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Sanktandreser Erfolg bei der „Worschtkoschtprob“ in Hatzfeld

Die Preisverleihung der diesjährigen „Worschkoschtprob“ in Hatzfeld Foto: Johann Janzer

Am 20. Februar 2025 veranstaltete die Redaktion der Banater Zeitung Temeswar die mittlerweile wohlbekannte „Worschtkoschtprob“. Fast 400 Besucherinnen und Besucher kamen in das Kulturhaus von Hatzfeld, das in diesem Jahr der Ausrichter war. Zur Teilnahme waren Anbieter von Banater Wurstspezialitäten von nah und fern und als Zuschauer alle Abonnenten der Banater Zeitung (bzw. ADZ) herzlich eingeladen. Im Vorfeld war bereits viel von Wurst die Rede, schon zu Wochenbeginn wurde auf dem regionalen Fernsehkanal TVR-Timişoara ausführlich von diesem Wettbewerb der Banater Zeitung berichtet.

An der diesjährigen Worschtkoschtprob nahm auch ein Team von vier Mann mit Andreser Wurzeln (oder irgendwie mit Sanktandres tief verbunden) teil: Heinrich Tomi, Jürgen Mezger, Karl Maiterth und Johann Janzer. Nach akribischer Ausweiskontrolle wurde unsere mitgebrachte Wurst entgegengenommen. Die Sanktandreser traten sogar mit zwei Wurstsorten an: Heinrich Thernes aus der „Altgass“ und Heinrich Tomi aus der „Zwettgass“ präsentierten als Vertreter der HOG Sanktandres zwei unterschiedliche Andreser „Gasseworschte“, die extra für die Worschtkoschtprob zubereitet worden waren.

Schon beim Aufschneiden der Wurst hörten wir die Worte des Metzgers: „Die Nummer 17 schmeckt besonders gut.“ Das war doch tatsächlich die „Andreser Altgässer-Worscht“, die so gelobt wurde. Doch die Auswahl war groß. Mehr als 30 Wurstsorten wurden auf den schön dekorierten Tellern präsentiert. Daneben aber auch andere Wurstwaren wie Salami und „Schwortlmoo“ (Pressack). Zur Abwechslung gab es dazu Käse mit Trauben, „Murături“ (saures Gemüse), frisches Weißbrot und Salate. Neben Cola und Wasser servierte man auch „Raki“ (Schnaps) und gute rumänische Weine. Die Banater Musikanten Antal Daro und Emil Zău aus Temeswar heizten mit ihrem flotten Liederrepertoire die Stimmung an. Junge Sängerinnen wie Noemi Szentesi, Astrid Șămanțu, Diana Marușca, Roxana Szabo und Larisa Vaștag begleiteten die Gruppe.

Um die Mittagszeit begrüßte Siegfried Thiel, Redaktionsleiter der Banater Zeitung, die Gäste. Er erwähnte, dass Hatzfeld die elfte Ortschaft außerhalb von Temeswar war, in der die „Worschtkoschtprob“ zur Austragung kam. Die WKP ist ein Aushängeschild der Banater Zeitung. Sie wurde bereits 1972 von der „Neuen Banater Zeitung“ mit dem damals jungen Chefredakteur Nikolaus Berwanger ins Leben gerufen. In den 1980er Jahren wurde die „Brotworschtolympiade“ von den kommunistischen Machthabern untersagt, nach der Wende führte die als Beilage der ADZ erscheinende „Banater Zeitung“ die Tradition fort.

Ehrengäste waren zahlreich vorhanden: Aus Hermannstadt kamen Dr. Jürgen Porr, der Vorsitzende des Demokratischen Forums der Deutschen in Rumänien, und DFDR-Geschäftsführer Benjamin Józsa. Der Banater Forumsvorsitzende Dr. Johann Fernbach und der Forumsvorsitzende des Gastgebers Hatzfeld Dr. Hademar Böss waren selbstverständlich zugegen. Die Konsulin der Bundesrepublik Deutschland in Temeswar Regina Lochner ließ es sich auch diesmal nicht nehmen, beim kulinarischen Jahresfest der Banater Zeitung dabei zu sein. Alle Grußredner betonten die gemeinsamen Interessen und das hervorragende Zusammenleben der vielen Nationen hier im Banat, gerade auch im Hinblick auch auf das multikulturelle Grenzstädtchen Hatzfeld. Der Bürgermeister der Stadt Darius Postelnicu brauchte dazu nicht mehr viel zu erzählen. Dr. Fernbach erinnerte an die lokalen schwäbischen Künstlerpersönlichkeiten Stefan Jäger und Emmerich Bartzer. Der Vorsitzende des Verbandes ehemaliger Russlanddeportierter Ignaz Bernhard Fischer lobte die Idee, die köstliche Banater Bratwurst in der Gemeinschaft zu genießen. Viel Applaus ernteten die Tanzgruppen aus Detta, Hatzfeld, Busiasch und Billed für ihre Darbietungen banatschwäbischer Tänze. Sergiu-Petru Dema, Direktor des Kulturhauses der Stadt Hatzfeld rückte in einer sehr emotionalen Rede die Geschichte der Banater Schwaben mit all ihren Schicksalswegen ins Rampenlicht, indem er das Kulturhaus als Verschleppungstreffpunkt im Jahr 1945 erwähnte.

Die Jury, die sich aus den fünf „Wurstexperten“ Tiberiu Jdic, Gheorghe Pricop, Franz Wissenz, Ewald Neu und Walter Frehr zusammensetzte, hatte inzwischen die Gewinner der „Worschtkoschtprob 2025“ ermittelt. Das Gerücht war umgegangen, dass der Teller mit der Nummer 17 als erster geleert war. Unsere Hoffnung, dass das ein gutes Omen sei, erfüllte sich, denn die „Altgässer Brotworscht“ von Heinrich Thernes wurde mit dem ersten Preis ausgezeichnet. Den zweiten Preis erhielt der Hatzfelder Wurstmacher Osvald Zachari und den dritten Preis errang die Wurst des Temeswarers Mihail-Cristian Drăgan. Erstmals wurde auch ein Sonderpreis der Journalisten vergeben. Den holte sich die HOG Sanktandreas mit ihrer zweiten Wurstprobe von Heinrich Tomi aus der „Zwettgass“. So konnte die HOG Sanktandres in Hatzfeld zwei glückliche Sieger feiern.

Siegfried Thiel hatte im Vorfeld der Veranstaltung die Idee, eine sogenannte „Kroisi“ aufzutischen, die er dann von der Bühne aus auch gleich als Wettbewerb ausrief und dafür zwei Zeitungsabos vergab. Der Metzgermeister Walter Leisch aus Hatzfeld erklärte den Besuchern, was da eigentlich angeboten wurde: ein Gemisch von frischer Wurstbrühe, Blut und Fleischsaft. Das „Kroisi“ konnte anschließend probiert werden.

Und weil’s so erfolgreich und schön war: Am Abend traf sich der „schwowische Stammtisch“ in Temeswar im Restaurant „Del Vecchio“ am Mocioni-Platz (früher Küttl-Platz). Die „Schwowe wore mol widdr unner sich“ und feierten bis tief in die Nacht hinein.