten Verbindungen zur Gemeinde und zur Pfarrei in Lovrin, zu der Lenauheim als Filiale gehört, sind Grundvoraussetzung für die Durchführung der vielfältigen Aktivitäten der HOG vor Ort. Dazu zählen die Pflege und Instandhaltung des Friedhofs, der Kirche, des Kriegerdenkmals und des Lenau-Museums sowie die Abhaltung des traditionellen Festes „Fiii satului – Kinder des Dorfes“. Zu den Herzensanliegen von Werner Griebel gehören auch die Planung, Organisation und Durchführung der alle zwei Jahre stattfindenden Heimattreffen der HOG Lenauheim in Deutschland, die alljährlichen Fußballturniere sowie die Teilnahme mit Fahnenabordnung an der Aussiedlerwallfahrt in Ludwigshafen-Oggersheim und an anderen landsmannschaftlichen Veranstaltungen.
Ein weiterer Schwerpunkt der HOG-Tätigkeit ist die Patenschaft der HOG Lenauheim über die Partnerschaft der Gemeinde Lenauheim mit der Verbandsgemeinde Kirner Land in Rheinland-Pfalz, die seit 2016 besteht. Im Rahmen dieser Partnerschaft nimmt die HOG Lenauheim die Rolle eines Vermittlers und Brückenbauers zwischen Rumänien und Deutschland ein. Auch diese Verbindungen sind eng, sind doch Vertreter der HOG Lenauheim, der Gemeinde Lenauheim und der Verbandsgemeinde Kirner Land wechselseitig bei den jeweiligen lokalen Veranstaltungen zugegen, sei es beim „Romantischen Gartenfest“ auf Schloss Dhaun im Kirner Land, beim Fest „Fiii satului – Kinder des Dorfes“ in Lenauheim oder bei den Heimattreffen und Fußballturnieren der HOG in Süddeutschland. Die Zusammenarbeit zwischen Lenauheim und Kirn bewirkte auch, dass das Tageszentrum für Kinder mit Einschränkungen in Lenauheim durch die in Kirn ansässige „Soonwaldstiftung – Hilfe für Kinder in Not e. V.“ unterstützt wird.
Zu den jüngsten Aktivitäten der HOG Lenauheim gehört die 2024 vorgenommene Instandsetzung der historischen Orgel in der Heimatkirche. Die Realisierung dieses Vorhabens war nur aufgrund der guten persönlichen Beziehungen des HOG-Vorsitzenden zur Gemeinde, der Pfarrei und Diözese möglich sowie durch die Einwerbung von Spenden und Unterstützern wie Dr. Franz Metz. Seinem unermüdlichen Einsatz ist es zu verdanken, dass die restaurierte Orgel seit Dezember 2024 wieder in voller Kraft erklingt.
Ein letztes Beispiel für den stetigen Einsatz des Jubilars sei noch angebracht: Nachdem bei der jährlichen Reinigung der Friedhofskapelle im Jahr 2024 aufgefallen war, dass das Dach und die Seitenwände beschädigt sind, bat Werner Griebel sogleich zwei ihm bekannte Handwerker, die Schäden in Augenschein zu nehmen. Es wurde ein Renovierungstermin im nächsten Frühjahr vorgeschlagen, doch gelang es Werner Griebel die Handwerker zu überzeugen, die notwendigen Arbeiten schon in der folgenden Woche durchzuführen. Nach kurzer Abstimmung mit dem HOG-Vorstand konnte die Renovierung vorgenommen und am Sonntag darauf die renovierte Kapelle vom Ortspfarrer gesegnet werden. Dieses unermüdliche – und wenn nötig auch kurzentschlossene – Wirken für die Gemeinschaft ist es, was Werner Griebel auszeichnet – und das seit über drei Jahrzehnten.
Als Rentner lebt er heute in Mannheim und kann sich hier zusammen mit seiner Frau Isolde an den drei Enkelkindern erfreuen, Zeit im Garten verbringen und mit Banater Landsleuten in Mannheim und Umgebung Kontakte pflegen. Wege nach Lenauheim finden sich immer wieder, so dass diese Verbindung durch aktive Kontakte weiterhin aufrechterhalten werden kann. Möge er noch viele Jahre segensreich für unsere Gemeinschaft wirken.









