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Banater Post

Vierzigjähriges Wirken für die Gemeinschaft

Die Kerweihmontags- und Nohkerweihtracht boten einen schönen Anblick. Foto: Helmut Batzina

„Stolz“ beschreibt das Gefühl sehr treffend, das sowohl die Bakowaer Landsleute als auch alle weiteren Gäste und Trachtenträger durchströmte, die am 22. September in Sinsheim zusammenkamen, um gemeinsam 40 Jahre Heimatortsgemeinschaft Bakowa zu feiern.

40 Jahre HOG: Das sind 40 Jahre Arbeit für den Zusammenhalt der Landsleute, 40 Jahre Bemühen um die Wahrung von Traditionen, 40 Jahre des Strebens nach Erhalt und Fortbestehen der Gemeinschaft. Da solch ein Jubiläum nicht unbeachtet bleiben darf, fand das Bakowaer Treffen diesmal außerhalb des Zwei-Jahres-Rhythmus’ statt. Dafür begann es wie gewohnt mit einem gemütlichen Sektempfang, der zu einem ersten kurzen Austausch mit entfernt lebenden Verwandten, alten Freunden und ehemaligen Nachbarn einlud. Anschließend hielt unser Heimatpfarrer Reinholdt Lovasz den Festgottesdienst, der so manchen Besucher zu Tränen rührte. Es war aber auch ein harmonisches Bild, das sich bot: Die Trachtenträger, zum Großteil Angehörige der Tanzgruppen aus Reutlingen und Esslingen, umrahmten den Altar in einem Farbenspiel aus Grün und Rot. Abgesehen von denen, die die sogenannte Altweibertracht trugen, waren alle in Kerweihmontags- oder Nohkerweihtracht gekleidet. Für Erstere ist ein grünes Tuch mit weißem Oberrock typisch, Zweitere besticht mit ihrem roten Tuch und dem traditionell blaugeblümten Oberrock. Dies war jedoch nur möglich, weil der Fundus der HOG in Kombination mit privaten Besitzern vier zusätzliche, komplette Trachten hervorgebracht hatte. In dieser einheitlichen Aufmachung ging es hinaus in den Hof der Carl-Orff-Schule, um dort einige Polkas und Walzer – die sogenannten Gemeinschaftstänze der Deutschen Banater Jugend- und Trachtengruppen – vorzuführen. Besonders die Polkas „Mein Banater Land“ und „Veilchenblauen Augen“ sorgten für Stimmung unter den Tänzern und Zuschauern.

Doch was wäre ein Heimattreffen ohne selbstgemachten Kuchen? Dank der vielen Spenderinnen konnte eine ausgiebige Kaffeepause eingelegt werden, die erneut zum Unterhalten und zum Schwelgen in Erinnerungen verführte. Damit war das Programm allerdings noch lange nicht zu seinem Ende gekommen. Es folgten ein weiterer Aufmarsch der Trachtenpaare sowie ein Bericht des Vorstandsvorsitzenden Ernst Bayerle über vergangene Taten, aktuelle Bemühungen und große Zukunftspläne rund um den Erhalt von Kirche, Friedhof und Gemeinschaft.

Als es dann wieder Zeit wurde zu tanzen, begann das aus Bianca und Patrick Schummer bestehende Duo „Amore Blue“ den Abend musikalisch zu verschönern. Wo zunächst Walzer und Polka auf der Tagesordnung standen, entwickelte sich der Trend den Abend über hin zum Discofox. Diese Dynamik steckte schon bald jeden an, sodass ausgelassen getanzt und gelacht wurde. Zwischendurch gab es noch eine fetzige Tanzeinlage der Tanzgruppe Esslingen zum Volks-Rock'n'Roll „Zuckerpuppen“. Auch wurden die besten Teilnehmer des „Bockwerfens“ gekürt, das den Tag über im Hof angeboten wurde und Erinnerungen an vergangene Kirchweihfeste wieder aufleben ließ.

Zurecht darf die HOG stolz darauf sein, Feste wie dieses ausrichten zu können und dabei großen Anklang zu finden. Denn wenn man die freudigen, gerührten und überglücklichen Blicke jüngerer und älterer Besucher des Treffens sieht, lohnt sich jede Anstrengung. Und sie spornen an, nichts unversucht zu lassen, um die Tradition und die Gemeinschaft so lange wie möglich am Leben zu erhalten.