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„Heimat lebt in der Gemeinschaft“ - Guttenbrunner Treffen in Frankenthal

Andacht mit Heimatpfarrer Markus Krastl am Guttenbrunner Gedenkstein auf dem Friedhof in Fürth/Odenwald Foto: Harald Sehl

Heimat ist kein Ort allein – sie lebt durch Erinnerung, durch Begegnung, durch gemeinsame Werte. All das zeigte sich eindrucksvoll beim 33. Guttenbrunner Treffen, das am Wochenende des 19. und 20. Juli 2025 im Haus der Donaudeutschen Landsmannschaft Frankenthal stattfand. Über 200 Teilnehmer kamen zusammen, um alte Freundschaften aufleben zu lassen, neue Kontakte zu knüpfen, Erinnerungen zu teilen und um gemeinsam nach vorn zu blicken.

Bereits am Freitagabend reiste die Delegation aus der alten Heimatgemeinde Zăbrani/Guttenbrunn nach Frankenthal an. Unter Leitung von Bürgermeister Dan Codrean und in Begleitung weiterer neun Gemeinderatsmitgliedern nahm die Gruppe eine weite Reise auf sich, um ihre tiefe Verbundenheit zur Guttenbrunner Gemeinschaft in Deutschland zu zeigen. Am Abend kamen Gastgeber und Gäste beim gemeinsamen Abendessen im „Brauhaus zur Post“ in Frankenthal zusammen. In entspannter Atmosphäre entstanden bereits die ersten Gespräche, Erinnerungen wurden ausgetauscht, neue Kontakte geknüpft.

Bevor das Heimattreffen am Samstag offiziell begann, nutzte die Delegation aus Zăbrani auf Einladung des HOG-Vorstands den Vormittag zu einem besonderen Ausflug: Eine Besichtigung des Kaiserdoms in Speyer stand auf dem Programm. Das eindrucksvolle romanische Bauwerk hinterließ bei den Gästen aus dem Banat einen bleibenden Eindruck.

Das Heimattreffen begann offiziell am Samstag um 14 Uhr im Donauschwabenhaus Frankenthal. Den Saal hatte der HOG-Vorstand bereits am Vortag festlich geschmückt und mit Blumen dekoriert. Nicht fehlen durfte natürlich das Kuchenbuffet: Sage und schreibe 36 selbstgebackene Torten und Kuchen wurden von den Teilnehmern mitgebracht – ein optischer und geschmacklicher Genuss, der zum gemütlichen Beisammensein bei Kaffee und angeregten Gesprächen einlud.

Der von Heimatpfarrer Markus Krastl zelebrierte Gottesdienst im Festsaal war einer der Höhepunkte des Tages. In seiner Predigt sprach er vielen Anwesenden aus der Seele – über Zusammenhalt, Wurzeln, Glauben und das Bewahren der Geschichte. Der Guttenbrunner Kirchenchor, geleitet von Astrid Marsel, gestaltete die Messe musikalisch mit bekannten Kirchenliedern aus der Heimat – ein emotionaler Moment für viele.

Nach dem feierlichen Eröffnungslied, der Banater Hymne, begrüßte die Vorsitzende der Heimatortsgemeinschaft Guttenbrunn Hiltrud Leber die Anwesenden herzlich – darunter zahlreiche Ehrengäste – Bürgermeister Dan Codrean mit der Delegation aus Zăbrani, Bürgermeister Volker Oehlenschläger und den Gemeindevertretervorsitzenden Rainer Gemmel aus Fürth im Odenwald, den Bundesvorsitzenden unserer Landsmannschaft Peter-Dietmar Leber, Pfarrer Markus Krastl , den Ehrenvorsitzenden der Landsmannschaft Bernhard Krastl mit Ehefrau Veronika, den Beisitzer im Bundesvorstand der Landsmannschaft Walter Keller und den Vorsitzenden der Donaudeutschen Landsmannschaft Frankenthal Johann Schmaltz.

In ihrer Rede zog die Vorsitzende eine eindrucksvolle Bilanz der letzten beiden Jahre: Vom großen 300-jährigen Jubiläum Guttenbrunns im Sommer 2024 über die Restaurierung der Wendelin-Kapelle, die Pflege des Friedhofs bis hin zu einer Vielzahl an kulturellen und publizistischen Projekten – darunter Jubiläumskalender, Gedenkkarte, Chronik und eine Einwanderertafel in der Kirche. Dank und Anerkennung sprach sie den vielen Unterstützern und Spendern aus.

Besonders feierlich wurde es, als Bernhard Krastl, der 38 Jahre lang als Vorsitzender die HOG geführt hatte, laut einstimmigem Beschluss der Mitgliederversammlung, zum Ehrenvorsitzenden ernannt wurde. Die Vorsitzende würdigte sein jahrzehntelanges Engagement und seine Rolle als Brückenbauer. Darüber hinaus wurden 14 Guttenbrunner aufgrund ihres langjährigen Engagements – sei es im Vorstand, als Kassenprüfer, Organisatoren oder stille Helfer – zu Ehrenmitgliedern der HOG Guttenbrunn ernannt: Erwin Berg, Michael Hammes, Peter Knapp, Markus Krastl, Adam Lulay, Astrid Marsel, Manfred Maurer, Erich Mayer, Agnes Peter, Adam Sattler, Josef Schäffer, Johann Schiller, Eva Unterweger, Wilhelm Wagner. Kraft ihres Amtes und aufgrund besonderer Verdienste erhielten außerdem Bürgermeister Dan Codrean, Bürgermeister Volker Oehlenschläger, der Vorsitzende der Gemeindevertretung Rainer Gemmel, der Fürther Altbürgermeister Gottfried Schneider sowie der Ortspfarrer von Guttenbrunn Ioan Cadarean die Ehrenmitgliedschaft der Heimatortsgemeinschaft Guttenbrunn. „Diese Ehrungen sind sichtbarer Ausdruck unserer tiefen Dankbarkeit und unseres Respekts für den unermüdlichen Einsatz und die Treue zur Gemeinschaft“, so die Vorsitzende.

