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Tagung des Verwaltungsrats der AMG-Stiftung

Mitglieder des Stiftungsrates der AMG-Stiftung im Altenheim in Sanktanna (von li.): Helmut Weinschrott, Ana Macarie (ehem. Leiterin), Monika Nicola (Leiterin des Altenheims Sanktanna), Erna Paler, Jakob Lenhardt und Peter-Dietmar Leber Fotos: Walter Altmayer

Peter-Dietmar Leber im Deutschen Konsulat in Temeswar mit Amtschefin Regina Lochner

Unter der Leitung der Vorsitzenden des Verwaltungsrates der Adam Müller-Guttenbrunn Stiftung, Erna Paler, fand am 27. Februar im AMG-Haus in Temeswar die erste Sitzung dieses Gremiums in diesem Jahr statt. Die Stiftung ist Träger der deutschen Sozialeinrichtungen im Banat, die das Altenheim im AMG-Haus in Temeswar, die Altenheime in Bakowa und Sanktanna sowie die Sozialstationen in Billed und Großsanktnikolaus umfasst. Dem Verwaltungsrat gehört der Vorsitzende des Demokratischen Forums der Deutschen im Banat, Dr. Johann Fernbach, der Bundesvorsitzende der Landsmannschaft, Peter-Dietmar Leber, der Direktor der Caritas der Diözese Temeswar. Herbert Grün, und der Vorsitzende des Hilfswerks der Banater Schwaben, Nikolaus Rennon an. Letzterer war bei der Sitzung durch seinen Stellvertreter Jakob Lenhardt vertreten. Direktor der Stiftung und damit verantwortlicher Leiter der Einrichtungen ist seit deren Gründung Helmut Weinschrott. Für den Bereich Kultur innerhalb der Stiftung ist Edith Singer verantwortlich.

Der Betrieb der Sozialeinrichtungen der Deutschen im Banat wird größtenteils von der Bundesrepublik Deutschland gefördert, und zwar aufgrund der Verantwortung unseres Landes für das Kriegsfolgeschicksal unserer Landsleute im Banat. So lebten und wurden ehemalige Russlanddeportierte in den Heimen versorgt, Benachteiligte und Schwache. Mittlerweile hat sich das aufgrund der demographischen Entwicklung geändert, die Einrichtungen haben jedoch ihren Charakter als gut geführte Häuser bewahrt und sie beherbergen nun schon jene Personen, die sich in den 1990er Jahren nach der Wende in den diversen Ämtern und Funktionen für ihre Landsleute eingesetzt haben.

Bei der Sitzung standen 25 Punkte auf der Tagesordnung, von Formalien, Personalfragen bis zu den Berichten des Heimleiters Helmut Weinschrott über sehr gut bestandene Prüfungen einzelner unangemeldeter Kontrolltrupps von Feuerwehr, Verbraucherschutz, Finanz- und Arbeits- sowie Sozialbehörden. Informiert wurde über Reparaturarbeiten sowie die Belegung von Heimplätzen. In den drei Altenheimen der Stiftung sind 100 betagte Personen untergebracht, mit Essen auf Rädern werden 140 Personen versorgt. Sie haben nicht nur die Gewähr eines warmen Essens, sondern auch einer täglichen Ansprache. Der Verwaltungsrat beschloss, Kalman Deak einzustellen, der für die Funktion des Heimleiters eingearbeitet wird. Er stammt aus Temeswar, wo er bisher für ein deutsches Unternehmen tätig war.

Über das Wirken von insgesamt 15 aktiven Kulturgruppen sowie über den Stand der Vorbereitungen der Heimattage der Deutschen im Banat vom 13. – 15. Juni in Temeswar informierten Edith Singer und Dr. Hans Fernbach. Neben einigen Besonderheiten wie die Ausstellung zur Geschichte der Zeppelin-Luftfahrt im Banat werden natürlich die Heilige Messe im Dom, der Trachtenfestzug durch das Zentrum der Stadt, das Tanzprogramm im Dorfmuseum im Jagdwald und der Festakt in der Oper abgehalten. Auch das Deutsche Staatstheater Temeswar richtet sich mit einem Programm an die Besucher der Heimattage. Im Dom wird eine Ausstellung über die Anfänge der Diözese Temeswar gezeigt.

Zum Programm der Sitzungsteilnehmer aus Deutschland gehörte auch die Besichtigung der Sozialeinrichtungen in Billed mit Besuch des Dorfmuseums, Großsanktnikolaus mit Besichtigung der Ausstellung zur Deportation und Sanktanna mit Besichtigung des Altenheims. Die jeweiligen Leiter, Roswitha und Adam Csonti, Dietlinde Huhn, Monika Nicola und Anni Weinschrott, Bakowa, informierten über die Situation vor Ort, über Probleme aber auch über die Freude dieses helfenden Wirkens. Auch Jakob Lenhardt, der diese Tour zum ersten Mal mitgemacht hatte, war beeindruckt. Neben diesen Begegnungen gehörte auch ein Empfang durch den emeritierten Bischof von Temeswar, SE Martin Roos, zu den Höhepunkten der Reise, konnten wir uns doch zwei Stunden lang über das Einst und Jetzt im Banater schwäbischen Gemeinschaftsleben austauschen – und immer in unserer „schwowischi Mottersproch“.

Über unser landsmannschaftliches Wirken und dessen Perspektiven in Deutschland und im Banat tauschte sich der Bundesvorsitzende im Deutschen Konsulat in Temeswar mit Amtschefin Regina Lochner aus. Der Bundesvorsitzende dankte für die Teilnahme und Teilhabe unserer Konsulin an den zahlreichen Veranstaltungen der Deutschen im Banat, die dadurch eine besondere Wertschätzung erhielten. Das erfahre er immer wieder von den Heimatortsgemeinschaften. Beide Seiten waren sich darin einig, dass ein offenes Wirken unter Einbeziehung von Gemeinde, Kirche und Bevölkerung vor Ort eine gute Voraussetzung für einen nachhaltigen Erfolg bei der Vermittlung der Geschichte und Kultur der Banater Schwaben bildet.