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Neuwahlen beim BdV-Präsidium: Stephan Mayer ist neuer Vorsitzender

Stefan Mayer ist der neue Vorsitzende des BdV Foto: BdV

Die Bundesversammlung des Bundes der Vertriebenen (BdV) hat  in Berlin ein neues Präsidium gewählt. Neuer Präsident wurde der Bundestagsabgeordnete Stephan Mayer mit 98 Prozent der Delegiertenstimmen. Er löst Dr. Bernd Fabritius ab, der den Verband seit 2014 geführt hat und nicht erneut kandidierte, um sich voll auf sein Amt als Beauftragter der Bundesregierung für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten konzentrieren zu können. 

Der 51-jährige Stephan Mayer engagiert sich seit 2008 im BdV-Präsidium, seit 2016 als Vizepräsident. Aufgrund seiner familiären Wurzeln ist er der Sudetendeutschen Landsmannschaft eng verbunden und gehört dem Präsidium des Sudetendeutschen Rates an. Der ehemalige Parlamentarische Staatssekretär war zwischen 2010 und 2018 Präsident der THW-Bundesvereinigung. Seit 2002 vertritt der Rechtsanwalt den Wahlkreis Altötting/Mühldorf am Inn als direkt gewählter Abgeordneter der CSU im Deutschen Bundestag.

Zu Vizepräsidenten des Verbandes wählten die Delegierten: Stephan Grigat, Rita Hagl-Kehl, Raimund Haser MdL, Steffen Hörtler, Egon Primas und Johann Thießen. Zu weiteren Mitgliedern des Präsidiums wurden gewählt: Milan Horáček, Rainer Lehni, Siegbert Ortmann, Stephan Rauhut, Brunhilde Reitmeier-Zwick und Heiko Schmelzle. Hiltrud Leber gehört als Präsidentin des Frauenverbandes dem Präsidium an. Der baden-württembergische Landesvorsitzende unserer Landsmannschaft Richard Jäger wurde zum Kassenprüfer gewählt. 

Spontan trugen die Delegierten der Bundesversammlung dem scheidenden Präsidenten Dr. Bernd Fabritius die Ehrenpräsidentschaft an, die dieser sichtlich gerührt annahm. Das neue Präsidium steht für Kontinuität in den Themen und Erneuerung in der Ansprache kommender Generationen.

Der Bundesvorsitzende unserer Landsmannschaft Peter-Dietmar Leber dankte dem langjährigen BdV-Präsidenten Dr. Bernd Fabritius für dessen engagierte Arbeit. Er habe stets auch die Interessen der Aussiedler und Spätaussiedler auf die politische Agenda gesetzt. Dem neuen Präsidenten Stephan Mayer, der als Bundestagsabgeordneter seit vielen Jahren immer wieder an den Veranstaltungen unseres Kreisverbandes Waldkraiburg teilnimmt, sicherte er die volle Unterstützung unserer Landsmannschaft zu. Er lud den Präsidenten zu einer gemeinsamen Fahrt ins Banat ein.

Die Bundesversammlung fasste zugleich eine umfassende Entschließung zu den Schwerpunkten Erinnerungskultur, Menschenrechte, soziale Gerechtigkeit und Zukunft der Vertriebenenarbeit. Sie fordert u.a. die Erfüllung des gesetzlichen Auftrags nach § 96 BVFG, um Geschichte, Kultur und Identität der Heimatvertriebenen und Aussiedler dauerhaft zu sichern; eine verlässliche Förderung der Kulturinstitutionen wie des Oberschlesischen Landesmuseums und der Kulturstiftung der Vertriebenen; den Erhalt des Kulturerbes in den Heimatgebieten und die Förderung der Verständigungsarbeit mit den östlichen Nachbarn; die Stärkung der Migrationsberatung (MBE) sowie die Sicherung sozialer Gerechtigkeit für Spätaussiedler, insbesondere durch eine Reform des Fremdrentenrechts; die Ächtung von Vertreibungen weltweit und die völkerrechtliche Anerkennung des Rechts auf die Heimat als Menschenrecht. 

Mayer erklärte zum Abschluss der Sitzung: „Der Generationswechsel an der Spitze unseres Verbandes ist mehr als nur ein personeller Wechsel – er ist das Versprechen, Erinnerung und Verantwortung in neuer Form weiterzutragen. Der Bund der Vertriebenen bleibt eine Gemeinschaft der Menschlichkeit und der Verständigung, die Brücken schlägt zwischen Vergangenheit und Zukunft. Aus Erinnerung erwächst Verantwortung – aus Verantwortung entsteht Zukunft.“