zur Druckansicht

private Anzeige schalten

Media-Center

Banater Post

Adventsfeier in Berlin: Herkulesbad – Mundart – Musik

Der stellvertretende Berliner Landesvorsitzende Hans Schmidt (links) ehrte Richard Fasching für 50-jährige Mitgliedschaft. Foto: Ernst Meinhard

Trostlose Gegenwart in Herkulesbad. Ein wenig Hoffnung besteht, seit ein Verein von Temeswarer Architekten und Architekturstudenten helfen will, die akutesten Schäden zu beheben. Spenden willkommen.

Ein Vortrag über Herkulesbad, die Weihnachtsgeschichte in Mundart erzählt und die Ehrung eines langjährigen Mitglieds – dies waren Themen der Adventsfeier, die die Banater Schwaben am 6. Dezember 2019 in Berlin begingen.

In dem Vortrag mit vielen Fotos und Musik berichtete der Berliner Landesvorsitzende Ernst Meinhardt über die glanzvolle Vergangenheit des Banater Heil- und Kurorts Herkulesbad und über seine eher trostlose Gegenwart. Wer den Ort von früher kannte, ist über den Verfall von heute entsetzt. Versprochen hat die Politik in der Zeit nach der rumänischen Revolution so manches, gehalten hat sie nichts. Ein wenig Hoffnung besteht, seit ein Verein von Temeswarer Architekten und Architekturstudenten helfen will, die akutesten Schäden zu beheben.

Herkulesbad wurde im Jahr 153 nach Christus erstmals urkundlich erwähnt und ist damit einer der
ältesten Kurorte der Welt. Auch heute noch hat es die Funktion, die ihm schon die alten Römer gaben: Heil- und Kurbad zu sein. Einige wenige Fachärzte für Balneologie betreiben in Herkulesbad auch jetzt noch Praxen, in denen sie Patienten aus dem In- und Ausland behandeln, beispielsweise bei Erkrankungen des Bewegungsapparats. Erfreulich ist, dass deutsche Krankenkassen ambulante Kuren in Herkulesbad bezuschussen. Die Fahrt, die Unterkunft und die Verpflegung müssen Patienten selbst bezahlen. Aber ein Teil des Arzthonorars und der Therapiekosten kann von den Krankenkassen auf Antrag erstattet werden. Nach genaueren Einzelheiten erkundigen Sie sich bitte bei Ihrer Krankenkasse.

In seinem Vortrag erinnerte der Referent auch an den österreichischen Komponisten Jakob Pazeller (1869-1957), der mit seinem Walzer „Souvenir de Herkulesbad“ 1903 einen Welthit schuf. Leider wird dieser Walzer wie überhaupt Musik von Pazeller heute kaum noch gespielt. Umso erfreulicher ist, dass sein in Baden-Baden lebender Enkel Friedrich Pazeller jetzt die schönsten Kompositionen seines Großvaters auf CD herausbrachte. Eine dieser CDs heißt „Liebestanz“.

Auf der Adventsfeier wurde Richard Fasching für seine 50-jährige Mitgliedschaft mit einer Ehrenurkunde und der Ehrennadel der Banater Schwaben geehrt. Niemand ist in unserem Berliner Verband länger Mitglied als er. Richard Fasching ist unserem Verband 1969 beigetreten. Er versteht sich aber nicht bloß als passives Mitglied, sondern er bringt sich immer wieder aktiv in unsere Arbeit ein, zum Beispiel als Akkordeonist, als Fotograf oder als Ideengeber. Ausgezeichnet wurde er vom stellvertretenden Berliner Landesvorsitzenden Hans Schmidt.

Weil Mundartpflege in unserem Verband von jeher einen sehr hohen Stellenwert hat, hörten wir diesmal die Weihnachtsgeschichte in Berliner Mundart, vorgetragen von dem leider zu früh verstorbenen Berliner Schauspieler und Kabarettisten Wolfgang Gruner (1926-2002).

Wo wir in den nächsten Jahren den Advent feiern, ist unklar. Unser langjähriges Domizil, das Bernhard-Lichtenberg-Haus, das Gemeindehaus der katholischen St. Hedwigs-Kathedrale, steht nicht zur Verfügung. Zusammen mit der Kathedrale wird es umgebaut. Die Bauarbeiten sollen mindestens fünf Jahre dauern. Wir haben schon begonnen, uns nach Ersatz umzusehen.