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Banater Post

Einsatz für den Fortbestand unserer Gemeinschaft

Bernhard Krastl. Foto: Archiv BP

Am 24. August feiert der Ehrenbundesvorsitzende der Landsmannschaft der Banater Schwaben und Vorsitzende der Heimatortsgemeinschaft Guttenbrunn, Bernhard Krastl, in Kirkel im Saarland seinen 70. Geburtstag.

Obwohl er bereits 1971 im Alter von 21 Jahren aus Guttenbrunn ausgesiedelt ist, den weitaus größten Teil seines Lebens also im Saarland verbracht hat, sind ihm sein Heimatort und das Banat immer nahegeblieben. Er kennt die Häuser und die Menschen, die darin wohnten, er sucht aber auch vorbehaltlos das Gespräch mit den Personen, die heute darin wohnen. Seine Kindheit verbrachte er in einer Dorfgemeinschaft, die nach dem Schock der Entrechtung und Enteignung darum bemüht war, ihre Lebensgrundlagen neu zu ordnen. Ein fester Wertekanon half ihm dabei. Dazu gehörte bald schon der Wunsch nach Ausreise in die Bundesrepublik Deutschland.

Bernhard Krastl beendete zwar noch das Lyzeum in Lippa, nicht jedoch sein Studium am Polytechnikum in Temeswar. 1971 siedelte er mit seiner Familie aus und setzte im Saarland seine Ausbildung fort. Er studierte Physik an der Universität des Saarlandes für das Lehramt des höheren Dienstes an beruflichen Schulen. Parallel dazu machte er eine Ausbildung im Bereich Kraftfahrzeugtechnik. Ab 1980 war er zehn Jahre lang als Lehrer am Berufsbildungszentrum in Sankt Ingbert tätig, um dann an die Staatliche Meisterschule in Saarbrücken zu wechseln. 2007 kehrte er ans Berufsbildungszentrum Sankt Ingbert zurück, wo er die Leitung der technisch-gewerblichen Abteilung übernahm und Mitglied der Schulleitung wurde. Als Studiendirektor ist Bernhard Krastl im Jahr 2014 in den Ruhestand verabschiedet worden.

Bereits im Alter von 35 Jahren übernahm Bernhard Krastl das Amt des Vorsitzenden der Heimatortsgemeinschaft Guttenbrunn – ein Amt, das er bis heute innehat. Fürth entwickelte sich in dieser Zeit zur festen Größe für die Guttenbrunner, die Treffen waren hier mehr als anderswo in das öffentliche Leben der Gemeinde eingebettet. Tagungen, Ausstellungen, Kirchweihfeste, aber auch die Unterzeichnung eines Freundschaftsvertrages zwischen den Gemeinden Fürth im Odenwald und Zăbrani/Guttenbrunn im Banat (2003) fallen in diese Zeit.

1987 wurde Krastl Vorsitzender des Landesverbandes Saar der Landsmannschaft der Banater Schwaben und 1993 Mitglied im Bundesvorstand der Landsmannschaft als Sprecher der Heimatortsgemeinschaften. In dieser Zeit wurde den Heimatortsgemeinschaften ein stärkeres Mitspracherecht im Verband eingeräumt, womit man ihrer wachsenden Bedeutung in der landsmannschaftlichen Arbeit Rechnung trug.

Im Jahr 1998 wählte ihn die Hauptversammlung zum stellvertretenden Bundesvorsitzenden, 2002 trat er in Ulm die Nachfolge von Jakob Laub im Amt des Bundesvorsitzenden an. Das Amt, welches er bis 2011 innehatte, brachte ihm bald weitere Mandate, so im Präsidium des Bundes der Vertriebenen und in mehreren Stiftungsräten und Beiräten, in denen das Land Baden-Württemberg seine besondere Verbundenheit mit den Donauschwaben und Banater Schwaben zum Ausdruck bringt. Darüber hinaus war Bernhard Krastl von 2008 bis 2012 Präsident des Weltdachverbandes der Donauschwaben, danach vier Jahre lang dessen Vizepräsident. Diese Aufzählung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, sie zeigt aber die besondere Tiefe landsmannschaftlichen Wirkens auf vielen sich ergänzenden Ebenen unseres gesellschaftlichen Lebens.

Bernhard Krastl lebt seit nunmehr knapp fünfzig Jahren in Deutschland. Man kann ihn gewiss als „integriert“ bezeichnen. Er engagiert sich seit vielen Jahren kommunalpolitisch in der CDU, ist nach wie vor Gemeinderat in Kirkel und Ortsrat seines Wohnortes Limbach. Hier heiratete er seine Frau Veronika, geborene Schmidt, die aus Jahrmarkt im Banat stammt, hier wurde ihr Sohn Markus geboren. Alle drei haben es jedoch verstanden, ihre Prägung im Herkunftsland, in der Familie, in ihre Persönlichkeit zu integrieren. Der Sohn ist Priester, seinen Primizgottesdienst hat er im heimischen Saarland und in den Heimatgemeinden seiner Eltern im Banat gefeiert – für ihn eine Selbstverständlichkeit.

Das Engagement von Bernhard Krastl wurde schon mehrmals öffentlich gewürdigt: mit der Ernennung zum Ehrenbürger seines Heimatortes Guttenbrunn 2002, mit der Verleihung des Ehrenzeichens in Silber der Handwerkskammer des Saarlandes 2004, mit der Verleihung der Ehrenplakette in Bronze der Gemeinde Fürth im Odenwald 2005, der Verdienstmedaille in Gold (2000) und der Prinz-Eugen-Nadel der Landsmannschaft der Banater Schwaben beim Heimattag 2018 in Ulm, wo er eine vielbeachtete Rede am Auswandererdenkmal hielt.

Eine größere Genugtuung gab und gibt Bernhard Krastl aber die Gewissheit, etwas für seine Landsleute und unsere Gemeinschaft getan zu haben. Er war einer der wenigen Vertreter der mittleren Generation, die früh und mitten im Berufsleben stehend Verantwortung übernahmen und sich in die Gemeinschaft und die Verbandsarbeit einbrachten. Für ihn bedeuteten das viele lange Wege quer durch Süddeutschland, nach Berlin und ins Banat, unzählige Wochenenden an Konferenztischen und in Hotelzimmern, aber letztlich auch die Genugtuung, einen Beitrag für den Fortbestand unserer Gemeinschaft geleistet zu haben. Seine Amtsführung war stets auf Ausgleich bedacht, die Brückenfunktion nahm und nimmt er ernst. Auch als Ehrenbundesvorsitzender ist er zusammen mit seiner Frau bei vielen landsmannschaftlichen Veranstaltungen anzutreffen.

Die Mitglieder der Landsmannschaft gratulieren ihrem Ehrenbundesvorsitzenden zu diesem Festtag und sagen Danke für das langjährige Engagement für die Gemeinschaft. Der Dank gilt auch der Familie,
die dieses Wirken stets vorbehaltlos unterstützt hat.