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Banater Post

Der Traditionspflege voll und ganz verschrieben

Die Gründungs- und nach wie vor aktiven Mitglieder der Trachtengruppe wurden seitens der Landsmannschaft der Banater Schwaben mit einer Ehrenurkunde ausgezeichnet. Foto: Banater Knipser Reutlingen

Der Kreisverband Reutlingen lud am 9. November 2019 in die Kemmler-Halle nach Betzingen ein, um das zehnjährige Bestehen der Trachtengruppe Banater Schwaben zu feiern. Mit einem Sektempfang wurden die Gäste begrüßt, wonach die Banater Backakademie zu Kaffee und Kuchen einlud.

Nach dem Einmarsch der Trachtengruppe begrüßte Kreisvorsitzende Neu die Gäste, Ehrengäste, die Original Donauschwäbische Blaskapelle Reutlingen und die Banater Backakademie als Mitgestalter des Festes sowie das Helferteam. Gratulationen zum Jubiläum und die besten Wünsche überbrachte die Vorsitzende seitens des Bundesvorstandes, des Landesverbandes Baden-Württemberg und des Betzinger Bezirksbürgermeisters Friedemann Rupp. Als Ehrengäste hieß sie Andreas Benz, Mitglied des Reutlinger Gemeinderats, mit Familie, Gerda Koppi, stellvertretende Vorsitzende der Seniorenunion Württemberg-Hohenzollern, sowie Hilde Redl, Michael Koppi, Johann Pless und Horst Redl als Funktionsträger der Landsmannschaft willkommen.

Mit den Worten „Mit Musik und Tanz geht alles besser“ verwies die Kreisvorsitzende auf die Entstehungsgeschichte der Trachtengruppe, denn „Musik hat uns zusammengeführt, hat uns verbunden und, aus heutiger Sicht betrachtet, manchmal auch angebunden“. Vor zehn Jahren sei es die Musik der Dynamik-Band gewesen, die zusammengeführt habe. Denn wer gerne tanze und feiere, suche auch seinesgleichen. Ein großer Ansporn sei der Auftritt der Volkstanzgruppe der Siebenbürger Sachsen aus Reutlingen gewesen, die beim Tanz in den Mai 2009 ihr Können zeigte und ihre Trachten präsentierte.

„Den Versuch, eine eigene Trachtengruppe der Banater Schwaben zu gründen, war es wert“, sagte Christine Neu. Zwölf Paare trafen sich zu einer ersten Besprechung, bei der Christine Neu zur Leiterin der Gruppe und Manfred Klotzbier zum Tanzleiter ernannt wurden. Die ersten Tänze wurden eingeübt, die Frauentrachten wurden hergerichtet, für die Männer wurden Leibchen genäht und Kirchweihhüte angefertigt. Kaum gegründet, folgte auch schon eine Einladung seitens des Verbandes der Siebenbürger Sachsen aus Reutlingen. Der erste Auftritt der Banater Trachtengruppe am 27. Juni 2009 anlässlich des Trachtenfestes zu den Heimattagen Baden-Württemberg war ein voller Erfolg und motivierte zum Weitermachen.

Die Zusammensetzung der Gruppe habe sich zwar im Laufe der Zeit verändert, sie fühle sich aber ihrem anfänglichen Ziel, Tradition und Brauchtum der Ahnen zu pflegen und weiterzugeben, nach wie vor verpflichtet, betonte die Kreisvorsitzende. Zurzeit bestehe die Trachtengruppe aus vierzehn Paaren, die in den Trachten ihres Geburtsortes im Banat oder des Geburtsortes ihrer Eltern auftreten. Seit ihrem Bestehen habe die Trachtengruppe „unendlich viele Proben absolviert, auf die Perfektion der vorzuführenden Tänze hingearbeitet, zahlreiche Auftritte gemeistert und hinterher gefeiert“. Im Schnitt seien es jährlich 35 Auftritte gewesen. In der Summe habe man fast ein ganzes Jahr lang getanzt. Beeindruckend sei auch die Zahl der in diesen zehn Jahren zurückgelegten Kilometer, zumal die Trachtengruppe nicht nur in Reutlingen, sondern auch im süddeutschen Raum und mehrfach im Banat aufgetreten ist.

