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Banater Post

Einweihung des „Banater Wegs“ in Ingolstadt

Bundesvorsitzender Peter-Dietmar Leber, Bürgermeister Sepp Mißlbeck, Bundestagsabgeordneter Dr. Reinhard Brandl und Kreisvorsitzender Johann Metzger (von links) enthüllten gemeinsam das Schild „Banater Weg“ im Klenzepark in Ingolstadt. Den Segen dazu spendete Pfarrer Peter Zillich.

Die von der Jugendtrachtengruppe Ingolstadt dargebotene szenische Darstellung „Auswanderung ins Banat“ nahm die Gäste der Feier mit auf eine spannende Zeitreise ins 18. Jahrhundert. Fotos: Rudolf Ellmauer

Im Blitzlichtgewitter von Kameras und Handys gleitet die grün-weiße Stoffhülle über das blaue Straßenschild und gibt nach und nach die Aufschrift „Banater Weg“ frei. Gemeinsam, Hand in Hand, hatten Dr. Reinhard Brandl, Sepp Mißlbeck, Peter-Dietmar Leber und Johann Metzger das Schild „Banater Weg“ in Ingolstadt, im Klenzepark an der Donau, enthüllt.

„Herr, segne diesen ‚Banater Weg‘, den wir heute eröffnen und bewahre die Menschen, die ihn benutzen, vor Schaden“, sprach Pfarrer Peter Zillich, während er dem Weg, den Ehrengästen, Landsleuten und innehaltenden Ingolstädter Bürgern den Segen erteilte. Die gemeinsam gesprochenen Gebete, das Vaterunser und das Ave Maria, unterstrichen die Fürbitten von Pfarrer Zillich.

Die feierliche Einweihung des „Banater Wegs“ in Ingolstadt am 18. November erfolgte im Rahmen der Veranstaltung „30 Jahre Patenschaft der Stadt Ingolstadt über die Banater Schwaben in Bayern“. In seiner Begrüßungsansprache schilderte Johann Metzger, Vorsitzender der Vereinigung der Banater Schwaben Ingolstadt, die Entstehungsgeschichte des „Banater Weges“, von der Geburt der Idee bis zur Findung dieses passenden Ortes, der in unmittelbarer Nähe der Donau – unseres Schicksalsstroms – gelegen sei. Von Anfang an seien der Landes- und der Kreisvorsitzende der Banater Schwaben dabei wohlwollend von Oberbürgermeister Dr. Christian Lösel unterstützt worden.

Ein herzliches Willkommen richtete Metzger an die Ehrengäste: den Bundestagsabgeordneten Dr. Reinhard Brandl, den Dritten Bürgermeister der Stadt Ingolstadt, Sepp Mißlbeck, die Stadträte Simona Rottenkolber, Franz Liepold und Hans Süßbauer. Metzger begrüßte außerdem den Kreisvorsitzenden der Siebenbürger Sachsen, Manfred Binder, und den Kreisvorsitzenden der Egerländer Gmoi, Helmut Kindl. Willkommen hieß er Peter-Dietmar Leber, Bundes- und Landesvorsitzender der Landsmannschaft der Banater Schwaben, Pfarrer Peter Zillich, Bischöflicher Beauftragter für die Vertriebenen- und Aussiedlerseelsorge der Diözese Regensburg, alle anwesenden Mandatsträger der Landsmannschaft, die Fahnenabordnungen der Heimatortsgemeinschaften Neuarad und Sanktanna sowie des Kreisverbandes Ingolstadt, die Bläsergruppe „Dreierlei Musikanten“ und die Vertreter der Medien. Ein Willkommensgruß galt der Banater Jugendtrachtengruppe Ingolstadt sowie allen Landsleuten, die sich im Klenzepark eingefunden hatten.

