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Banater Post

„Wir gehen voraus und wir handeln“ - Hauptversammlung in Ulm

Die Delegiertenversammlung, das höchste Gremium unseres Verbandes, tagte am 8. Februar im Festsaal des Hotels „Ulmer Stuben“ in Ulm. Foto: Nikolaus Dornstauder

Bundesvorsitzender Peter-Dietmar Leber legte den Rechenschaftsbericht des Bundesvorstandes für die Amtsperiode 2017-2020 vor.

Die Wahlhelfer bei der Stimmenauszählung (von links): Stefan Ruttner, Gerlinde Gilde, Johann Noll, Kurt Lohmüller, Werner Griebel

Die Hauptversammlung der Landsmannschaft der Banater Schwaben, das höchste Gremium unseres Verbandes, tagte am 8. Februar in Ulm. Laut Satzung muss die Hauptversammlung mindestens einmal in drei Jahren vom Bundesvorsitzenden einberufen werden. Sie wird von 95 Delegierten gebildet, davon 75 Delegierte der Landesverbände und 20 Delegierte der Heimatortsgemeinschaften. Erstere, deren Zahl nach dem Verhältnis der Mitgliederzahlen in den jeweiligen konstituierten Landesverbänden berechnet wird, werden von den Landesversammlungen gewählt, letztere von der Versammlung der Vorsitzenden der Heimatortsgemeinschaften bei der HOG-Tagung in Frankenthal. Entsprechend dieser Vorgaben wurden 35 Delegierte des Landesverbandes Bayern, 34 Delegierte des Landesverbandes Baden-Württemberg, fünf Delegierte des Landesverbandes Rheinland-Pfalz und ein Delegierter des Landesverbandes Berlin/Neue Bundesländer sowie 15 HOG-Delegierte für den Kreis Temesch, vier für den Kreis Arad und ein Delegierter für den Kreis Karasch-Severin gewählt.

Bundesvorsitzender Peter-Dietmar Leber begrüßte die Delegierten – anwesend waren insgesamt 87 –, hieß den Bundesehrenvorsitzenden Bernhard Krastl herzlich willkommen und übermittelte die Grüße des Bundesehrenvorsitzenden Jakob Laub, der trotz seines hohen Alters nach wie vor Anteil an unserer landsmannschaftlichen Arbeit nimmt. Grüße richtete der Bundesvorsitzende auch an die Mitglieder der Landsmannschaft, die als Gäste an der Hauptversammlung teilnahmen.

Peter Krier, Ehrenvorsitzender des Hilfswerks der Banater Schwaben und des Landesverbandes Bayern, sprach als ältester Delegierter ein Grußwort. Wanderungen hätten die Geschichte der Banater Schwaben und ihre Eigenart wesentlich geprägt, stellte Krier fest und erinnerte an die von Stefan Jäger in seinem Triptychon dargestellte Einwanderung ins Banat, an die Züge, die die Wehrpflichtigen zu den Schlachtfeldern Europas in den beiden Weltkriegen brachten, an die in Viehwaggons zur Zwangsarbeit in die Sowjetunion verschleppten Frauen und Männer, an die Deportation in die Bărăgan-Steppe und schließlich an die große Auswanderungswelle Richtung Bundesrepublik Deutschland. Diese einschneidenden Ereignisse hätten den Weg unserer Volksgruppe als Schicksalsgemeinschaft markiert, betonte Krier. Vor 70 Jahren habe sich diese Schicksalsgemeinschaft mit der Landsmannschaft der Banater Schwaben ein operatives Organ gegeben, das einerseits für die sozialen und kulturellen Belange der Gruppe eingetreten sei, andererseits die Landsleute im Banat stets im Blick behielt und sie nach Kräften unterstützte. Bis heute sei die Landsmannschaft anerkannte Sprecherin unserer Volksgruppe. Der Verband sei zwar geschrumpft, aber doch stärker geworden. „Wir sind heute stärker als wir es je waren“, so Peter Krier. An die Anwesenden richtete er den Appell: „Wir sollten den Weg, den wir zu gehen haben, aufrecht gehen und wir sollten ihn gemeinsam gehen mit den Landsleuten, die noch im Banat leben.“ Peter Krier überbrachte die Grüße des Hilfswerks der Banater Schwaben und der Adam-Müller-Guttenbrunn-Stiftung. Er sei froh und dankbar, fünfzig Jahre im Verein mitgearbeitet zu haben und auch stolz auf die Jugend, die Hoffnung gebe, dass die Landsmannschaft noch weiter bestehe, und zwar so lange, so lange es Banater Schwaben gibt, die sich dazu bekennen.