Christine Neu wies auch darauf hin, dass die Gruppe zusammengewachsen sei, ein Wir-Gefühl entwickelt und Freundschaften zu anderen Gruppen in Deutschland, im Banat und in Übersee geknüpft habe. Zudem sei es gelungen, zum einen Kinder und Jugendliche zum Mitmachen zu gewinnen, sie für Volkstänze wie auch für moderne Tänze zu begeistern, zum anderen die Leitung der Tanzgruppe drei jungen Mitgliedern (Melinda Petla, Sabine Kirsch und Karsten Loch) zu übertragen. Das Fazit der Kreisvorsitzenden: „Unsere Trachtengruppe ist einzigartig, nicht nur, weil jedes Paar die Tracht seines Herkunftsortes präsentiert, sondern auch, weil drei Generationen vertreten sind und ein harmonisches Miteinander pflegen. Dass in unserer Trachtengruppe Kinder mitmachen, verdanken wir auch den Eltern, die es nicht versäumt haben, banatschwäbisches Brauchtum weiter zu pflegen und vorzuleben, die das Bekenntnis zu den Wurzeln als Bereicherung ansehen.“

Im Anschluss an die Festansprache lieferte die Trachtengruppe mit der Wawi-Polka und Dorowana (Das Geschenk) einen eindrucksvollen Beweis ihres tänzerischen Könnens. Dafür erntete sie großen Beifall. Stefanie Timmler, Vorstandsmitglied der Deutschen Banater Jugend- und Trachtengruppen, überbrachte sodann Grüße und Glückwünsche seitens des DBJT-Vorstands und verwies auf das Freundschaftsband, das die Reutlinger und Singener Trachtengruppe verbindet. Es folgte die Plauderpolka und danach die Ansprache des Ehrenvorsitzenden des Kreisverbandes Michael Koppi. Durch die Gründung der Trachtengruppe sei die Brauchtums- und Trachtenpflege im Kreisverband Reutlingen belebt worden, sagte Koppi. Des Weiteren verwies er auf die zahlreichen Auftritte der Gruppe in den zehn Jahren ihres Bestehens und lobte den Einsatz ihrer Mitglieder, die sich in vielfältiger Weise in das Verbandsgeschehen einbrächten.

Für zehnjährige aktive Mitgliedschaft in der Trachtengruppe wurden seitens des Bundesverbandes und des Kreisverbandes Reutlingen folgende Mitglieder geehrt: Gerda und Michael Antretter, Dana und Siegfried Dukarm, Elfriede und Michael Huschitt, Tobias Huschitt, Hilde und Manfred Klotzbier, Christine und Ewald Neu, Hedi Wagner sowie Eveline und Oswald Wolf. Die Kreisvorsitzende bedankte sich bei allen, die schon von Anfang an dabei waren, wie auch bei denen, die erst später dazu gekommen sind, „denn nur durch euch wird der Fortbestand und die Zukunft der Trachtengruppe gesichert“. Es folgte eine weitere tänzerische Einlage, wobei nun zwei der DBJT-Gemeinschaftstänze, der Kathiländler und die Polka Veilchenblaue Augen vorgeführt wurden.

Keine Geburtstagsfeier ohne Geburtstagstorte: Und diese war riesig! Die von Hedi Pless und Annemarie Michels gebackene Torte wurde bei Dämmerlicht in die Halle gefahren. Auf dem Wagen leuchteten viele kleine Lichter und die Torte war mit einem großen essbaren Foto von der Trachtengruppe verziert. Die Trachtengruppe prostete auf ihr zehnjähriges Jubiläum, wonach alle, auch die Gäste der Veranstaltung, ein Stückchen von der leckeren Geburtstagstorte bekamen. Nach dem Geburtstagsfoto folgte der Ausmarsch der Trachtengruppe.

Die Original Donauschwäbische Blaskapelle Reutlingen, die auch die Tanzdarbietungen begleitet hatte, spielte nun für die Gäste auf. Eine wunderbare Stimmung herrschte im Saal. Diese Zeit nutzte die Trachtengruppe, um sich für den zweiten Teil des Programms vorzubereiten. Es folgte der Auftritt in Dirndl und Lederhose. Flotte Tänze wie „Die Fischerin vom Bodensee“, „Drah di um“ und „Bis bald, auf Wiedersehen“ hoben die Feierlaune. Mit der zur Reutlinger Hymne gewordenen Stremtal-Polka, die wegen ständiger Zugabe-Rufe wiederholt werden musste, ging der festliche Akt der Jubiläumsfeier zu Ende.

Ab zwanzig Uhr bis zum Morgengrauen spielten „Die Palomas“, die in Reutlingen Premiere feierten, zum Tanze auf.

Möge diese unvergessliche Jubiläumsfeier ihren Glanz bis zur 20-jährigen Feier bewahren.