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Banater Post

Rittermahl in romantischem Ambiente

Beim Rittermahl im Burgvogtskeller sorgte ein Gaukler für beste Unterhaltung. Foto: Banater Knipser Reutlingen

Das auf dem Burgberg über der kleinen Schwarzwaldstadt Hornberg romantisch gelegene Schloss Hornberg hat eine lange Geschichte, die um das Jahr 1200 ihren Anfang nahm. Heute sind von dem einstigen Burg- und Schlossgebäude nur noch der Bergfried und der Pulverturm sowie Mauerreste übriggeblieben. Wenn diese alten Gemäuer erzählen könnten, was sie schon alles erlebt haben, würde es wohl eine spannende Geschichte ergeben. Wir, die Trachtengruppe der Banater Schwaben Reutlingen, können jedenfalls davon erzählen, was wir dort an einem März-Wochenende erlebt haben.

Zum zehnjährigen Bestehen der Trachtengruppe hatten wir uns fest vorgenommen, uns in der Gemeinschaft etwas Besonderes zu gönnen. So kam Michael Huschitt auf die Idee, ein Wochenende auf Schloss Hornberg zu verbringen. Er war es auch, der den Ausflug organisierte. So reisten wir am Samstag, dem 14. März, gut gelaunt an und voller Vorfreude auf das bevorstehende gemeinsame Wochenende.

Die Burgruine, die etwa 100 Meter über der Altstadt von Hornberg liegt, kam uns immer näher. Von drei Seiten durch steile Felshänge geschützt, bot die Burg guten Einblick und damit auch Kontrolle über das Gutachtal und das Offenbachtal. In unmittelbarer Nähe zur Burgruine, von einem herrlichen Park umrahmt, liegt das 1896 erbaute Hotel Schloss Hornberg. Hoch über der romantischen Stadt Hornberg, in der sich 1564 das weltbekannte Hornberger Schießen zugetragen hat, bietet es den wohl schönsten Ausblick auf das Gutachtal. Auch der 17 Meter hohe Bergfried, der als Aussichtsturm zugänglich ist, bietet dem Besucher einen wunderschönen Blick auf das Städtchen und das Gutachtal. Unter der Schlossruine befindet sich eine Felsengrotte, auch als Burgvogtskeller bekannt, in der monatlich ein Rittermahl organisiert wird.

Mit den mitgebrachten Speisen und Getränken stärkten wir uns zunächst für die anstehenden Aktivitäten vor Ort und sorgten zudem für eine schöne Einstimmung auf die gemeinsame Zeit. Am Samstagnachmittag standen, passend zur Lokalität, Ritterspiele auf dem Programm. Empfangen wurden wir von zwei „Rittern“ in entsprechender Rüstung, die uns die mittelalterliche Welt des Rittertums näherbrachten. Um den Wettbewerb zu schüren, wurden wir in zwei Gruppen – die „Jungen“ und die „Junggebliebenen“ – aufgeteilt, die in den verschiedensten Disziplinen gegeneinander antreten sollten.

Um sich gegenseitig nicht in die Quere zu kommen, starteten die beiden Gruppen bei strahlendem Sonnenschein an verschiedenen Stationen in den Wettbewerb. Die Disziplinen umfassten Bogenschießen, Hufeisenwerfen, Kuhmelken, Aufspießen eines Apfels sowie das Hinunterrollen eines Hangs auf dem Bobbycar (das ein Pferd darstellen sollte), wobei es galt, einen aufgehängten Apfel mit dem Schwert zu treffen. Alles keine einfachen Aufgaben, aber es machte Spaß und mancher konnte dabei versteckte Talente entdecken. Am Ende stand es im Sinne unserer Gruppe unentschieden.

Nach den anstrengenden Wettkämpfen gönnten wir uns eine Pause. Einige nutzten die Zeit für ein Nickerchen, andere stiegen den Burgturm hinauf, um die Aussicht auf den Schwarzwald zu genießen.

Um 19 Uhr trafen wir uns in der Hotellobby, wo uns ein Gaukler zum Rittermahl willkommen hieß. Nach einem Willkommenscocktail begaben wir uns in den Burgvogtskeller. Passend zum Motto des Abends wurden wir in edle mittelalterliche Gewänder gekleidet und durften ein vorzügliches Vier-Gänge-Menü genießen. Und auch die Durstigen wurden bestens versorgt. Der vom Gaukler aus unserer Gruppe ernannte Trinkmeister unserer Gruppe forderte in regelmäßigen Abständen mit dem Spruch „Ihr edlen Zecher hebt die Becher“ alle auf, einen Schluck zu nehmen. Das Highlight des Abends war jedoch das vom Gaukler gebotene ebenso interessante wie amüsante Programm, das von Zaubertricks über Feuerspucken bis hin zu Sketchen reichte. Dabei gelang es ihm bestens, uns mit einzubeziehen. Den Abend ließen wir bei einer gemeinsamen Runde im Hotel ausklingen, wo dann auch noch das Tanzbein geschwungen wurde, denn ganz ohne Tanzen können wir einfach nicht.

Am nächsten Morgen trafen wir uns zum gemeinsamen Frühstück, wonach es hieß, Abschied zu nehmen. Dieses gemeinsame Wochenende mit all seinen positiven Eindrücken und Erlebnissen wird uns noch lange in Erinnerung bleiben. Es hat uns aber auch vor Augen geführt: Auch wenn wir die gleichen Vereins-T-Shirts tragen, sind wir noch lange kein Team. Wir haben durch die Aktionsspiele unsere Schwächen und Stärken erkannt, aber auch die der anderen. So manchen unter uns haben wir neu kennengelernt und neue Potentiale in ihm entdeckt. Wir haben zusammen wetteifert, gelacht und erfahren, dass das Wohlgefühl in der Gruppe das ist, was wirklich zählt. Das Wochenende hat uns durch das gemeinsam Erlebte zusammengeschweißt, denn, um es mit den Worten von Yoko Ono zu sagen: „Ein Traum, den man alleine träumt, ist nur ein Traum. Ein Traum, den man zusammen träumt, wird Wirklichkeit.“