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Banater Post

Dreißig Jahre Donauschwabenhaus in Frankenthal

Zu seinem 25-jährigen Jubiläum brachte der Frankenthaler Singkreis einen Querschnitt aus seinem breit gefächerten Repertoire zu Gehör.

Die Jugendgruppe lieferte einen überzeugenden Beweis ihres tänzerischen Könnens.

Die Erwachsenentrachtengruppe des Kreisverbandes begeisterte das Publikum mit seinen Volkstanzvorführungen. Fotos: KV Frankenthal

„So etwas müssen wir in Frankenthal auch haben.‟ Dies sagte der damalige Vorsitzende der Donaudeutschen Landsmannschaft Frankenthal Anton Hock anlässlich der Einweihung des Hauses Pannonia in Speyer im Jahr 1982, und er meinte damit die Errichtung eines eigenen Vereinsheims. Anton Hock, der Initiator des Donauschwabenhauses in Frankenthal, ließ nicht locker, bis er sein Ziel verwirklicht sah. Von der Geburt der Idee bis zur Inangriffnahme des Bauvorhabens vergingen fünf Jahre. Am 24. Oktober 1987 erfolgte der erste Spatenstich durch den damaligen Frankenthaler Oberbürgermeister Jochen Riebel. Der Grundstein wurde am 16. April 1988, ebenfalls im Beisein von Oberbürgermeister Riebel, gelegt. Und bereits acht Monate später, am 17. Dezember 1988, wurde Richtfest gefeiert. Am 22. Oktober 1989 war es dann soweit: Das Donauschwabenhaus konnte eingeweiht werden. Es war in Eigenleistung mit Unterstützung der Stadt Frankenthal und mit Spenden von Landsleuten errichtet worden. An diesem Gemeinschaftsbau waren in den gut zwei Jahren seiner Errichtung 142 Landsleute beteiligt, die insgesamt 21703 Arbeitsstunden geleistet haben.

Lebendiges Haus

Das Vereinshaus des Stadtkreisverbandes Frankenthal der Donaudeutschen Landsmannschaft Rheinland-Pfalz entwickelte sich zu einer Heimstätte des donauschwäbischen Gemeinschaftssinns, es ist zu einem Ort der Begegnung für Jung und Alt, für Menschen von nah und fern geworden, wo die Brauchtumspflege und die Banater Geselligkeit zuhause sind. Hier finden nicht nur die ebenso zahlreichen wie vielfältigen Veranstaltungen des Kreisverbandes statt, sondern auch Treffen verschiedener Heimatortsgemeinschaften sowie die jährliche Verbandstagung unserer Landsmannschaft.

Dass das Donauschwabenhaus nach wie vor seinen Zweck erfüllt, dass es ein lebendiges Haus ist, erwies sich auch bei der Feier zu seinem 30-jährigen Jubiläum, die am Sonntag, dem 13. Oktober, vom Kreisverband Frankenthal ausgerichtet wurde. Es war ein traumhafter Herbsttag, an dem sich Landsleute aus der gesamten Bundesrepublik in großer Zahl einfanden, um gemeinsam dieses Jubi-läum zu feiern. Der Kreisverbandsvorsitzende Johann Schmaltz begrüßte die gut gelaunten Gäste. Die Blaskapelle „Pfalzklang“ unter der Leitung von Jakob Groß spielte ab 10.30 Uhr zum Frühschoppen auf. Und viele Besucher tanzten bereits am Vormittag im Takt der Blasmusik.

Vielseitiges Kulturprogramm

Nach dem Mittagessen folgte der kulturelle Teil der Veranstaltung, zu dem zahlreiche Ehrengäste erschienen waren, so der Oberbürgermeister der Stadt Frankenthal Martin Hebich, der Landtagsabgeordnete und Frankenthaler Stadtrat Christian Baldauf, der Bürgermeister der Stadt Frankenthal Bernd Knöppel, der Vorsitzende der Donaudeutschen Landsmannschaft Rheinland-Pfalz Paul Nägel und deren Ehrenvorsitzender Josef Jerger, Bundesvorstandsmitglied Walter Keller in Vetretung des Bundesvorsitzenden der Landsmannschaft der Banater Schwaben Peter-Dietmar Leber.

