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Banater Post

Baden-Württemberg: Aktuelle Fragen der Vereinsarbeit erörtert

Bei einer Führung durch die Heimatstube stellte deren Betreuerin Theresia Teichert die wertvollsten und interessantesten Exponate vor.

Der Landesvorstand und die Kreisvorsitzenden aus Baden-Württemberg besprachen verbandsspezifische Themen von allgemeinem Interesse. Fotos: LV

Banater Heimatstube Göppingen: Eine Vielzahl von Haushalts- und Arbeitsgeräten, Einrichtungsgegenständen, Bildern und Dokumenten gewährt Einblick in die einstige Lebens- und Arbeitswelt der Banater Schwaben. Auskunft über die Öffnungszeiten unter Tel. 07161 / 362 8945. Einsender: Gudrun Reitz

Der Landesverband Baden-Württemberg hatte am 14. April alle Kreisvorsitzenden aus seinem Zuständigkeitsbereich zu einer Verbandstagung in die Banater Heimatstube im „Alten Kasten“ in Göppingen eingeladen. Diese startete mit einer Führung durch die Heimatstube.

Theresia Teichert, die Betreuerin der Heimatstube, informierte zunächst über die Geschichte des Gebäudes, das 1510 als Kornhaus errichtet worden war und von dem Großbrand im Jahr 1782, dem fast die ganze Altstadt zum Opfer fiel, verschont blieb. 1983 sei die Banater Heimatstube dank des Einsatzes von Hans Mersch, damals Kreisvorsitzender in Göppingen, in einem einzigen Raum eröffnet worden. Bei der Verbandstagung war auch Helmut Wegner aus Göppingen zugegen, der von Anfang an dabei war und bei der Erweiterung der Heimatstube um zwei Räume mitgeholfen hat. Dabei musste eine Trennwand durchbrochen werden. „Das war eine harte Arbeit, denn der Schutt musste mit Eimern drei Stockwerke nach unten gebracht werden“, erzählte er. Viele Mitglieder des Kreisverbandes Göppingen hätten damals Hand angelegt und sich für diese Einrichtung eingesetzt. Die nötigen finanziellen Mittel habe der Kreisverband vor allem durch Langosch- und Wurstverkauf bei Stadtfesten aufgebracht, wobei oft 16 bis 20 Leute mithalfen. Dank dieser Mittel sowie Zuschüssen sei es möglich gewesen, Vitrinen, Stühle, Tische, ein Klavier und noch vieles mehr anzuschaffen.

Im Jahr 2011 wurde die Heimatstube neu eingerichtet. Theresia Teichert fuhr überall herum und sammelte aufbewahrungs- und ausstellungswürdige Gegenstände. Sogar aus Rumänien kamen Spenden oder Leihgaben. In einem Raum wurde zusätzlich eine Bibliothek mit Büchern und Dokumenten eingerichtet. In den anderen Räumen werden Trachtenpuppen, Einrichtungsgegenstände, Gegenstände aus dem Alltag, aber auch technische Geräte ausgestellt. An den Wänden hängen viele Fotos und Gemälde von Banater Künstlern wie Stefan Jäger, Helmut Scheibling und Franz Bittenbinder.
Vieles davon, was noch von den Großeltern benutzt wurde, kennen wir heute nicht mehr. Die Waschmaschine, die Nudelpresse, verschiedene Spritztücher, den Trog, das Spinnrad gibt es heute so nicht mehr. In der Heimatstube wird das Wissen darüber aufbewahrt. Man kann vieles anfassen und sich eine Vorstellung davon machen, wie schwer es einst war, Wäsche zu waschen oder wie früher Wurst gemacht wurde.

Jeden Samstagvormittag ist Theresia Teichert in der Heimatstube im „Alten Kasten“ in der Schloßstraße 14, und wenn sie mal keine Zeit hat, dann ist Helmut Wegner da. Besuchstermine können auch außerhalb der Öffnungszeiten unter Tel. 07161 / 3628945 vereinbart werden.

Nach dieser interessanten Führung, die bei vielen Erinnerungen an die alte Heimat weckte, folgte der zweite Teil der Tagung. Landesvorsitzender Josef Prunkl stellte die vom Landesverband Baden-Württemberg für 2018 geplanten Veranstaltungen vor: das Volkstanzfestival in Singen am 27. Oktober und die Kulturtagung in Sindelfingen am 10. und 11. November. Im nächsten Jahr wird das Landestrachtenfest wieder in Göppingen stattfinden und zwar am 25. Mai. Ines Szuck erläuterte anschließend die gesetzlichen Anforderungen bezüglich des polizeilichen Führungszeugnisses für Jugendleiter und andere im Verband ehrenamtlich Tätige. Hans Vastag sprach über Presse- und Öffentlichkeitsarbeit und zeigte Möglichkeiten auf, wie sich dieser wichtige Bereich der Verbandsarbeit gestalten und verbessern lässt. Aufgrund der Auswertung der „Banater Post“ legte Michael Koppi eine Statistik vor, welche die Präsenz der Kreisverbände in unserer Verbandszeitung widerspiegelt.
Im weiteren Verlauf der Tagung erläuterte Gudrun Reitz die inhaltlichen Schwerpunkte der Homepage des Landesverbandes und stellte die Präsentation der Heimatstube in Göppingen zur Diskussion. Herbert Volk referierte sodann über die Bezuschussung der Kulturarbeit nach § 96 BVFG, während Gudrun Reitz die verschiedenen dafür benötigten Antragsformulare vorstellte. Sie informierte auch über die Meldung von Veranstaltungen mit Musiknutzung bei der GEMA.

Mit einer Diskussionsrunde über die vorgelegten Beiträge und das Landestrachtenfest in Göppingen im nächsten Jahr endete die Verbandstagung. Sie erwies sich als hilfreich und soll deshalb auch im nächsten Jahr stattfinden, gerne wieder in der Heimatstube in Göppingen. Die Teilnehmer danken Theresia Teichert, Sandra Jäger und Helmut Wegner für die Bewirtung.