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Ein Triebswetterer mit Leib und Seele: Nachruf auf Heinz Vogel

Heinz Vogel (1934 - 2025) Foto: privat

Mit dem Ableben unseres Landsmannes Dipl. Ing. Heinz Vogel geht für unser Heimatdorf Triebswetter eine Ära zu Ende. Eine der größten Persönlichkeiten, die das Dorf hervorge-bracht hat, ist für immer von uns gegangen. Heinz Vogel ist am 17. Oktober 2025 in Triebswetter verstorben.

Geboren am 20. Mai 1934 in Triebswetter, stammte Heinz Vogel aus guten familiären Verhältnissen. Nach dem Besuch der Volksschule in Gottlob, wo der Vater Apotheker war, erfolgte 1945 der Umzug nach Triebswetter. Doch die Nachkriegsumstände haben ihm Stolpersteine in den Weg gelegt. Nachdem die Eltern enteignet und verschleppt wurden, war er ganz auf sich allein gestellt.

Nach dem Besuch des rumänischen Loga-Gymnasiums und des Deutschen Lyzeums in Temeswar (1946-1951) verrichtete er lange Jahre verschiedene Hilfsarbeiten, u. a. war er Arbeiter in der Druckerei Poligrafia Temeswar, Grundschullehrer in Bethausen, Mathematiklehrer in Bakowa oder „Normator“ bei der GAS Busiasch. Nach Beendigung des Militärdienstes ließ er sich 1957 in Triebswetter nieder, wo er unterschiedliche Tätigkeiten als Mechaniker und Brigadier bei der GAS Tomnatic ausführte. Neben seiner täglichen Arbeit studierte er im Fernstudium Agrarwissenschaften und schloss 1965 mit dem Staatsexamen ab. Danach machte er eine steile Berufskarriere bis zum Direktor verschiedener staatlicher Großunternehmen (ISCIP Birda, ISCIP Ceala – Arad, INC Timis – Giarmata).

1962 heiratete er seine Ilona („Ilu“) und die Familie verlegte ihren ersten Wohnsitz nach Temeswar. Aus der Ehe stammen die drei Kinder Christine, Norbert und Robert. Ein schwerer Schicksalsschlag traf die Familie Vogel, als Norbert 1985 mit 18 Jahren starb. Drei Jahre später, am 26. Dezember1988, schlug das Schicksal erneut zu: Heinz Vogel hatte einen schweren Autounfall. Er selbst sagte einmal, dass dieser Unfall sein „erstes Leben“ beendet habe. Gleichzeitig hat er aber  auch zum Ende seines Berufslebens in der sozialistischen Ära Rumäniens geführt. Denn nachdem Heinz Vogel im Temeswarer Krankenhaus an einer Blutinfektion erkrankt war, wurde er zur weiteren Behandlung nach Frankfurt ausgeflogen. Dort wurde ihm das linke Bein abgenommen, danach folgten viele weitere Operationen und Krankenhausaufenthalte in Freiburg und Offenburg. 

Erst nach 10-monatigem Krankenhausaufenthalt Vogels durfte seine Frau im Mai 1989 nach Deutschland nachkommen. Für Heinz Vogel war dieser Moment, als er, nur mit einem Spitalshemd bekleidet, seine Frau, die nur mit einer Handtasche nach Deutschland gekommen war, wiedergesehen hat, der Beginn seines „zweiten Lebens“.

Kaum genesen, wurde Heinz Vogel aktiv. 1990 gründete er in Rumänien die Banat Jagd GdbR und den VOSS-Landwirtschaftsbetrieb. Im Elternhaus in Triebswetter richtete er eine Caritasstation ein. Unterstützt  von Bischof Sebastian Kräuter organisierte Heinz Vogel vier Kirchweihfeste und Wallfahrten nach Maria Radna. Des Weiteren schrieb und veröffentlichte er das „Treffil-Buch“, gab das Triebswetterer Monatsblatt heraus und stellte die Banater Gotteshäuser ins Internet. Ab 2005 setzte er sich unermüdlich für die Sanierung der katholischen Kirche in Triebswetter ein. 1997 wurde ihm der Ehrenbrief der HOG Triebswetter und 2010 der Ehrenbrief der Landsmannschaft der Banater Schwaben verliehen. 

Heinz Vogel trotzte seinem Schicksal und hatte ein erfülltes Leben. Die vielen beruflichen und sozialen Erfolge sind ein Beweis dafür, dass Beharrlichkeit, Fleiß und Ausdauer zum Erfolg führen können.
Viele Aktionen der HOG Triebswetter, z.B. in Kirche und Friedhof,  konnten mit seiner Hilfe vor Ort bewältigt werden. Trotz seiner großen Erfolge ist Heinz Vogel ein Triebswetterer mit Leib und Seele geblieben. 
Für uns Triebswetterer war und bleibt er: „te Vogel Heini“. Unser Mitgefühl gehört seinen Angehörigen, er wird uns immer in ehrendem Andenken bleiben. Möge er ruhen in Frieden!