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Banater Post

In Nürnberg gab es ein Wiedersehen

Ein "Kerweihstickl" nach Mehalaer Art in Nürnberg

Die Teilnehmer am Kirchweihfest

Die jüngste Teilnehmerin: Lilli Klein. Sie wurde am 12. Mai 2009 geboren. Die Tracht wurde von der Mutter Charlotte Klein selbst genäht (Fotos: Kreisverband Nürnberg)

Mehalaer Kirchweih in Nürnberg

„In Nürnberg, da gibt’s ein Wiedersehen“, sangen die Kirchweihburschen in der Mehala immer zur späten Stunde, wenn der Kirch-weihbaum am Freitagabend zum Kirchweihauftakt fertig geschmückt bei der zweiten Vortänzerin im Hof abgestellt war. Das war vor vielen Jahren. Mehr Wunsch als Wirklichkeit. Und heute: Wirklichkeit. Am 18. September war es wieder soweit. Für die Mehalaer und ihre Freunde gab es ein freudiges Wiedersehen auf der Mehalaer Kirchweih in Nürnberg. Wenn die Temeswarer Stadtteilkirchweih stattfindet, dann kommen Freunde von Nah und Fern zusammen. Die Mehala war schon immer eine Art Mini-Banat, ein Schmelztiegel für Landsleute aus allen Banater Gemeinden. Ein Spiegel dieser Tradition war der bunte Trachtenzug mit dreißig wunderschönen Trachten aus der Banater Heide und Hecke. Zu den Zutaten einer gelungenen Kerweih gehören gute Musik, Leidenschaft, viel Energie und Liebe zum Detail. Für diese perfekte Mischung setzt sich ein Mehalaer Original, Herbert Schummer, zusammen mit seiner Frau Rolande immer wieder mit Herzblut ein.

Die Kapelle Schwabenklang aus Reutlingen begleitete den Trachtenzug  gekonnt mit herzhaftem Paukenschlag und dem nötigen Schwung zum „Stickl“ zur Kirche und sorgte für eine würdige musikalische Untermalung der hl. Messe. Der Gottesdienst wurde vom Heimatpfarrer Peter Zillich zelebriert und berührte die Herzen der Gäste. Die musikalische Einlage des Trompetenduos Bianca und Patrick Schummer, das auch Kindervortänzerpaar war, ist ein eindeutiges Zeichen, dass der Nachwuchs aktiv die Heimatverbundenheit der Eltern unterstützt und hoffentlich auch weiterführen wird. Mit einem Dankesspruch von Hans Stemper sen., vorgetragen in schwäbischer Mundart von Herbert Schummer, ging ein herzliches Dankeschön an Pfarrer Zillich für dessen unermüdlichen Einsatz für seine Landsleute. Mit der Wiedereinführung der alten Mehalaer Tradition, zum Abschluss der Messe im Kirchenhof zu tanzen, sind sich alle einig, dass die Mehalaer Kirchweih für die Zukunft ein neues Zuhause gefunden hat.

Der alte Kirchhof in der Mehala wird wohl jedem in Erinnerung bleiben, doch die liebgewordene Tradition hat in der Pfarrkirche Sankt Willibald in Nürnberg eine Heimstatt gefunden, und Pfarrer Zillich ist in unseren Herzen nicht nur ein liebgewonnener Geistlicher, sondern auch ein anerkannter Seelsorger, der an die Würde und Herzlichkeit des einstigen Mehalaer Paters Johannes anknüpft.

Eine schöne Überraschung erlebte das neue, aus der Mehala stammende Vortänzerpaar Egon Schuster und Waltraud Michels. Schien die Teilnahme der beiden an der Kirchweih wegen diverser Probleme noch anfänglich als fast unmöglich, kam es zum Schluss zu einem freudigen Happy End. Die Vortänzer für die 125-jährige Kirch-weih in zwei Jahren stehen fest und haben freudig den Strauss vom alten Vortänzerpaar Gertrude und Nikolaus Funner entgegengenommen. Hut- und Tuch und ein Extratanz gingen an Christina Geig und Ingrid Ottobal. Nach der Versteigerung des Kirchweihstrausses und der Hut- und Tuchverlosung wurde bis in die frühen Morgenstunden zur gelungenen Stimmungsmusik der Band Andy Hammerschmidt & die Schlager(b) Engel gefeiert.

Ein herzliches Dankeschön geht an alle, die tatkräftig mitgeholfen und mitgemacht haben, an die fünf fleißigen Tortenbäckerinnen, an die Trachtenpaare aus Würzburg, an alle Mehalaer, die von Nah und Fern angereist waren, und die zu einem gelungenen Fest beigetragen haben. Wir freuen uns auf das 125. Kerweihfest in zwei Jahren, denn wie lautete das Lied? „… in Nürnberg, da gibt’s ein Wiedersehen“!