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Stammtisch des HDO Freundeskreises: Spitzenweine mit Banater Köstlichkeiten

Banater Spezialitäten zu mährischem Wein gab es beim Stammtisch im Haus des Deutschen Ostens in München. Foto: Johann Janzer

Im Sommer des letzten Jahres wurde ein neuer Vorstand des Fördervereins im Haus des Deutschen Ostens München gewählt. Die Vorstandsvorsitzende Sabine Wintermantel hat schlesische Wurzeln. Ihre Stellvertreterin kommt aus Siebenbürgen und heißt Christa Wandschneider. Johann Janzer, ein Banater Schwabe, ist für die Finanzen zuständig. Renate Beck-Hartmann, sudentendeutscher Herkunft, wurde zur Schriftführerin ernannt.

Gleich zu Beginn der Vereinstätigkeit wurde nach einer Strategie gesucht, um neue Mitglieder zu gewinnen. Mit einem attraktiven Programm soll um neue Freunde für das Haus des Deutschen Ostens in München geworben werden. Gestartet wurde mit einer erfolgreichen Veranstaltung zu Weihnachten. Im April fand anlässlich einer Mitgliederversammlung eine detaillierte Vorstellung der Verantwortlichen sowie eine Darlegung des Vereinsprogramms für das Jahr 2025 statt. Der erste Stammtisch der Mitglieder sollte nun am 26. Juni 2025 in der neuen, herausgeputzten Gaststätte „Bohemia“ im HDO starten.

Der besondere Stammtisch
Der Verein lud zusammen mit der HDO-Leitung zu einem besonderen Stammtisch ein, der sich dem Weinbau in Mähren widmete. Christa Wandschneider und Prof. Dr. Andreas Weber, Leiter des Hauses, eröffneten den spannenden Nachmittag. Andreas Weber stellte den mährischen Historiker und Winzer Dr. Martin Markel aus Brünn in Tschechien vor. Den Teilnehmern wurde die Geschichte des Weinbaus präsentiert und sie wurden Zeugen eines bemerkenswerten Entwicklungsprozesses, der in vielerlei Hinsicht dem Weinbau im österreichischen Weinviertel und in Ungarn ähnelt. Die Deutschen spielten dabei eine entscheidende Rolle als Innovationskraft in diesem Bereich.

Dr. Markel erzählte viel von der Geschichte des mährischen Weinbaus. Er sprach auch über die Geschichte seines zurückgewonnenen, 12 Hektar großen Weinguts in Joslowitz, das sehr nahe an der österreichischen Grenze liegt. Jede Rebsorte stellte er einzeln vor. Es wurde ein Nachmittag voller Geschichte, Genuss und inspirierender Gespräche. Zwischendurch wurden Weißweine und ein Rotwein aus den Jahren 2022, 2023 und 2024 zum Probieren vorgestellt. Zum Neutralisieren der sehr schmackhaften Marthaler Rebensäfte wurden eine Käseplatte und Köstlichkeiten aus dem Banat serviert.

So kam es dann „Am Lilienberg Nummer 5“ in München auch noch zu einer Neubewertung der bei der diesjährigen „Worschtkoschtprob“ in Hatzfeld prämierten Banater Bratwurst: Heinrich Thernes von der Heimatortsgemeinschaft Sanktandres hatte sich bereit erklärt, seine mit dem ersten Preis dotierte Wurst zur Beurteilung zur Verfügung zu stellen. Diese erzielte – wie nicht anders zu erwarten war – auch diesmal das Prädikat: „sehr gut!“ Noch eine weitere Delikatesse aus Südosteuropa kam auf den Tisch. Johann Janzer hatte von seiner Reise ins Banat „Zacusca“ mitgebracht. Die neugierigen Weinverkoster probierten sowohl die „Zacusca“ nach Bauernart mit Bohnen als auch die pikantere Variante dann auch gleich mit Weißbrot. Somit war für den süffigen Rebensaft eine solide Grundlage geschaffen.

Alle Anwesenden waren sich schnell einig: Ein Stammtisch dieser besonderen Art täte der Gemeinschaft im Freundeskreis auch in Zukunft gut. Denn: „Wo keine Gemeinschaft ist, da kann auch keine Freundschaft sein.“

Hinweis: Der nächste Stammtisch für die Freunde des Hauses ist für den 15. Oktober um 16 Uhr angesagt. Dazu wird es eine Führung durch das Haus des Deutschen Ostens geben. Patricia Erkenberg (Kultur- und Bildungsarbeit im HDO) hat hierfür bereits eine Zusage erteilt. Herzlich willkommen!