Auf die warmherzigen und lobenden Grußworte der Ehrengäste folgte der Auftritt des Frankenthaler Singkreises, auf den noch näher einzugehen sein wird. Die Trachtengruppen des Kreisverbandes boten den Gästen einen bunten Reigen an Volkstänzen, die das Publikum ebenso zu begeistern vermochten wie die Aufführung der Theatergruppe. Diese hatte eine lustige Überraschung parat: Mit der Parodie „Feuer marsch“ von Horst Helfrich trug sie zur Erheiterung der Zuschauer bei. Anschließend spielte die gut gelaunte „Gaudi Band“ bis zum Schluss der Veranstaltung zum Tanz auf.

So verging ein traumhafter Sonntag, an dem nicht nur viel geboten war, sondern auch gewahr wurde, wie wichtig Zusammenhalt und Gemeinschaft sind und welche Bedeutung dem „Schwowehaus“ in Frankenthal in der Brauchtumspflege und der Bewahrung der Identität der Banater Schwaben zukommt. Bei der Verabschiedung versprach Johann Schmaltz, dass in dreißig Jahren eine noch größere Party steigen werde, wozu er alle anwesenden Gäste schon jetzt einladen wolle. Was sind schon dreißig Jahre? Nur ein Hauch von Ewigkeit...

Auch Chor feiert Jubiläum
„Keine Feier ohne den Frankenthaler Chor!‟ Das ist schon seit 25 Jahren so. Das Fest zum 30-jährigen Bestehen des Donauschwabenhauses bot dem Chor der Donaudeutschen Landsmannschaft Frankenthal einen adäquaten Rahmen zur Feier seines 25-jährigen Jubiläums. Aus diesem Anlass sollen ihm eigens einige Zeilen gewidmet werden. Eigentlich besteht dieser Chor schon seit 26 Jahren. Demnach war es eine nachgeholte Jubiläumsfeier. Der 1993 gegründete Frankenthaler Chor stand bis 1998 unter der Leitung von Michael Mettler. Seit Februar 1999 dirigiert Katharina Eicher-Müller diese singfreudige Gemeinschaft. Zum Jubiläum hat sie ein besonderes Programm zusammengestellt, das Lieder aus verschiedenen Themenbereichen umfasste, wie zum Beispiel mehrstimmige Chorlieder, Heimatlieder, Lieder über Liebe und Sehnsucht, Lieder auf die Gemütlichkeit usw. Die dargebotenen Lieder gehören zum reichhaltigen Repertoire des Chors und wurden seit dessen Bestehen immer wieder gesungen.

Der Chor eröffnete sein Programm mit dem passenden Titel „Herzlich willkommen‟, wonach der ehemalige Chorleiter Michael Mettler das Lied „Schwarzbraunes Mägdelein‟ dirigierte. Es folgte das Jubiläumslied „25 Jahre‟. „Wo die Alpenrosen blühn‟ hieß der nächste Titel, gesungen von dem Duo Maria Muhl und Elisabeth Gaug. Dieses Lied wie auch die folgenden Stücke – „Heimatsehnen‟, „Schöne Stunden‟ und ein schwungvolles Medley – wurden von Johann Becker auf dem Akkordeon begleitet. Becker ist nach Josef Eisele und Johann Prunkl der dritte Akkordeonspieler, der den Chor seit seinem Bestehen begleitet.

Der Frankenthaler Chor hatte an diesem Tag einen weiteren Grund zum Feiern: Seine Dirigentin Katharina Eicher-Müller beging nämlich ihr 40. Chorleiterjubiläum. Sie hatte ihre Dirigententätigkeit 1979 begonnen, als sie die Leitung des neu gegründeten deutschen Chores in Szekszárd/Südungarn übernahm. Diesen leitete sie erfolgreich bis 1988. Seitdem stand sie zahlreichen Frauen-, Kinder- und gemischten Chören in Hessen vor, bis sie vor zwanzig Jahren den Frankenthaler Chor übernahm.
Zu vermerken ist noch, dass der Chor aus Frankenthal auch bei Beerdigungen singt, wobei dann Maria Muhl dessen Leitung innehat, und Gottesdienste gesanglich umrahmt, so auch seit acht Jahren die Wallfahrtsmesse in Ludwigshafen-Oggersheim. Dem Chor gehören heute noch fünf Gründungsmitglieder an. Ältestes Mitglied ist der 89-jährige Nikolaus Gaug.