Anschließend überbrachte der Bundesvorsitzende der Deutschen Banater Jugend- und Trachtengruppen (DBJT) Patrick Polling ein Grußwort seitens der jungen Generation. Deutschland sei ein Land des ehrenamtlichen Engagements, jeder Dritte sei in einem Verein oder einer Initiative aktiv. Dazu gehörten auch die Delegierten der Hauptversammlung, die Mitglieder in den Vorständen der landsmannschaftlichen Gliederungen und eben auch viele junge Leute. Letztere engagierten sich in dem Verein und setzten sich dafür ein, dass „Brücken zwischen Tradition und Moderne geschlagen werden können“. Die Jugend lerne von der mittleren und älteren Generation und mache es dann vielleicht doch anders. Für die DBJT gelte es, die Erfahrung mit kreativen Ideen zu verbinden, darin sehe sie ihre Aufgabe in der Zukunft. Polling dankte dem Bundesvorstand für die gute Zusammenarbeit und Unterstützung in der zu Ende gehenden Amtszeit und verlieh seiner Hoffnung Ausdruck, dass auch weiterhin gemeinsam im Sinne der Bewahrung von Tradition und kulturellem Erbe gearbeitet werde.

Nach der Feststellung der ordnungsgemäßen Einberufung der Hauptversammlung und der Beschlussfähigkeit wurde mit einer Gedenkminute ehrenvoll jener Verbandsvertreter gedacht, die seit der letzten Hauptversammlung verstorben sind. Stellvertretend erinnerte der Bundesvorsitzenden an: Michael Bomans (HOG Traunau), Johann Hoch (Kreisverband Esslingen), Joseph Ed. Krämer (Kreisverband Ulm), Franz Kumher (Kulturverband der Banater Deutschen), Jakob Lehmann (HOG Deutschbentschek), Johann Metz (Kreisverband Böblingen), Nikolaus Peter (HOG Deutschsanktmichael), Thomas Schmidt (HOG Wiseschdia), Helmut Schneider (Hilfswerk der Banater Schwaben), Pfarrer Peter Zillich (Landesvorstand Bayern).

Anschließend trug Bundesvorsitzender Peter-Dietmar Leber den Rechenschaftsbericht des Bundesvorstandes für die letzten drei Jahre vor. Veranschaulicht wurde das Dargelegte mittels einer von dem stellvertretenden Bundesvorsitzenden Jürgen Griebel erstellten PowerPoint-Präsentation. Die Bilder hierfür hatte die Redaktion der „Banater Post“ zur Verfügung gestellt.

