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Banater Post

Maria – unser Leitbild im Glauben - Wallfahrt nach Oggersheim

In der Wallfahrtskirche Mariä Himmelfahrt in Ludwigshafen-Oggersheim kamen zum elften Mal Aussiedler aus der Rhein-Neckar-Region zu einer Wallfahrt zusammen, zu der sie von Pfarrer Paul Kollar begrüßt wurden.

Die Geistlichen mit Ministranten, Vertretern der Landsmannschaft der Banater Schwaben, Fahnenabordnungen und der Blaskapelle „Pfalzklang“ aus Frankenthal Fotos: Cornel Simionescu-Gruber

Am 5. Mai 2019 erlebten viele Gläubige in der Wallfahrtskirche Mariä Himmelfahrt in Ludwigshafen-
Oggersheim einen bewegenden Gottesdienst mit traditionellen Marienliedern und bekannten Schubert-Werken. Eingeladen hatten die Aussiedlerseelsorge der Diözesen Mainz und Speyer und das Gerhardsforum Banater Schwaben.

Unter den Klängen der Blaskapelle „Pfalzklang“ aus Frankenthal, deren Leitung Jakob Groß innehat, zogen Priester, Ministranten und Fahnenabordnungen in die voll besetzte Wallfahrtskirche feierlich ein. Pfarrer Paul Kollar begrüßte alle Wallfahrer, besonders die Mitwirkenden, alle am Gottesdienst Beteiligten und die Vertreter der Verbände und landsmannschaftlichen Gliederungen. „Maria ist für uns ein Zeichen der Hoffnung. Sie lädt uns ein, rückwärts und vorwärts zu schauen und hat so manche Generation im Glauben geprägt“, so Pfarrer Kollar.

Die liturgische Eröffnung übernahm der Hauptzelebrant, Domkapitular Andreas Reinholz, Rektor der Wallfahrtskirche Maria Radna. Er überbrachte den Gläubigen die Grüße des Bischofs der Diözese
Temeswar József Csaba Pál und versäumte es nicht, den Anwesenden seinen Dank für die Unterstützung der Renovierungsarbeiten an der Basilika und dem ehemaligen Kloster in Radna auszusprechen. „Oggersheim ist in den letzten Jahren auch für die Katholiken im Banat ein Begriff geworden“, sagte Domkapitular Reinholz, dies sei vor allem den beiden Konzelebranten Monsignore
Andreas Straub und Aussiedlerseelsorger Paul Kollar zu verdanken.

Mit „Wohin soll ich mich wenden“ von Franz Schubert zeigte der Frankenthaler Singkreis unter der Leitung von Katharina Eicher-Müller sowie Albert Schankula an der Orgel musikalisch auf, wohin unser Blick gerichtet sein sollte und wer uns Zuflucht und Hoffnung ist. Nach dem Lied „Maria zu lieben“, bei dem alle Gläubigen mitsangen, und dem von Monsignore Andreas Straub verkündeten Evangelium erinnerte Domkapitular Andreas Reinholz daran, dass die Wallfahrt ein standfestes Zeugnis des Glaubens sei: „Es gehört wohl zum ältesten Brauchtum und zur Kultur des christlichen Abendlandes, mit den Füßen zu beten. Wir nennen es Wallfahrt ... Betend aufbrechen zu Gott und zur Gottesmutter Maria, ist kein oberflächliches religiöses Wandern, sondern ein standfestes Zeugnis des Glaubens.“ Der Gast aus dem Banat sprach vielen aus der Seele: „Ohne den Segen, ohne die Hilfe Gottes und ohne den Schutz der Gottesmutter, welchen wir in unserem Leben immer wieder erfahren durften, wären viele von uns heute nicht hier.“ Allen Gläubigen legte er ans Herz: „Maria nachfolgend kommst du nicht ab vom Weg, sie bittend, wirst du nicht verzweifeln, sie festhaltend, wirst du nicht irregehen.“ Mit Beispielen aus der Bibel untermauerte Domkapitular Reinholz die Rolle der Gottesmutter Maria als Leitbild für die Glaubenden und als Zeichen der Hoffnung, wobei er es nicht versäumte, gegen Ende seiner Predigt auf den bevorstehenden Papstbesuch in Rumänien hinzuweisen: „Dabei wird die Verehrung Mariens eines der großen Themen sein. Denn sie ist es, die die katholische Kirche mit der orthodoxen Kirche verbindet.“ Seine ganze Hoffnung legte Domkapitular Reinholz in die Aussage: „Möge die Gottesmutter durch ihr heiliges Leben und ihr Beispiel dazu beitragen, dass die Völker Europas immer mehr zueinander finden, damit das Motto ‚Durch Maria zu Christus‘ immer mehr Gestalt annimmt.“

