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Banater Post

Ein Loblied in Versen auf die Banater Heimat

Kreisvorsitzender Josef Vona begrüßt Dr. Hans Dama als Ehrengast der Kulturveranstaltung. Fotos: Franz Mülleck

Die Nachricht, dass Dr. Hans Dama auf seiner Lesereise nach Bietigheim kommt, war eine freudige Überraschung für viele seiner Landsleute, zumal die Themen dieser Lesung vielversprechend und hochinteressant waren: ein Vortrag über die Banater Schwaben in Österreich und eine Lesung aus seinem 2015 veröffentlichten Lyrikband „Banat-Gedichte“.

Am 31. Januar trafen sich viele Landsleute aus der Ludwigsburger Umgebung im Gemeindehaus der Evangelischen Kirche St. Paulus im Ortsteil Buch in Bietigheim. Vor vollbesetztem Saal begrüßte Josef Vona, Vorsitzender des Kreisverbandes Ludwigsburg, den Ehrengast Dr. Hans Dama, den stellvertretenden Vorsitzenden Erich Huniar und den Ehrenvorsitzenden Walter Chef.

Erich Huniar berichtete einführend aus dem Leben von Dr. Hans Dama, über seine vielseitigen, umfangreichen Veröffentlichungen zu kulturellen und kulturgeschichtlichen Themen – die nicht nur die Banater Schwaben, sondern auch Größen der rumänischen Literatur zum Gegenstand haben –, über seine sprachwissenschaftlichen und didaktisch-methodischen Arbeiten, seine Übersetzungen aus der rumänischen Literatur und seine europaweiten Vorträge und Lesungen. Dabei ist auch seine landsmannschaftliche Tätigkeit im Verband der Banater Schwaben Österreichs, deren Obmann Dama ist, eine Aufgabe, die seinen ganzen Einsatz fordert. Dieser Verband besteht seit 1907 und zu seinem 100-jährigen Jubiläum im Jahre 2007 hat Dama den Band „100 Jahre Banater Schwaben in Österreich“ herausgebracht.

Sodann berichtete der Referent über die Geschicke der Banater Schwaben in Österreich, die Ursachen der Auswanderung unserer Landsleute nach dem Ersten und Zweiten Weltkrieg, vor allem aber zu Zeiten des Kommunismus und der Ceauşescu-Diktatur, sowie den Neuanfang in Österreich. Dabei mussten unsere Landsleute immer wieder politische, wirtschaftliche, soziale, religiöse und kulturelle Hürden meistern, ob es nun die Magyarisierung war, die Enteignung nach dem Zweiten Weltkrieg oder die Russland- und Bărăgandeportation. Und auch die Ankunft in Österreich war für sie nicht einfach, obzwar sie die gleiche Sprache sprachen und dieselbe Religion hatten.

Nach einer kurzen Pause bei Kaffee und köstlichen Kuchen, die es mit der österreichischen Backkunst jederzeit aufnehmen können, las Dr. Hans Dama aus seinem Band „Banat-Gedichte“. Es ist eine Auswahl von Gedichten, die bereits in früheren Lyrikbänden des Autors erschienen sind, aber ausnahmslos um das Banat kreisen. Dama hat die vorgetragenen Gedichte nach Themen geordnet, sei es nun das Banater Dorf, die Banater Landschaft oder persönliche Erlebnisse, Erfahrungen aus dem dörflichen oder städtischen Banater Milieu. Die Gedichte zeugen von der tiefen Verbundenheit des Autors mit seiner Heimat, mit dem Alltag auf dem Dorf und in der Stadt, mit der Natur und der einzigartigen Landschaft, sie greifen aber auch das Thema des Verlassens der Heimat oder des Abschiednehmens von einem geliebten Menschen auf. Gleichzeitig sind diese Gedichte auch ein Loblied auf die Banater Schwaben, die sich, trotz vieler Schicksalsschläge, nie aufgegeben haben: „Die Wunden, sie heilen / und Spuren wohl bleiben / im Wandel der Zeit“ („Banater Schwaben-Los“). Damit sich diese Spuren nicht verwischen, mahnt er: „Das War und Gewesen / in Schriften zu lesen / als Zeugen der Zeit“ („Banater Schicksal“).

Zum Schluss gab Hans Dama Anekdoten und lustige Begebenheiten aus seinem Leben oder dem bekannter Persönlichkeiten aus seinem Bekannten- und Freundeskreis (Dr. Alexander Krischan, Marin Sorescu, Florin Piersic, Edith Guip-Cobilanschi) zum Besten. Die anschließenden Gespräche zeigten das große Interesse des Publikums an der Themenwahl des vorgestellten Gedichtbandes. Schlussfolgernd konnte man behaupten, dass das Rad der Geschichte sich immer weiter dreht, sich aber vieles immer wiederholt.

Die Lesung war ein voller Erfolg, auch dank der großartigen Gastfreundschaft unserer Bietigheimer Landsleute, die für den gemütlichen Teil des Nachmittags bei Kaffee und Kuchen sorgten. Ein herzliches Dankeschön geht an die Organisatoren Josef Vona und Erich Huniar, aber auch an die fleißigen Torten- und Kuchenbäckerinnen Rosalia Vona, Anna Zimbrod und Annemarie Mülleck.