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Banater Post

Eine Herzensangelegenheit

Banater Kirchweihpaare auf der Münchner Theresienwiese (Foto: Karin Bohnenschuh)

"Kerweihsticklche" vor der Bavaria (Foto: Erich Dornstauder)

Banater Kirchweih in München

Es war an einem Samstagnachmittag, es war im Sommer und es war während der Fußballweltmeisterschaft – schwimmen, faulenzen, Fußball schauen! Alles klar! Könnte man so denken. Trotzdem hatten viele Banater Schwaben aus München und Umgebung ihre Zeit am 26. Juni für etwas ganz anderes eingeplant. Denn es war für sie keine Freizeitbeschäftigung, sondern eine Herzensangelegenheit – eine Banater Kirchweih in München feiern! Nach mehr als zehn Jahren wurde diese Tradition in München fortgesetzt. Entsprechend dem Verständnis der Banater Schwaben muss solch ein Fest auch immer in Verbindung mit einer Kirche und einem Gottesdienst stehen. Für dieses Ereignis erschien mir die Auswahl des Gotteshauses als äußerst angemessen. Die Kirche St. Paul an der Theresienwiese bildete nicht nur durch ihr beeindruckendes äußeres und inneres Erscheinungsbild einen passenden Rahmen für die schönen Kirchweihtrachten – auch in ihrer durch Niederlagen und Wiederaufbau geprägten Geschichte erinnert sie an das Schicksal der Banater Schwaben. Der Einzug der 23 Trachtenpaare in die Kirche St. Paul läutete den Beginn des Kirchweihfestes ein und eröffnete den Gottesdienst, durch welchen uns Pfarrer Msgr. Andreas Straub führte. Den musikalischen Rahmen gestaltete Dr. Franz Metz mit seinem virtuosen Orgelspiel und der Chor der Banater Schwaben in München. Gott zur Ehre und dem menschlichen Ohr zum Wohlgefallen brachten die Gesangssolisten ihre Stimme mit ein: Maria Metz, Irmgard Müller, Wilfried Michl und Siegfried Schreier. Anschließend erfolgte der Festzug der Trachtenpaare über die Theresienwiese bis zur Bavaria. Mit dem geschmückten Rosmarinstrauß in der Hand führten sie den Kirchweihzug an: Bianka Dornstauder und Maximilian Wagner. Mit Blasmusik begleiteten die Original Banater Dorfmusikanten München die Trachtenträger zur Alten Messe. Die offene Weite der Theresienwiese – mittendrin der lange, bunte Trachtenzug –, dieses Bild ließ in Ansätzen ein vergleichbares Gefühl zu, wie man es im Banat erlebte, wenn man am Kirchweihsonntag die Trachtenpaare auf ihrem Weg von der Kirche zum Tanzsaal bewunderte. Es war ein unbeschreibliches Gefühl der Freiheit in der Entfaltung unseres identitätsprägenden Kulturgutes. Der Kreisverband München und die Münchner Trachten- und Tanzgruppen schulterten die Organisation dieser Veranstaltung, weswegen ich ganz herzlich danke sagen möchte. Neben dem traditionellen Straußtanz, dem Kirchweihspruch durch Maximilian Wagner und der Verlosung von Hut und Tiechel wurde das Publikum auch durch die Darbietung zweier Tänze der Münchner Jugendtrachtengruppe verwöhnt: „Schwäbische Tanzfolge“ und „Sommerabend“. Besonders ansprechend war nicht nur die Choreographie des „Sommerabends“, sondern er bestach auch durch den Synchronismus der drei Dreierformationen.

Tanz und Geselligkeit wurden durch zwei Musikkapellen unterstützt. Die Original Banater Dorfmusikanten München überraschten durch ein bemerkenswert großes Repertoire an Blasmusik (die Kapelle besteht erst seit zwei Jahren), welches zum ersten Mal mit Gesang untermalt wurde (Hildegard-Barbara Müller, Irmgard Müller und Siegfried Schreier). Mit Unterhaltungsmusik der Gruppe Topklang konnten Kirchweihgäste bis in die frühen Morgenstunden ihr Tanzbein schwingen. Nach seinen Eindrücken zu dieser Veranstaltung gefragt, antwortete der Vorsitzende der DBJT, Harald Schlapansky: „Es war ein Fest von uns und für uns, da vor allem Familien und Freunde der Trachtenträger und Mitwirkenden gekommen waren.“ Dieses „uns“ wurde aber besonders durch das große Engagement der Jugendlichen weitergetragen. Deshalb bin ich sehr zuversichtlich, dass es im nächsten Jahr genau so ein schönes Fest geben wird, bei dem jeder willkommen ist.