In die Fürbitten wurden alle mit eingeschlossen, die in Maria Mutter und Fürsprecherin bei Gott sehen, für die die Gottesmutter, indem sie Trost und Kraft spendet, Zukunft und Hoffnung ist. So wurden die
Anliegen der Wallfahrer ins Gebet gefasst und Gott anvertraut. Bekannte Marienlieder, von der Blaskapelle „Pfalzklang“ gespielt, sowie die vom Frankenthaler Singkreis gesungene Schubert- Messe gaben dem Gottesdienst eine feierliche Stimmung und einen festlichen Rahmen.

Gegen Ende des Festgottesdienstes zog Pfarrer Kollar einen Vergleich zwischen dem Sternenkranz in der Europaflagge und dem Sternenkranz über dem Haupt Mariens: „Der Europagedanke wird durch uns Aussiedler verstärkt. Ich wünsche uns allen Hoffnung im Glauben durch Maria.“ Er übermittelte die Grüße der Wallfahrer und der anwesenden Priester an die Temeswarer Heimatdiözese und dankte allen für das Mitfeiern und Mitgestalten der heiligen Messe. Zum Schluss stimmten alle „Mit frohem Herzen“ in den Gesang mit ein. Mit „Wunderschön Prächtige“ ging ein erhebender Gottesdienst zu Ende, der sicherlich im Alltag der Pilger nachklingen wird.

Nach dem Mittagessen im Kolpinghaus, das gut organisiert war und ebenso gut geschmeckt hat, gab es noch Kaffee und leckeren selbstgemachten Kuchen. Allen, die mitgeholfen haben, gilt ein herzliches Vergelt’s Gott! Ein besonderer Dank gebührt dem Ehrenvorsitzenden der Donaudeutschen Landsmannschaft in Rheinland-Pfalz Josef Jerger, dem Vorsitzenden des Stadtverbandes Speyer Siegfried Liebel sowie dem Küchenteam vom Haus Pannonia in Speyer für ihren unermüdlichen Einsatz bei der Vorbereitung und Durchführung der Wallfahrt. Besonders zu erwähnen sind auch Käthe und Peter Schmidt, die jedes Jahr aufs Neue für ein reich bestücktes Kuchenbuffet sorgen, das dem Einsatz vieler fleißigen Bäckerinnen zu verdanken ist. So war bei dieser Wallfahrt bestens und für jeden für Leib und Seele gesorgt. Gemeinschaft zu leben und miteinander Mahl zu halten ist bekanntlich eine christliche Tradition, die im Kolpinghaus in Oggersheim vorbildlich gelebt wird. Auch hier zeigte die Blaskapelle „Pfalzklang“ ihr meisterhaftes Können.

Gegen 15 Uhr fanden sich viele Gläubige zum Marienliedersingen in der Wallfahrtskirche ein. Die Marienlieder wecken Erinnerungen an die alte Heimat, das gemeinsame Singen verbindet und stärkt. Wer singt, betet bekanntlich doppelt. Wie wichtig den Wallfahrern das Singen von Marienliedern war, lässt sich allein schon an der großen Zahl der Teilnehmer ablesen. Im Anschluss daran fand die Maiandacht mit Predigt und sakramentalem Segen durch Pfarrer Paul Kollar statt. So wurde in
Oggersheim eine alte Banater Tradition gelebt: die Maiandacht als Ausdruck der besonderen Verehrung Mariens. Nicht an Lob sparend, würdigte Pfarrer Kollar den Einsatz der vielen Mitgestalter der Wallfahrt, der Helfer und Unterstützer.

Gestärkt und mit neuer Kraft, Hoffnung und Zuversicht traten die Wallfahrer die Heimreise an und setzten ihren irdischen Pilgerweg fort. Denn wir sind nicht allein, nicht im Leben, nicht im Sterben und schon gar nicht im Glauben. Dies zu spüren und zu erfahren war tröstlich und ermutigend zugleich. Die nächste Wallfahrt in Ludwigs-hafen-Oggersheim wird am 17. Mai 2020 stattfinden.