Rückblick: 70 Jahre Landsmannschaft

Der Bundesvorsitzende stellte aus Anlass des 70-jährigen Jubiläums unserer Landsmannschaft, das 2020 gefeiert wird, seine Ausführungen in größere Zusammenhänge und wies darauf hin, dass es keine Organisation in der 300-jährigen Geschichte der Banater Schwaben gebe, die eine so lange, ununterbrochene Existenz aufweisen könne. Daraus könne man lernen, dass es nichts Konstanteres gebe als den Wandel. Wie sich dieser Wandel vollzog, verdeutlichte Leber anhand der Schwerpunkte landsmannschaftlicher Arbeit, die in den Anfangsjahren andere waren als in den 1990er Jahren oder heute. Das zentrale Thema vom Anfang der 1950er Jahre bis zur politischen Wende in Rumänien 1989 und einige Jahre darüber hinaus seien Familienzusammenführung, Freikauf und Ausreise gewesen. Die Landsmannschaft sei hier über Jahrzehnte aktiv gewesen, und man dürfe nicht vergessen, dass der Ausreise das Bemühen um die Integration in Deutschland folgte. „Hätte es die Landsmannschaft damals nicht gegeben, man hätte sie erfinden müssen“, sagte Leber. Das bestehende dichte landsmannschaftliche Netz habe 1990, als sich der letzte große Schwabenzug Richtung Heimat der Vorfahren in Bewegung setzte, seine größte Bewährungsprobe bestanden und es trage bis heute. Integration schließe landsmannschaftliches Engagement nicht aus, betonte Leber und fügte hinzu: „Wir schauen nicht zu und bedauern, wir stehen nicht daneben und klagen, nein, wir sind mittendrin, wir gehen voraus und wir handeln. Die Zukunft gehört immer denen, die handeln.“

Es sei wichtig und richtig gewesen, dass sich unser Verband in den Jahren des großen Umbruchs alle Optionen offengehalten und überall mitgewirkt habe, wo es nur möglich war: im Banat und in Deutschland. Im Banat seien Strukturen geschaffen worden „für diejenigen, die geblieben sind, für deren Nachkommen, aber auch zunehmend für jene, die über die deutsche Sprache, die deutsche Kultur und das deutsche Brauchtum einen Zugang zu uns finden“. Es sei wichtig und richtig gewesen, sagte der Bundesvorsitzende weiter, dass die Heimatortsgemeinschaften, „dort wo es möglich war, beigetragen haben, Strukturen, die mit unserem Sein im Banat eng verknüpft sind, zu erhalten oder gar neue zu schaffen“. Man dürfe nicht die Erinnerung an die Zeit vor 50 oder vor 30 Jahren bemühen, sondern man müsse offen sein für das, was neu entstanden ist. „Nehmen wir es an, gestalten wir es mit. Nur das kann der Weg sein“, appellierte Leber. Es gelte, Zeichen zu setzen, „auch für die Zeit, wenn unsere Kinder und Enkel auf Suche gehen“. Denn allein dieser Bezug zum Banat sei die DNA unserer Gemeinschaft, er weise uns als Banater Schwaben aus, er mache uns unverwechselbar und interessant.

Unsere Landsmannschaft habe sich entlang der 70 Jahre ihres Bestehens einige Male neu erfinden müssen. Ihre große Stärke sei jedoch stets gewesen, dass sie sich auf neue Situationen schnell eingestellt hat und offen geblieben ist für Veränderungen, für neue Anforderungen, für neue Mitarbeiter, die nicht aus unserer Gemeinschaft stammen, sich aber für uns interessieren und sich bei uns einbringen wollen. „Das ist der Weg, den wir gehen müssen, denn in Zukunft wird weniger die Herkunft der Beweggrund für eine Mitarbeit darstellen als das Interesse für das Thema“, unterstrich der Bundesvorsitzende. Themen suchten sich die Mitarbeiter, wenn diese interessant und spannend seien. Und die Landsmannschaft hätte Themen anzubieten, die gerade heute in Deutschland und in Europa aktuell seien. Leber nannte eine ganze Reihe solcher Themen und gab Beispiele von Projekten, die in den vergangenen Jahren realisiert wurden.

Seinen Rückblick beschloss der Bundesvorsitzende mit dem Aufruf: „Bewahren wir uns die Offenheit, gehen wir selbstbewusst mit unserem Erbe um, halten wir es interessant, vermehren wir es, bringen wir es zum Glänzen! Das sollte die Einstellung für die kommenden 30 Jahre sein.“