In seinem Grußwort hob Bürgermeister Sepp Mißlbeck die gelungene Integration von rund 5000 Banater Schwaben hervor, die sich „in Ingolstadt ein Zuhause geschaffen und eine Zukunft aufgebaut haben“. Als ein „wichtiger Eckpfeiler der Stadt“ seien sich die Banater Schwaben, deren Vorfahren vor 300 Jahren auf Ulmer Schachteln die Donau abwärts an Ingolstadt vorbeigefahren waren, ihrer „sozialen Verantwortung bewusst“ und nähmen diese auch uneingeschränkt wahr.

Der CSU-Bundestagsabgeordnete Dr. Reinhard Brandl, der maßgeblich an der Erarbeitung der Richtlinie über eine Anerkennungsleistung an ehemalige deutsche Zwangsarbeiter beteiligt war, lud die Anwesenden ein, die Schönheit des „Banater Weges“ zu entdecken, sobald der Rosengarten nebenan wieder in voller Blüte stehe. Dieser „Banater Weg“, der ins liebenswerte Zentrum der Stadt führe, sei ein Symbol für gelungene Integration, für „ein Miteinander und nicht ein Nebeneinander in der neuen Heimat“. Er erinnere an den „Weg der Banater Schwaben über Jahrhunderte hinweg, aber auch an die jüngsten Jahre hier in Ingolstadt“, so Brandl.

Die musikalische Umrahmung der Feierlichkeiten lag in Händen der Blechbläsergruppe „Dreierlei Musikanten“ unter der Leitung von Werner Bielz. Mit dem Titel „Fesche Jugend“ wurde die Veranstaltung festlich eröffnet. Das vielsagende Musikstück „Die Banater kommen“ leitete zum spannenden Moment der Enthüllung des Straßenschildes über. Den Schlusspunkt der Veranstaltung im Klenzepark setzten die Musiker mit der schwungvollen Komposition „Musik, Musik“.

Die von Gunhild Burger verfasste szenische Darstellung „Auswanderung ins Banat“, dargeboten von der Banater Jugendtrachtengruppe Ingolstadt, nahm die Gäste mit auf eine Zeitreise ins 18. Jahrhundert. Eine Sprecherin informierte über historische Fakten und Zusammenhänge, die dann von den Darstellern in Kostümen der Zeit in mehreren Szenen veranschaulicht wurden.  Nach der Befreiung von der osmanischen Herrschaft durch Prinz Eugen von Savoyen sollte das Kronland Banat mit Handwerkern und Bauern aus dem Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation besiedelt werden. Ein Werbekommissar trat in den Kreis der Zuhörer und verlas ein kaiserliches Kolonisationspatent, um die Ansiedlungsbedingungen bekannt zu machen und um katholische Auswanderungswillige zu gewinnen. Alsbald versammelten sich Kolonisten in Ulm und tauschten sich über ihre Herkunftsorte und die Beweggründe ihrer gefährlichen Reise ins Ungarland aus. Pfarrer Peter Zillich erteilte der Gruppe schließlich den Segen für ihre Reise auf dem Ordinari-Schiff die Donau hinunter. Dass jedoch nicht alle Hoffnungen der Siedler erfüllt wurden, verdeutlichte das Gedicht „Die Donau fließt“, denn erst im Laufe der Zeit prosperierten die aus den Schwabenzügen hervorgegangenen deutschen Ansiedlungen. Die Anwesenden erfuhren, wie aus den deutschen Siedlern Banater Schwaben wurden und wie ihre Mundart entstanden ist. Mit dem „schwowische“ Gedicht „Donauschwabenschicksal“ von Gretl Eipert, das den Weg deutscher Siedler donauabwärts ins Banat und die Rückwanderung der Banater Schwaben nach Deutschland thematisiert, endete die Darbietung der Jugendgruppe.

Fortgesetzt wurde die Festveranstaltung mit einem Empfang im Foyer und einem Festakt zum Jubiläum der Patenschaft im Rudolf-Koller-Saal der Volkshochschule Ingolstadt.