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„Buwa, was hamer heit?“ – „Jubiläum“: 45 Jahre Banater Trachtengruppe Nürnberg

Gruppenbild in der Nürnberger Innenstadt: Mit Kirchweihstrauß und Kinderstrauß feierte die Banater Trachtengruppe Nürnberg ihr 45. Jubiläum. Viele Mitwirkende, Partnergruppen und Gäste von nah und fern zeigten Präsenz und auch die Siebenbürger Tanzgruppe bereicherte den Zug mit ihrer farbenfrohen Tracht. Fotos: Nikolaus Dornstauder

Trachtenpaare mit Kirchweihstrauß umrahmten die Ehrengäste bei der Feier des 45. Jubiläums der Nürnberger Trachtengruppe, u.a. den Nürnberger OB Marcus König (Mitte) und den Bundestagsabgeordneten Michael Frieser (4. von rechts).

Der Bayerische Ministerpräsident Markus Söder ist stets ein gern gesehener Gast bei den Veranstaltungen des Kreisverbands Nürnberg unserer Landsmannschaft. Er gratulierte der Trachtengruppe zum 45. Jubiläum.

Wer am 27. September, einem Samstagnachmittag, durch die Nürnberger Innenstadt schlenderte, konnte schon von Weitem die vertrauten Klänge der Lillachtaler Musikanten hören. Und wer genauer hinschaute, der sah ein farbenfrohes Bild aus Trachten, Bändern und fröhlichen Gesichtern: Die Banater Trachtengruppe Nürnberg feierte Kirchweih. Aber nicht nur das, sondern gleichzeitig auch ihr 45-jähriges Bestehen.

Traditionsgemäß startete das Fest mit einem feierlichen Gottesdienst, zelebriert vom Kreisvorsitzenden Lucian Mot. Wie es Brauch ist, wurden die Kirchweihsträuße und der Kirchweihwein geweiht – beides Zeichen des Segens und der Gemeinschaft. Die jüngste Generation der Trachtengruppe stand gleich zu Beginn im Mittelpunkt: Die Vortänzerin der Kinder Mara Ganz, trug – ja, diesmal ein Mädchen. Wieso auch nicht? – stolz den Kirchweihspruch vor: „Selbst ist die Frau,/  So sagt man mir;/ Drum steh ich hier/ Und mach – was sonst nur Knaben –/ Die Kirchweih anzusagen.“ Ein besonderer Moment, der vielen Kerweihgästen ein Lächeln ins Gesicht zauberte. Er zeigte, dass unsere Tradition auch in der jüngsten Generation lebendig bleibt.

Ein Festzug durch die Stadt

Angeführt von der Musik und begleitet vom rhythmischen Klang der Trommeln marschierten über 70 Trachtenträgerinnen und Trachtenträger zum Denkmal der Vertriebenen am Hallplatz, wo das Kulturprogramm stattfand. Unter den Trachtenpaaren waren auch unsere Gäste, die „Banater Veilchen“ aus Würzburg und die Siebenbürgische Jugendtanzgruppe Herzogenaurach.  Zwischen neugierigen Passanten, Touristen und Nürnbergern füllte sich der Platz schnell. Es wurde getanzt, gelacht und gefeiert. Die bunten Röcke flogen, die Musik schallte durch die Innenstadt – und wer zufällig vorbeikam, blieb unweigerlich stehen. Es war, als ob ein Stück Vergangenheit mitten im Hier und Jetzt weitertanzte.
Besonders freuten wir uns über die Anwesenheit von Persönlichkeiten aus den Reihen der Politik. Der Oberbürgermeister der Stadt Nürnberg Marcus König und der Bundestagsabgeordnete Michael Frieser gaben uns die Ehre und überbrachten Grußworte. Beide betonten, wie wichtig die Banater Schwaben für das kulturelle Stadtbild Nürnbergs sind – und das Publikum am Hallplatz war der beste Beweis dafür.

