Die nun schon traditionelle Kirchweih des Kreisverbandes Augsburg fand am 20. September bei strahlendem Wetter statt. In diesem Jahr hatten sich die Organisatoren etwas Neues ausgedacht: Es wurde nicht, wie sonst, ein bestimmts Dorf in den Vordergrund gerückt, sondern sozusagen alle Banater Dörfer. Denn die Kirchweih wurde auf „Frateliaer Art“ gefeiert. In der Temeswarer Vorstadt Fratelia, heute der 6. Stadtbezirk, hatten sich seit 1904 neue Siedler aus vielen umliegenden Dörfern niedergelassen, die dann gemeinsam Kirchweih feierten. Also gab es auch in Augsburg zur Kirchweih alle mögliche Trachten bei den Mädchen zu bewundern. Die Herren trugen – ganz „herrisch“ – Anzug und Krawatte zum Kerweih-Hut!
Wie immer fand die Kirchweih im Stadtteil Haunstetten statt. Der Kirchweihzug mit dem Vortänzerpaar Stella Sobotta und Lukas Ebker an der Spitze zog vom TSV Haunstetten zur Kirche St. Albert, wo ein ergreifender Gottesdienst mit mit dem Heimatpfarrer Alexander Lungu stattfand. Der Chor der Banater Schwaben Augsburg unter der Leitung von Aniko Oster umrahmte die Feier gemeinsam mit Sebastian Maurer an der Orgel musikalisch. Die Fürbitten trug die Jugend – Kirchweihmädchen und Kirchweihbub – vor, die Lesung die Kreisvorsitzende Hella Gerber. Der Kirchweihspruch kam traditionsgemäß von der Vortänzerin Stella Sobotta. Pfarrer Lungu segnete den Kirchweihstrauß.
Nach dem Gruppenfoto und den Tanzrunden auf dem Kirchplatz bewegte sich der Zug zu den Klängen der Musikkapelle der Banater Schwaben Augsburg unter der Leitung von Gerhard Hipp erneut durch die Straßen von Haunstetten zurück zum TSV. Der Landtagsabgeordnete und BdV-Bezirksvorsitzende Andreas Jäckel, der in Haunstetten lebt und oft und gerne bei den Banater Schwaben zu Gast ist, schätzt die Banater Kirchweih ganz besonders, weil sie ihn an frühere Kirchweihfeste in Haunstetten erinnert. Inzwischen feiern in diesem Stadtteil nur noch die Banater Kirchweih.
Im Saal wurden die Kirchweihpaare und Gäste von der Kreisvorsitzenden Hella Gerber herzlich begrüßt. Sie erinnerte daran, dass auch früher die Kirchweih eine Gemeinschaftsleistung mit vielen helfenden Händen war und lobte vor allem die Familie Ramona und Thomas Sobotta und die drei Augsburger Tanzgruppen (Kinder, Jugendliche und Erwachsene) mit ihren rührigen Leiterinnen , die die Hauptlast der Organisation trugen. Als Ehrengäste begrüßte die Kreisvorsitzende und Augsburger Stadträtin den Landtagsabgeordneten Andreas Jäckel, den Augsburger Bürgermeister Bernd Kränzle, ihre Stadtratskollegin Sabine Slawik sowie etliche Funktionsträger der Landsmannschaft. Sie dankte allen Mitwirkenden und Helfern und zeigte ihre Freude darüber, dass so viel Jugend bei der Kerwei mitmacht. Ursprünglich sei diese ja immer das Fest der Jugend gewesen. Auch dankte sie dem Kulturwerk der Banater Schwaben Bayern für die Förderung dieser Brauchtumsveranstaltung aus Mitteln des Bayerischen Sozialministeriums.
Nach dem Grußwort des Landtagsabgeordneten folgte das Kulturprogramm, moderiert von Lilly Förg und Samia Sobotta. Vortänzer Lukas sprach den Kerweispruch. Ramona Sobotta erläuterte die Entscheidung, Kirchweih nach „Frateliaer Art“ zu feiern. Auch sie gehörte zu denen, die in Fratelia aufgewachsen sind. Sie stellte den Stadtteil mit einer Bildpräsentation kurz vor. Als Grundlage dazu diente ihr das Heimatbuch Fratelia, das die frühere HOG-Vorsitzende Franziska Graf verfasst und ihr großzügig zur Verfügung gestellt hatte. Auch die eindrucksvolle Fotowand im Saal entstand mit Bildern aus diesem Buch.
Wie in Fratelia seinerzeit waren in Augsburg an diesem Tag die Trachten mehrerer Dörfer zu sehen: aus Großjetscha, Hatzfeld, Lenauheim, Nitzkydorf, Perjamosch und Sanktmartin. Eine Besonderheit war die Versteigerung des Straußes über Lose. Gewinner war Anna Wissens. Auch über Hut und Tüchl entschied das Losglück, die Gewinner waren Hans Liesz und Hella Gerber.
Bei bester Stimmung ging danach der Kirchweihball noch bis Mitternacht. Ein großer Dank geht vom Kreisverband auch an Familie Cakmak, die neuen Pächter im TSV Haunstetten, für die gute Bewirtung, die in den letzten Jahren stets ein Kritikpunkt war. Der Kreisverband Augsburg lädt schon jetzt zur Kirchweih 2026 ein – am gleichen Ort am 3. Samstag im September!