Für die letzten drei Jahre, die den Schwerpunkt des Rechenschaftsberichts bildeten, zog Leber folgendes Fazit: „Es ist in unserer Landsmannschaft sehr viel gearbeitet und geleistet worden, worauf wir alle, die 110 Heimatortsgemeinschaften, die vier Landesverbände, die 40 Kreisverbände, die DBJT, der Bundesverband und die angeschlossenen Verbände wie Hilfswerk der Banater Schwaben oder  Freundeskreis Donauschwäbische Blasmusik stolz sein können.“ Auch im 70. Jahr seines Bestehens stehe unser Verband „als starker Baum, mit festen und gesunden Wurzeln, einem breiten Astwerk, eng verzweigt und mit vielen frischen Austrieben versehen, gut in der Landschaft“. Er erzeuge Aufmerksamkeit in Politik und Gesellschaft, sei geschätzter Kooperationspartner befreundeter Einrichtungen und Verbände, aber auch der politischen Institutionen, er sei sichtbar, man orientiere sich an ihm.

Bezug zum Banat ist die DNA unserer Gemeinschaft

Zunächst ging Peter-Dietmar Leber auf die Situation der Deutschen im Banat ein, wo sich bei der letzten Volkszählung 2011 knapp 15000 Personen zur deutschen Volkszugehörigkeit bekannten. Unabhängig davon müsse man feststellen, dass die im Banat verbliebenen Deutschen nach wie vor eine gute Infrastruktur aufrechterhalten. Ihre kulturelle und gemeinschaftsfördernde Arbeit werde substanziell von der rumänischen Regierung finanziell unterstützt, genauso von der Bundesregierung, aber auch über diverse Projekte von den Bundesländern Baden-Württemberg und Bayern wie auch von der Republik Österreich. Das deutsche Schul- und Kulturangebot vor allem in Temeswar wende sich vornehmlich an die rumänische Mehrheitsbevölkerung, aber wichtig sei, dass es angenommen werde. Denn: „Nur wenn ein Zugang zur deutschen Kultur vorhanden ist, kann auch ein Verständnis für unser Kulturerbe – das der Schwaben im Banat – geweckt und erhalten bleiben.“

Es solle uns stets bewusst sein, dass wir von der deutschen Politik als die idealen Brückenbauer gesehen werden – nach innen, in die deutsche Gesellschaft, und eben nach außen, in das Banat, betonte Leber. Die Landsmannschaft sei geschätzter, anerkannter Partner, ihr grenzüberschreitendes Wirken, ihre Jugendarbeit finde große Anerkennung.

Die Landsmannschaft sei in den vergangenen drei Jahren zum Teil Initiator und Veranstalter, zum Teil Mitveranstalter oder Förderer zahlreicher Veranstaltungen im Banat gewesen. Der Bundesvorsitzende untermauerte diese Aussage mit zahlreichen Beispielen von Veranstaltungen, Aktionen und Initiativen, an denen der Bundesverband beteiligt oder die von den Heimatortsgemeinschaften durchgeführt wurden. Er erwähnte auch seine Teilnahme an den jährlichen Sitzungen der Deutsch-Rumänischen Regierungskommission für Angelegenheiten der deutschen Minderheit in Rumänien sowie die Besuche von Landespolitikern aus Bayern und Baden-Württemberg oder einer großen Delegation der Patenstadt Ulm im Banat.

Beständiges Wirken in Deutschland

Breiten Raum nahm im Rechenschaftsbericht das landsmannschaftliche Wirken in Deutschland ein. Der Bundesvorsitzende ging zunächst auf die vom Bundesbeauftragten für Aussiedler und nationale Minderheiten Dr. Bernd Fabritius unterstützten Bemühungen der Landsmannschaft der Banater Schwaben, der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland und des Verbandes der Siebenbürger Sachsen zur Beseitigung der Benachteiligung der Aussiedler und Spätaussiedler im Rentenrecht ein, um dann auf die Veranstaltungen des Bundesverbandes im Berichtszeitraum hinzuweisen: der Heimattag 2018 in Ulm und die drei bundesweiten Treffen der Banater Chöre in Gersthofen. Von wachsender Bedeutung sei die Zusammenarbeit mit wissenschaftlichen Einrichtungen, die sich mit der Geschichte und Kultur der Banater Schwaben beschäftigen, unterstrich Leber und nannte hier das Institut für donauschwäbische Geschichte und Landeskunde in Tübingen und das Donauschwäbische Zentralmuseum in Ulm. Fragen unserer Geschichte und Kultur seien aber auch in den Mittelpunkt eigener Verbandsaktivitäten gerückt oder hätten ihren Niederschlag in einer ganzen Reihe landsmannschaftlicher Veröffentliochungen gefunden.

