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Banater Post

Drei Kapellen begeistern 800 Zuhörer

Die Seniorenkapelle Mittelstadt unter der Leitung von Franz Mutsch

Die Weinbergmusikanten unter der Leitung von Johann Wetzler

Die Original Siebenbürger Adjuvanten unter der Leitung von Peter Dengel Fotos: FDB

Rund 800 Besucher wohnten dem donauschwäbischen Blasmusikkonzert in Mannheim bei. Foto: Cornel Simionescu-Gruber

Am Sonntag, dem 21. Juli, war es wieder soweit: Das traditionelle Blasmusikkonzert des Freundeskreises Donauschwäbischer Blasmusik stand an. Bereits zum fünfzehnten Mal wurde diese Veranstaltung durchgeführt, in Mannheim war es die dreizehnte Auflage. Dieses Jahr meinte es der Wettergott ganz gut mit den Veranstaltern, Gästen und Musikanten. Keine zu große Hitze, kein Regen und kein Unwetter. Daher fanden rund 800 Besucher den Weg zur Konzertmuschel im Herzogenriedpark.

Den ersten Konzertteil übernahm die Seniorenkapelle des Musikvereins Mittelstadt unter der musikalischen Leitung von Franz Mutsch und Organisationsleiter Edwin Lauxmann. Das Orchester hat sich auf die Melodien des langjährigen Kapellmeisters Peter Fihn (1908-1998) spezialisiert. Die Kapelle startete mit dem Marsch „Gruß aus Mittelstadt“.

Der Vorsitzende des Landesverbandes Baden-Württemberg der Landsmannschaft der Banater Schwaben Josef Prunkl begrüßte die Gäste und brachte zum Ausdruck, dass die teilnehmenden Kapellen wie immer ein Beispiel für ein lebendiges Brauchtum liefern. An Ehrengästen begrüßte er den stellvertretenden Bundesvorsitzenden der Landsmannschaft der Banater Schwaben Jürgen Griebel, Bundesvorstandsmitglied Walter Keller sowie den Kreisvorsitzenden von Mannheim Richard Jäger.

Danach setzte die Seniorenkapelle Mittelstadt ihren Konzertteil mit der Polka „Kleine Magdalena“ fort. Norbert Merkle, Manager und Conférencier der tschechischen Spitzenblaskapelle Stříbrňanka sowie Schriftführer des Freundeskreises, moderierte wieder das Konzert, welches mit weiteren Titeln von Peter Fihn fortgesetzt wurde. Zu diesem Konzert wurde extra eine CD mit den beliebtesten Stücken des Komponisten aus Neu-Gajdobra in der Batschka produziert, die natürlich auch die „Franziska-Polka“ und die „Uschi-Polka“ enthält. Auch gab es einige Gesangstitel, die von Erich Seibert und Nicki Hubert von den Banater Teckmusikanten als Gäste vorgetragen wurden, wie „Die alte Heimat“ und „Musikantenlaune“. Mit dem Titel „Zimní růže“ von Josef Hotový, der mit dem Text „Mach mir den Abschied doch nicht so schwer“ vorgetragen wurde, beendete die Kapelle ihren Vortrag. Selbstverständlich wurde eine Zugabe gefordert, dies war dann der bekannte „Bozener Bergsteiger-Marsch“.

Den mittleren Teil des Konzertnachmittags übernahmen die Weinbergmusikanten unter der Leitung von Johann Wetzler. Eröffnet wurde ihre Darbietung mit dem Titel „Bei den Donauschwaben“ aus der Feder des Glogowatzer Kapellmeisters und Komponisten Sepp Schmalz, der von Andrea und Hans Griffaton gesungen wurde. Diese Blaskapelle wurde 1997 von Hans Wetzler und seinen Söhnen Gerhard und Richard gegründet und hat auch schon viele Konzertreisen ins Ausland absolviert. Für den Freundeskreis spielte sie bereits zum sechsten Mal. Auch die Tontechnik wurde wieder von Wolfgang Thiele von den Weinbergmusikanten übernommen. Unter anderem spielte die Kapelle noch weitere Titel von Sepp Schmalz, wie den „Neupanater Brautwalzer“, „Am Donaustrand“ und „Heimat an der Donau“. Besonders viel Applaus fanden die Polkas „Chebska“ (Heimatfreude) von František Vršecký und „Hrajte, ja ráda tancuju“ (Liebling, ich hab dich tanzen sehn) von Polkakönig Jaromír Vejvoda. Auch durften die Weinbergmusikanten nicht ohne Zugabe von der Bühne. Dazu wurde Josef Poncars Hit „Já nemám nic“ (Tanz noch einmal) ausgesucht. Hans Griffaton sang die erste Strophe sogar im Original auf Tschechisch.

Den dritten Block übernahmen die Original Siebenbürger Adjuvanten aus Heidenheim unter der Leitung von Peter Dengel. Leider musste die Sängerin vom Schwabenlandduo kurzfristig absagen, so oblag es Peter Schröppel alleine zu singen. Die Kapelle eröffnete ihren Konzertteil mit der Polka „Meine 30 Jahre“ von Daniel Kaesbauer. Mit sehr viel Spielfreude und Schwung legten die Musikanten los. Peter Dengel hatte viele Superhits der böhmischen und mährischen Blasmusik ausgewählt, wobei das Publikum kräftig mitsang. Es erklangen „Až budou trumpety“ (Goldene Trompeten) von Antonín Borovička, „Snubní prstýnek“ (Nur wer die Heimat liebt) von Jaromír Vejvoda, „Břízy“ (Rauschende Birken)“ von Václav Kaucký, „Sakvicka“ von Metodéj Prajka mit dem tollen Klarinettensolo, „Böhmische Liebe“ von Mathias Rauch, „Böhmischer Wind“ von Ernst Mosch, „Andulko šafářova“ (Schäfers Ännchen) von František Kmoch, „Fůra slámy“ (Kannst du Knödel kochen)“ von Karel Vacek und „Počápelská“ (Auf der Vogelwiese) von Josef Poncar. Als Zugabe gab es den „Böhmischen Traum“.

Ein schöner Konzertnachmittag ging nach fünf Stunden Blasmusik zu Ende und Norbert Merkle lud alle zum nächsten Blasmusikkonzert am 30. November 2019 nach Ingolstadt und für nächstes Jahr nach Mannheim ein.