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Banater Post

Traditions- und Brauchtumspflege verbindet

Die Kinder der Banater Tanzgruppe München mit ihren Leitern Harald Schlapansky und Lisa Klingler sowie die Münchner Schäffler nach einem gelungenen Auftritt Foto: Rick Müller

Spaß und gute Laune trotz klirrender Kälte: Die Kindertanzgruppe München erntete einen wohlverdienten Applaus für die stimmungsvolle Darbietung. Foto: Rainer Dittrich

Auf Einladung von Familie Dr. Benno Ziegler sen. und Benno Ziegler jun. tanzten die Schäffler am 2. Februar in der Autharistraße in München-Harlaching. Die schöne Tradition, die Schäffler vors eigene Haus zu bitten, pflegt Familie Ziegler schon seit 35 Jahren. Neu und einmalig war diesmal, dass erstmals auch die Kindertanzgruppe der Banater Schwaben München zu dieser Veranstaltung eingeladen war, deren Mitglied auch die neunjährige Victoria Ziegler ist.

Astrid Ziegler hieß die versammelten Zuschauer herzlich willkommen und wies auf die unterschiedlichen Tanztraditionen der beiden Gruppen hin. Während die Schäffler ihren Tanz seit 500 Jahren ausschließlich in München zur Vorführung brächten, hätten unsere Siedlerahnen ihre Tänze vor fast 300 Jahren ins Banat mitgenommen. Als deren Nachfahren in die Bundesrepublik ausgesiedelt sind, seien ihre Tänze und schönen Trachten wieder im „Gepäck“ mit dabei gewesen, sagte sie.

Die Darbietungen der Kindertanzgruppe, diesmal in Blaufärbertracht, fanden großen Anklang bei Freunden und Nachbarn der Gastgeber sowie Schaulustigen. Das Publikum kam in den Genuss der Donauschwäbischen Tanzfolge sowie der Dorffestpolka, die von den Kindern Hanna, Jonas, Sophia, Johanna, Julius, Markus, Stefania, Carolina und Victoria, unter der Leitung von Lisa Klingler und Bettina Wagner, mit viel Elan und Freude dargeboten wurden. Musikalisch wurde die Kindertanzgruppe am Akkordeon von Korbinian Dölger sowie den „Original Banater Dorfmusikanten“ aus München unter der Leitung von Helmut Baumgärtner begleitet, die anschließend bis zur Ankunft der Schäffler zum allgemeinen Tanz aufspielten.

Die mit Spannung erwarteten Schäffler zeigten ihren kunstvollen Rundtanz, der auf das Jahr 1517 zurückgeht und damals in Zusammenhang mit dem Abklingen einer schlimmen Pestepidemie in der Stadt stand. Seitdem wird der beliebte Tanz in München alle sieben Jahre von den Fassmachern dargeboten, die mit grünen Kappen, roten Jacken, einem Lederschurz und schwarzen Kniebundhosen vor ihr Publikum treten.

Nach den Tanzvorführungen folgten zahlreiche Gäste der Einladung von Familie Ziegler. Für gute Stimmung sorgten nicht nur die „Dorfmusikanten“, sondern auch die bayrisch-banatschwäbische, der fünften Jahreszeit angepasste Küche sowie das frisch angezapfte Bier. Demzufolge bot sich Gelegenheit zum gemütlichen Beisammensein von Altmünchnern, Neumünchnern und Banater Schwaben.

Echtes Miteinander wächst in Begegnungen mit anderen Menschen. Die Begegnung in der Autharistraße ist ein Beweis dafür, auf welch vielfältige Weise ein Miteinander gestaltet werden kann, aber eben auch dafür, dass der Ort der Begegnung nicht nur eine große Halle, ein Saal oder ein Festzelt sein kann, sondern auch eine Straße oder die Räumlichkeiten einer gastfreundlichen, dem Brauchtum und der Tradition aufgeschlossenen Familie.

Die Gemeinschaft von Banatern und Bayern blickt auf einen erlebnis- und ereignisvollen Tag zurück und bedankt sich herzlichst bei der Kindertanzgruppe, deren Leiterinnen, bei den Schäfflern sowie der Blasmusikkapelle. Ein besonderer Dank und höchste Anerkennung gebührt der Gastgeberfamilie Ziegler für ihr Engagement und die Förderung von Banater Tradition und Brauchtum. Es war schön zu erleben, wie Menschen mit ähnlichen Interessen und Werten aufeinander zugegangen sind, ins Gespräch gekommen sind und Kontakte geknüpft haben, woraus womöglich erste Freundschaften entstehen, gemäß dem Spruch: Es wächst zusammen, was zusammengehört.