Am Abend verlagerte sich das Geschehen ins Gemeinschaftshaus Langwasser. Hier erwartete die Gäste das abschließende Kirchweihprogramm, Live-Musik und Tanz. Die Trachtenpaare bildeten ein Spalier, als der bayerische Ministerpräsident Dr. Markus Söder eintraf. In seiner Ansprache würdigte er nicht nur das Jubiläum, sondern sprach auch sehr persönlich als Mitglied der Landsmannschaft.
Auch der Bundesvorsitzende der Landsmannschaft Peter Leber fand bewegende Worte. Er lobte die langjährige engagierte Verbandsarbeit der Nürnberger Gruppe, die sich ihren festen Platz in der Stadtgesellschaft und auch im Landesverband Bayern der Landsmannschaft erarbeitet hat.

Zwischen Tanz, Tradition und Nachdenklichkeit

Eines durfte natürlich nicht fehlen – der Kirchweihspruch des Vortänzers Dominik Neidenbach. Mit ernster Stimme und klarer Haltung verband er Tradition mit aktuellen Themen und proklamierte zugleich den Willen auf Frieden in der Welt. In seinen Versen hieß es: „Hör ich Soldatenstiefel hallen,/ Und seh’ die Mächtigen – betongeschützt – die Fäuste ballen .../ Dann fasst die Angst mit starker Faust nach mir/ Und mahnt und ruft: Wofür?“ Er erinnerte daran, dass Kirchweih nicht nur ein fröhliches Fest ist, sondern auch ein Moment des Innehaltens, der Dankbarkeit und des Gedenkens.

Die Gruppenleiterin Melanie Kling fasste zusammen, was die Nürnberger Trachtengruppe im Kern ausmacht. Seit 45 Jahren treffen sich Menschen aller Generationen Woche für Woche. Nicht nur zum Tanzen, sondern auch zum Reden, Lachen, Helfen. „Trachtengruppe bedeutet auch, dass sich die Kinder auf ihre Freunde freuen, die Erwachsenen sich über die Woche austauschen – und in manch geselliger Runde wird der Kirchweihwein verkostet und akribisch ausgewählt,“ beschrieb Melanis Kling. Und weiter: „Wir sind eine große Familie. Drei Generationen tanzen gemeinsam. Wir arbeiten, lachen, feiern und helfen zusammen.“ Diese Gemeinschaft war an diesem Festtag deutlich spürbar.

Das ungeschriebene Gesetz, inzwischen Tradition der Trachtengruppe, wurde befolgt und der Kinderstrauß an das (dem Alter nach) nächste Mädchen der Gruppe überreicht. Isabel Meßthaler nahm ihn mit sichtlichem Stolz entgegen. Ein Zeichen, dass das Brauchtum weitergegeben wird. Danach hieß es: „Tanz frei!“ Nach dem Ausmarsch der Trachtenpaare füllte sich die Tanzfläche in Windeseile mit fröhlichen Gästen. Bis tief in die Nacht wurde getanzt, gelacht und gefeiert. In einer Tanzpause fand die traditionelle Verlosung von Hut, Tuch und Kirchweihstrauß statt – und die Gewinner durften ihren Ehrentanz genießen.

Ein Blick zurück – und nach vorn

Statt der klassischen Festschrift wurde den Besuchern zu diesem Fest ein liebevoll gestalteter Kalender sowie ein USB-Stick mit Impressionen aus 45 Jahren Trachtengruppenleben angeboten. Ein Stück Geschichte zum Mitnehmen – und zum Erinnern in den eigenen vier Wänden.

Ein großes Dankeschön geht an das Kulturwerk der Banater Schwaben Bayern und das Bayerische Staatsministerium für Familie, Arbeit und Soziales für die Unterstützung der Jubiläumsfeier. Wir danken auch unseren Gästen aus Würzburg, der Jugendtanzgruppe Herzogenaurach und den Lillachtaler Musikanten für ihre tänzerischen und musikalischen Beiträge – und natürlich allen Helfenden, die im Hintergrund dafür sorgten, dass dieser Tag gelingen konnte.
Am Ende bleibt festzuhalten: Es war ein würdiges Fest für ein großes Jubiläum.  Und die Antwort auf die altbekannte Frage: „Buwa, was hamer heit?“ – war an diesem 27. September eindeutig: ein unvergessliches Kirchweihfest zum 45. Jubiläum der Banater Trachtengruppe Nürnberg.

Weitere Infos über das Verbandsleben in Nürnberg finden Sie auf Instagram (banat_nbg), Facebook (Banater Trachtengruppe Nürnberg), Youtube  (banatnbg) oder auf unserer Webseite www.banat-nuernberg.de