Bundesvorsitzender Leber wies sodann auf die Bedeutung unserer Verbandszeitung ein, die trotz Internet, facebook und Twitter wichtigstes Kommunikations- und Informationsmedium wie auch ein unentbehrliches Mittel landsmannschaftlicher Öffentlichkeitsarbeit sei. Die „Banater Post“ sei unsere Visitenkarte, man könne sie guten Gewissens überall präsentieren.  Die Gliederungen wurden ermutigt, regelmäßig über ihre Aktivitäten in der „Banater Post“ zu berichten und Beiträge über den Heimatort einzusenden. „Denken Sie an die Tausenden Banater Schwaben im fortgeschrittenen Alter, die sehnsüchtig auf solche Nachrichten warten“, mahnte Leber an.

Des Weiteren informierte der Rechenschaftsbericht über die personelle Situation der Bundesgeschäftsstelle und über die Entwicklung der Mitgliederzahlen in den vergangenen drei Jahren. Innerhalb von 15 Jahren habe sich die Zahl um 5621 Personen reduziert. Hauptgeund seien Todesfälle gewesen, aber auch die Umsetzung der der neuen Richtlinien für die kostenlose Veröffentlichung von Familiennachrichten aufgrund der Datenschutz-Grundverordnung habe 2018 und 2019 zu einer überdurchschnittlich hohen Kündigungsrate geführt. Eine wichtige Aufgabe für die nächsten Jahre bleibe die Stärkung der Mitgliederbasis, so Leber.

In einem weiteren Kapitel ging der Bundesvorsitzende auf die Arbeit der Landesverbände und der DBJT ein, um dann die beständige und gute Arbeit vieler Kreisverbände und Heimatortsgemeinschaften zu würdigen.

In seiner Amtszeit habe der Bundesvorstand nach bestem Wissen und Gewissen gemäß den Aufgaben und Zielen unserer Satzung, den Erfordernissen der Zeit, gemäß den Wünschen der Mehrheit unserer Mitglieder gearbeitet, sagte Leber zum Schluss. Dies sei eine gute Grundlage für erfolgreiches landsmannschaftliches Wirken in der Zukunft.

Mitgliederzahl schrumpft, Einnahmen gehen zurück

Als nächstes legte der stellvertretende Bundesvorsitzende Jürgen Griebel den Finanzbericht vor. Durch Gegenüberstellung der Einnahmen und Ausgaben in den Jahren 2017-2019 und der Finanzsituation im Jahr 2014 sei in diesem Zeitraum ein Rückgang der Einnahmen um 20 Prozent bei fast gleichbleibenden Kosten festzustellen. Bedingt durch seine Altersstruktur habe der Verband rund 1500 Mitglieder verloren, meistens durch Tod, was zu einem Rückgang der Mitgliedsbeiträge – die die Haupteinnahmequelle der Landsmannschaft darstellen – geführt habe. Auch die Spendenbereitschaft habe signifikant nachgelassen, ebenso sei die Zahl der Inserate in der „Banater Post“ zurückgegangen. Durch den Erwerb einer eigenen Immobilie für die Bundesgeschäftsstelle in München sowie die hinsichtlich der Verbandszeitung erfolgte Umstellung seien die richtigen Schritte Richtung Konsolidierung der Finanzen getan worden, betonte Griebel. Um auch in Zukunft einen ausgeglichenen Haushalt zu erreichen, sei es nötig, die Mitgliederbasis durch den Gewinn neuer Mitglieder zu stärken, wobei vor allem hinsichtlich der Familienmitgliedschaften noch viel getan werden müsse.

Kurt Lohmüller erstattete sodann den Bericht der Rechnungsprüfer und gab bekannt, dass die jährlich in der Bundesgeschäftsstelle zusammen mit Herbert Volk durchgeführte Kassenprüfung keine Beanstandung ergeben habe.

