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Dreißig Jahre Saderlacher Denkmal - Feier in Görwihl

Am Saderlacher Denkmal in Görwihl im Hotzenwald sprach der Ehrenvorsitzende der HOG Hans Burger über die Entstehung und die Bedeutung des Denkmals. Foto: Franz Eisele

Unser Denkmal ist 30 Jahre alt! Die Vorbereitungen für das Saderlacher Treffen, in Görwihl hatten schon viele Monate vor dem 20.-21. Juni 2025 begonnen. Auch diesmal haben sich die Vertreter unserer Heimatortsgemeinschaft viel vorgenommen. Der Ort des Treffens war wieder Görwihl im Schwarzwälder Hotzenwald, wo sich unser Saderlacher Denkmal befindet. Doch das „Drumherum“ hat einiges von den Organisatoren abverlangt.

Ist die Hotzenwaldhalle verfügbar? Wird der Bürgermeister dabei sein? Wird der Weihbischof den Gottesdienst zelebrieren? Werden Mutige die Festtagstracht anlegen? Sind alle potenziellen Festredner bekannt? Ist für das leibliche Wohl gesorgt? Wie ist es mit der musikalischen Umrahmung? Das sind bei jeder Feier die Fragen und Sorgen, die vorab auftreten. Dennoch hat sich wieder einmal bewährt, dass mit Einsatz, Freude und Zuversicht sehr viel gemeistert werden kann. Der Dank hierzu gebührt überwiegend unserem HOG Vorsitzenden Franz Winterhalter. Die Archivbilder aus drei Jahrzehnten wurden von Resi Eisele bearbeitet und waren als Kollagen rundum im Saal aufgestellt. Es konnte sich so mancher neugierige Betrachter auf einem Bild wiederfinden, damals noch als junger Spund und jetzt als Ruheständler. Die ausgestellten Bilder erinnerten viele Besucher an ihre Kindheit, Jugend oder Auswanderung.

Das Treffen begann schon am Freitag mit einem gelungenen Banater Kulturabend, geprägt von einer kurzweiligen Theateraufführung der „Lustigen Schwaben“. Es war schön zu sehen, wie unsere Großeltern kaum Schwierigkeiten hatten, mit dem, was wir „Identität“ nennen. Durch der Lebensstand und das soziale Umfeld waren festgelegt - wie ein Mensch zu sein und wie er zu leben hatte. Seine Rolle war festgeschrieben und gab ihm Halt. Dieses „alte“ System war eine Stütze, die Sicherheit und Geborgenheit vermittelte. Die Vorführung hat mal wieder bewiesen, dass es im Banat ziemlich viele gemeinsame Sitten und Gebräuche gab, Traditionen, die flächendeckend gepflegt wurden. Der Applaus für die detailgetreue Darbietung ließ nicht lange auf sich warten. Was kann für einen Banater schöner sein, als das gemeinsame Singen? Altbekannte Volkslieder regen besonders zum Mitsingen an und wir Saderlacher haben uns an diesem Freitag besonders „singfest“ gezeigt.

Der Samstag war mal wieder ein richtiger Höhepunkt bei diesem Saderlacher Treffen, mit seinen ergreifenden Momenten und mit gelungenen Beiträgen, die mit Interesse von allen Anwesenden verfolgt wurden. Gutes Wetter, viele Menschen, gute Stimmung – es ist diese Mischung, die das Saderlacher Treffen auch in diesem Jahr ausmachte und prägte.

Der Gottesdienst konnte wie gewohnt stattfinden, zelebriert von Weihbischof Christian Würtz und hervorragend begleitet von unserem Organisten Josef Müller. Die Hotzenwald–Bauernkapelle geleitete uns zu dem Saderlacher Denkmal, wo in ergreifenden Ansprachen der Werdegang und der geschichtliche Wert dieses Denkmals betont wurden. Die feierlichen Worte unseres Ehrenvorsitzenden Hans Burger werden wir stets in Erinnerung behalten. Gute Stimmung herrschte dann in der Hotzenwaldhalle bei einem Abend mit vielen Ehrungen und aktuellen Berichten. Für das leibliche Wohl haben die Mitglieder der Rotzinger Trachtenkapelle gesorgt. Wir konnten ein schönes Fest feiern, das gut organisiert war. Es hat alles bestens gepasst. Die Abstimmung mit allen Beteiligten hat gut funktioniert. So fällt die Bilanz des Treffens gut aus und wenn es so weiter bleibt, werden wir auch in Zukunft unvergessliche Tage in Görwihl bei unserem Denkmal verbringen.