Zum Abschluss ihrer Rede betonte die Vorsitzende die Wichtigkeit von Gemeinschaft, Erinnerung und Zukunftsplanung. Projekte wie der geplante Abschluss des Kriegerdenkmals mit einem Adler oder einem Marmorkreuz – hier wurde offen abgestimmt: Adler, wie ursprünglich, oder Kreuz, die Mehrheit stimmte für den Adler –, die Übersetzung der Guttenbrunner Chronik ins Rumänische oder weitere Pflegearbeiten am Friedhof zeigen: Die Arbeit geht weiter, getragen von vielen, die sich mit Herzblut engagieren.

Ihr herzlicher Dank galt den Delegationen aus Zăbrani und Fürth im Odenwald, dem Pfarrer für die geistlichen Impulse, allen Helferinnen und Helfern für Kuchentheke, Technik und Organisation, den Kuchenspendern für das überwältigende Buffet, Harald Sehl für das Fotografieren, dem Vorstandsteam für seinen unermüdlichen Einsatz sowie dem gesamten Vorstand der Donaudeutschen Landsmannschaft Frankenthal für die herzliche Aufnahme. Ein weiterer besonderer Dank ging an das Küchenteam der Donaudeutschen Landsmannschaft. Das von ihnen zubereitete warme Abendessen war ein voller Erfolg: herzhaft und reichhaltig.

Unsere Landsmännin Melitta Giel, geborene Herrschaft, überraschte die Vorstandsmitglieder sowie Bernhard und Markus Krastl mit einem besonderen Geschenk: einer Siebdruckgrafik mit einem Guttenbrunner Motiv, das einer Publikation von Emil Maenner entnommen und von ihrem bereits verstorbenen Ehemann gedruckt worden war. Helga Berg, Elisabeth Sauer und Harald Sehl übergaben der HOG drei Trachtenpuppen in Guttenbrunner Tracht. Die HOG wird sich bemühen, eine würdige Bleibe dafür zu finden.

Am Abend wurde gefeiert. Michael Reinholz spielte schwungvoll zum Tanz auf und sorgte mit bekannten Melodien für ausgelassene Stimmung. Später griff Hausherr Johann Schmaltz selbst zur Geige. Die Tanzfläche war bis spät in die Nacht voll – gelacht, getanzt, gesungen wurde bis 1 Uhr morgens.

Am Sonntagvormittag versammelten sich viele Teilnehmer zur Andacht am Guttenbrunner Gedenkstein auf dem Friedhof in Fürth im Odenwald. Dort wurde in würdigem Rahmen der 47 Verstorbenen der letzten zwei Jahre gedacht und ein Kranz niedergelegt. An die Opfer der Russlanddeportation vor 80 Jahren wurde in einer Ansprache erinnert. Worte, Gebete und stille Minuten verbanden sich zu einem bewegenden Abschluss des Treffens. Der Kreisbeigeordnete Volker Buser nahm an unserer Andacht auf dem Friedhof teil und überbrachte die Grüße des Landrats vom Kreis Bergstraße Christian Engelhardt. Sein Grußwort steht auf unserer Webseite.

Erfüllt von vielen Eindrücken und Begegnungen verabschiedete sich die Delegation aus Zăbrani nach dem Mittagessen im Gasthaus „Zum Grünen Baum“ in Fürth und trat die rund 1400 Kilometer lange Heimreise an. Das Rosengesteck, das am Samstag den Altar in der Festhalle festlich geziert hatte, wurde im stillen Gedenken ehrfurchtsvoll am Adam Müller-Guttenbrunn-Gedenkstein niedergelegt.

Am Nachmittag stand für die HOG Guttenbrunn ein kultureller Programmpunkt auf dem Plan: der Besuch der Museumsscheune in Erlenbach, in der eine Ausstellung über Guttenbrunn zu sehen ist. Nach 15 Uhr wurde die Gruppe herzlich vom Museumsleiter Bernd Bauer empfangen. Auch eine Reporterin der Odenwälder Zeitung war vor Ort, um über das Guttenbrunner Treffen und den Museumsbesuch zu berichten – ein schöner Ausdruck regionaler Verbundenheit und ein Zeichen öffentlicher Wertschätzung für die Arbeit der Heimatortsgemeinschaft.

Das 33. Guttenbrunner Treffen in Frankenthal war nicht nur ein Fest der Erinnerung, es war ein lebendiger Beweis dafür, wie sehr die Heimat in den Herzen noch weiterlebt. Mit viel Engagement, Herzlichkeit und einem klaren Blick auf die Zukunft zeigte sich: Guttenbrunn lebt in der Gemeinschaft, im Miteinander, im Gedenken und in der Freude am Zusammenkommen weiter.

Wir möchten Sie herzlich einladen, weiterhin Teil unserer Gemeinschaft zu bleiben. Die Heimatortsgemeinschaft Guttenbrunn informiert regelmäßig über Projekte, Veranstaltungen und Neuigkeiten und freut sich über Ihr Interesse, Ihre Unterstützung und Ihre Rückmeldungen. Unsere Informationskanäle:  Die Website www.guttenbrunn.de, ein WhatsApp-Kanal, eine Facebook-Seite, eine Facebook-Gruppe, Instagram und Newsletter. Bleiben Sie mit uns in Verbindung – wir freuen uns auf Sie!