Nach einer kurzen Aussprache beantragte Kurt Lohmüller die Entlastung dees Vorstandes, die einstimmig erfolgte. Zwecks Neuwahl des Bundesvorstandes wurden zunächst der Wahlleiter und die Wahlhelfer bestimmt. Zum Wahlleiter wurde Bernhard Krastl gewählt, als Wahlhelfer fungierten Kurt Lohmüller, Werner Griebel, Johann Noll, Gerlinde Gilde und Stefan Ruttner.

Bisheriger Bundesvorstand im Amt bestätigt

Gemäß Satzung waren zu wählen: ein Bundesvorsitzender, vier stellvertretende Bundesvorsitzende und zwei Beisitzer, außerdem zwei Kassenprüfer und das Schiedsgericht. Die Wahl der Mitglieder des Bundesvorstandes erfolgte in geheimer Abstimmumg.

Zum Bundesvorsitzenden wurde Peter-Dietmar Leber, der dieses Amt seit 2011 innehat, einstimmig wiedergewählt. Für die vier Stellvertreterposten wurden neben den bisherigen Amtsinhabern Jürgen Griebel, Georg Ledig, Christine Neu und Harald Schlapansky auch die Vorsitzende des Kreisverbandes Augsburg und der HOG Nitzkydorf Dr. Hella Gerber vorgeschlagen. Die fünf Kandidaten stellten sich kurz vor. Nach der Auszählung der Stimmen gab Bernhard Krastl das Wahlergebnis bekannt. Gewählt wurden: Harald Schlapansky (mit 83 von 86 abgegebenen Stimmen), Jürgen Griebel (82), Christine Neu (65) und Georg Ledig (63). Auf Dr. Hella Gerber entfielen 37 Stimmen. Für die zwei Beisitzerposten kandidierten vier Bewerber, die sich ebenfalls kurz vorstellten: neben den bisherigen Amtsinhabern Werner Gilde und Walter Keller auch Katharina Schmidt (Co-Vorsitzende der HOG Sanktanna) und Dr. Hella Gerber. Abgegeben wurden 86 Stimmen, wovon zwei Stimmen ungültig waren. Auf Werner Gilde entfielen 68 Stimmen, auf Walter Keller 49 Stimmen. In der Minderheit blieben Katharina Schmidt (27 Stimmen) und Dr. Hella Gerber (23). 

Die beiden Rechnungsprüfer Herbert Volk und Kurt Lohmüller wurden einstimmig per Akklamation erneut gewählt. Ebenfalls per Akklamation wurde das Schiedsgericht in folgender Zusammensetzung gewählt: RA Hans Günter Huniar, RA Sorin Braun, Theresia Teichert, RA Harald Zeitvogel und Ines Szuck.

Abschließend umriss Bundesvorsitzender Leber die Aufgaben und Ziele der Landsmannschaft in der nächsten Amtsperiode. Wichtig sei eine bessere, genauere Aufgabenteilung innerhalb des Bundesvorstandes, zudem sollen verstärkt Experten aus verschiedenen Fachgebieten in die landsmannschaftliche Arbeit eingebunden werden. Als nächstes größeres Projekt stehe die Dokumentation der Mitteilungen und Erzählberichte der Kinder Russlanddeportierter mittels einer Buchveröffentlichung an, wofür mehr als 100 Einsendungen eingegangen sind. Der Heimattag 2020 an Pfingsten in der Patenstadt Ulm stehe im Zeichen des 70-jährigen Jubiläums der Landsmannschaft der Banater Schwaben. 2021 werde sich die Landsmannschaft bei Veranstaltungen im Rahmen des Programms „Temeswar – Europäische Kulturhauptstadt“ einbringen. Weitere Aufgaben und Ziele der Landsmannschaft sind in einer Resolution festgelegt, die von den Delegierten einstimmig verabschiedet wurde und in dieser Ausgabe in vollem Wortlaut veröffentlicht wird.